Clarity on Healthcare 2026: Schweizer Spitäler und Kliniken zwischen Stabilisierung und Transformation

Die wirtschaftliche Situation vieler Schweizer Spitäler und Kliniken hat sich 2025 spürbar verbessert. Steigende Margen, eine positive Umsatzentwicklung und erste Anzeichen einer finanziellen Stabilisierung geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

Gleichzeitig bleibt der Transformationsdruck hoch: Investitionsbedarf, Fachkräftemangel, Digitalisierung sowie neue regulatorische und finanzielle Rahmenbedingungen stellen die Branche weiterhin vor grosse Herausforderungen.

Die diesjährige Studie zeigt auf, welche Entwicklungen die Gesundheitsversorgung in der Schweiz prägen und welche Themen für Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen künftig im Fokus stehen sollten.

Die Studie basiert auf einer Analyse der Geschäftsberichte von 50 Schweizer Spitälern sowie Rehabilitations- und psychiatrischen Kliniken für das Geschäftsjahr 2025. Ergänzend wurden CFOs, CIOs und CTOs befragt, um aktuelle Herausforderungen, strategische Prioritäten und Zukunftserwartungen der Branche einzuordnen.

Finanzzahlen Schweizer Spitäler und Kliniken

Clarity on Healthcare

Schweizer Spitäler und Kliniken: Momentanaufnahme 2026 und Ausblick 2027

Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick


5.4 %

EBITDA-Marge 2025: der höchste Wert der letzten fünf Jahre (Durchschnitt der Leistungserbringer in der analysierten Stichprobe).

71 %

der befragten CFOs haben bereits Funktionen zentralisiert oder Shared Services implementiert.

63 %

der befragten CIOs und CTOs erwarten eine administrative Entlastung durch KI.

Schweizer Gesundheitsversorger zeigen 2025 erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung.

Gleichzeitig verändern neue Technologien, steigende Cyberrisiken, Shared-Service-Modelle und die Einführung von EFAS die Rahmenbedingungen der Branche nachhaltig.

Die Studie zeigt auf, wie erfolgreiche Unternehmen wirtschaftliche Stabilisierung und Transformation gleichzeitig vorantreiben können.

Stichprobe der Studie

Stichprobe der Studie

Marktüberblick 2025: Die Branche stabilisiert sich – der Finanzierungsdruck bleibt

  • Wirtschaftliche Erholung

    Viele Spitäler und Kliniken konnten ihre finanzielle Situation 2025 verbessern. Die EBITDA-Marge stieg in der ausgewerteten Stichprobe auf 5.4 Prozent und liegt damit über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Gleichzeitig erzielten 96 Prozent der untersuchten Institutionen ein positives operatives Betriebsergebnis. 

  • Umsatzwachstum und neue Versorgungsmodelle

    Das Umsatzwachstum von 5.4 Prozent zeigt eine positive Entwicklung auf der Ertragsseite. Gleichzeitig gewinnen Ambulantisierung, integrierte Versorgungsmodelle und Kooperationen, aber auch die betriebsinterne Steuerung von Ressourcen und KI weiter an Bedeutung und prägen die strategische Ausrichtung vieler Leistungserbringer.

  • Finanzierungsbedarf bleibt hoch

    Trotz der operativen Erholung bleibt die Finanzierung zukünftiger Investitionen eine zentrale Herausforderung. Hoher Investitionsbedarf und ausstehende Refinanzierungen sorgen weiterhin für Druck auf die Branche.


82 %

...der Gesundheitsinstitutionen haben Ihre EBITDA-Marge verbessert. 

Von den untersuchten Spitälern, Rehabilitationskliniken und psychiatrischen Kliniken erwirtschafteten 96 % ein positives operatives Betriebsergebnis.

Vier Trends prägen aus Sicht KPMG die Gesundheitsversorgung von morgen

Künstliche Intelligenz schafft neue Spielräume für Spitäler und Kliniken

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zunehmend von einer Zukunftstechnologie zu einem konkreten Instrument zur Bewältigung aktueller Herausforderungen in Institutionen im Gesundheitswesen.

Angesichts des Fachkräftemangels, steigender Anforderungen an die Dokumentation und des anhaltenden Kostendrucks setzen immer mehr Spitäler auf KI-gestützte Lösungen zur Unterstützung administrativer und operativer Prozesse.

63 Prozent der befragten CIOs und CTOs sehen die grössten Potenziale von KI in der Reduktion administrativer Aufwände. Gleichzeitig steht die breite Skalierung vieler Anwendungen noch am Anfang.

Wo KI bereits eingesetzt wird: 

  • Medizinische Dokumentation

  • Dienstplanung

  • Medizinische Codierung

  • Wissensmanagement 

  • Analyse- und Abrechnungsprozessen


Cybersicherheit wird zur strategischen Führungsaufgabe in einer digitalen Gesundheitsversorgung

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens schafft neue Möglichkeiten für Patienten, Mitarbeitende und Institutionen.

Gleichzeitig steigen die Abhängigkeiten von Daten, Plattformen, Medizintechnik und externen Partnern. Cybersicherheit entwickelt sich dadurch von einer IT-Aufgabe zu einer strategischen Führungsaufgabe.

Zentrale Erkenntnisse

  • Cyber-Resilienz wird zur Grundvoraussetzung für eine sichere Gesundheitsversorgung

  • Drittparteien und Lieferketten gewinnen an Bedeutung

  • Die zunehmende Vernetzung medizintechnischer Systeme erhöht die Anforderungen an Sicherheit und Transparenz

  • Governance und KI-Sicherheit rücken verstärkt in den Fokus

Für Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen bedeutet dies:

Cybersicherheit muss langfristig in Strategie, Risikomanagement und Governance verankert werden. Gleichzeitig wird die Fähigkeit, kritische Prozesse auch im Krisenfall aufrechtzuerhalten, zunehmend zu einem zentralen Erfolgs- und Vertrauensfaktor.

Shared Services gewinnen als Organisationsmodell an Bedeutung

Steigende Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, Personal und Digitalisierung erhöhen den Druck auf Gesundheitsorganisationen, bestehende Strukturen zu überdenken.

Shared Services helfen dabei, Prozesse zu standardisieren, Kompetenzen zu bündeln und Skaleneffekte zu realisieren.

Bereits heute geben rund 71 % der befragten Organisationen an, Funktionen zentralisiert zu haben.

Gleichzeitig besteht insbesondere bei institutionsübergreifenden Shared-Service-Modellen weiteres erhebliches Potenzial zur Steigerung von Effizienz, Qualität und Wirtschaftlichkeit insbesondere in administrativen Funktionen.

EFAS verändert Rollen und Verantwortlichkeiten im Gesundheitswesen

Mit der Einführung von EFAS erhalten Kantone neue Steuerungs- und Einflussmöglichkeiten im ambulanten Bereich. Gleichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen für Leistungserbringer, Versicherer und weitere Akteure im Gesundheitswesen.

Die Studie zeigt, dass viele Führungskräfte eine aktivere Rolle der Kantone bei der Gestaltung zukünftiger Versorgungsstrukturen erwarten. Die konkreten Auswirkungen auf Spitäler und Kliniken werden unterschiedlich beurteilt.

Was das für Spitäler und Kliniken bedeutet

Für Gesundheitsversorger rückt die Frage in den Vordergrund, wie sie sich in einer stärker ambulant geprägten Versorgungslandschaft positionieren. Strategische Planung, datenbasierte Steuerung und die Weiterentwicklung integrierter Versorgungsmodelle gewinnen im Zuge von EFAS zusätzlich an Bedeutung.

Gleichzeitig sollten Organisationen die Auswirkungen neuer kantonaler Steuerungsinstrumente frühzeitig beobachten und in ihre langfristige Planung einbeziehen. 

Was bedeutet EFAS?

Die Einheitliche Finanzierung ambulanter und stationärer Leistungen (EFAS) harmonisiert die Finanzierung von Gesundheitsleistungen über die Versorgungsbereiche hinweg.

Damit sollten neue Anreize für eine effiziente und integrierte Versorgung entstehen und zugleich Rollen, Verantwortlichkeiten und Steuerungsmöglichkeiten im Gesundheitssystem neu definiert werden.

70 % 


der Befragten rechnen mit einer stärkeren Rolle der Kantone bei der Steuerung ambulanter Versorgungsstrukturen.

61 % 


gehen davon aus, dass zusätzliche kantonale Steuerungsinstrumente zu mehr Bürokratie und administrativem Aufwand führen werden.


Was steht auf der Agenda 2027 für Schweizer Spitäler und Kliniken?

  • Neue Versorgungsmodelle

    Ambulante, integrierte und wohnortnahe Versorgungsangebote gewinnen weiter an Bedeutung.

  • Künstliche Intelligenz

    KI entwickelt sich zunehmend vom Pilotprojekt zur praktischen Unterstützung im Klinikalltag.

  • Daten & Analytics

    Datenbasierte Steuerung und intelligente Entscheidungsgrundlagen werden zum Erfolgsfaktor.

  • Cybersicherheit

    Cyberresilienz wird zur Voraussetzung für eine sichere und vertrauenswürdige Digitalisierung.

  • Kooperationen & Shared Services

    Zusammenarbeit, Zentralisierung und Netzwerkstrukturen gewinnen weiter an Bedeutung.

  • Finanzierung & Investitionen

    Nachhaltige Finanzierungsmodelle und langfristige Investitionsfähigkeit bleiben zentrale Herausforderungen.


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Financial figures of Swiss hospitals and clinics

Clarity on Healthcare

Die KPMG-Studie Clarity on Healthcare 2026 bietet einen Einblick in die aktuelle Situation von Spitälern, Rehabilitationskliniken und psychiatrischen Einrichtungen in der Schweiz. Sie beleuchtet die wichtigsten Trends, Herausforderungen und strategischen Prioritäten, die die Zukunft des Schweizer Gesundheitswesens prägen.

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Michael Herzog

Partner, Sektorleiter Gesundheitswesen, Leiter Audit Non-Profit Organisationen und öffentliche Verwaltungen

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Director, Sektorleiter Öffentliche Verwaltung

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Director, Government & Healthcare

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