Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 4.470 Milliarden Euro im Jahr 2025 ist Deutschland nach den Vereinigten Staaten und China und knapp vor Japan weiterhin die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und damit auch die größte Volkswirtschaft Europas. Perspektivisch wird jedoch erwartet, dass Indien an Japan und Deutschland vorbezieht. Insbesondere die Ausfuhr von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie chemischen Erzeugnissen machten Deutschland zur drittgrößten Exportnation der Welt. Mit 70 % trägt der Dienstleistungssektor den größten Teil zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes bei.
Stand Daten: 06.02.2026
Aktuelle Insights im Februar 2026
- Wirtschaftswachstum
- Exporte
- Inflation
- Arbeitslosigkeit
- Insolvenzen
Bundesregierung senkt Konjunkturprognose
Ein spürbarer wirtschaftlicher Aufschwung in Deutschland lässt weiter auf sich warten. Die Bundesregierung erwartet in diesem Jahr lediglich ein geringes Wirtschaftswachstum von +1,0 %. Im Herbst wurde noch ein Plus des Bruttoinlandsprodukts von +1,3 % erwartet. 2025 schrammte Deutschland mit einem Mini-Wachstum von +0,2 % nur knapp am dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum vorbei und hinkt damit anderen großen Industrienationen hinterher.
Ein Grund für die eingetrübten Erwartungen ist laut Regierung, dass die Erholung im zweiten Halbjahr 2025 schwächer ausfiel als erwartet. Der Start ins neue Jahr war damit schwieriger. Zudem wirken die beschlossenen Milliarden-Ausgaben des Staates zur Modernisierung der Infrastruktur, für Klimaschutz sowie für eine Stärkung der Bundeswehr langsamer als erhofft. Die schuldenfinanzierten Sondervermögen sollen wesentlicher Treiber des Wirtschaftswachstums sein. Laut Regierung dürften die staatlichen Investitionen rund Zweidrittelprozentpunkte zum BIP-Zuwachs 2026 beitragen.
Auch die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland ist unverändert geblieben. Der ifo Geschäftsklimaindex verharrte im Januar 2026 bei 87,6 Punkten. Während die aktuelle Lage etwas besser beurteilt wurde, trübten sich die Erwartungen leicht ein.
Die Staatsquote, die den staatlichen Einfluss auf eine Volkswirtschaft anzeigt, ermittelt sich als Gesamtausgaben des Staates in Prozent des BIP. Diese betrug 2025 nach Angaben des EU-Kommission in Deutschland 50,2 % und ist damit ggü. 2024 um 0,7 Prozentpunkte weiter angestiegen. Damit lagdie Staatsquote leicht über dem EU-Durchschnitt von 49,6 %, aber deutlich über der Staatsquote anderer großer Volkswirtschaften, wie dem Vereinigten Königreich (46,9 %), Japan (41,3 %) und der USA (39,6 %).
Der Anteil von Steuer- und Sozialabgaben an den Gesamtarbeitskosten für Durchschnittsverdiener betrug nach Angaben der OECD im Jahr 2024 in Deutschland für Singles ohne Kinder 47,9 %. Damit rangiert Deutschland unter den 38 Mitgliedstaaten der OECD nach Belgien auf dem zweitschlechtesten Platz und liegt deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 34,9 %, was die Attraktivität Deutschlands als Investitionsstandort belastet. Auch in Ländern außerhalb der EU, wie Großbritannien (29,4 %) oder den USA (30,1 %) ist die Quote wesentlich niedriger.
Die aktuellen Prognosen deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute und staatlicher Organisationen zur Entwicklung des BIP in Deutschland liegen zwischen +0,6 % und +1,5 % für das Kalenderjahr 2026 und zwischen +1,0 % und +1,6 % für 2027:
Stand Daten: 06.02.2026
Deutsche Exporte steigen im Dezember 2025 stark an
Für die deutschen Exporteure hat das von höheren US-Zöllen und zunehmender Konkurrenz aus China geprägte Jahr 2025 im letzten Monat des Jahres mit einer positiven Entwicklung geendet. Ihre Ausfuhren wuchsen im Dezember 2025 um +4,0 % im Vergleich zum Vormonat auf 133,3 Milliarden Euro. Das ist der größte Zuwachs seit Oktober 2021. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat Dezember 2024 stiegen sie um +2,7 %.
Umgekehrt wurden Waren im Wert von 116,2 Milliarden Euro importiert - ein Plus von +1,4 % im Vergleich zum Vormonat November 2025. Die Außenhandelsbilanz schloss damit unter dem Strich mit einem Überschuss von +17,1 Milliarden Euro ab.
Im Gesamtjahr 2025 wurden von Deutschland kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 1.562,9 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 1.362,5 Milliarden Euro importiert. Damit stiegen die Exporte um +0,9 % und die Importe deutlich stärker um +4,3 % gegenüber dem Jahr 2024. Die Außenhandelsbilanz schloss im Jahr 2025 mit einem Exportüberschuss von 202,8 Milliarden Euro ab. Im Jahr 2024 hatte der Saldo +244,9 Milliarden Euro betragen. Wichtigster Handelspartner war China mit einem Außenhandelsumsatz von 253,0 Milliarden Euro (i. Vj. 247,3 Milliarden Euro), gefolgt von den USA mit einem Umsatz von 241,6 Milliarden Euro (i. Vj. 254,0 Milliarden Euro). Der deutsche Außenhandelsumsatz mit der EU lag 2025 bei 1.579,6 Milliarden Euro und damit ca. dreimal so hoch, wie mit den USA und China zusammen. Größte Handelspartner Deutschlands innerhalb der EU waren 2025 die Länder Niederlande (210,1 Milliarden Euro), Frankreich (187,1 Milliarden Euro) und Polen (181,0 Milliarden Euro)
Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist im Dezember 2025 gegenüber November 2025 saison- und kalenderbereinigt um +7,8 % gestiegen. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um +0,9 % höher als im Vormonat. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang im vierten Quartal 2025 um +9,5 % höher als im dritten Quartal.
Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Dezember 2025 gegenüber November 2025 hingegen saison- und kalenderbereinigt um -1,9 % gesunken. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag die Produktion im vierten Quartal 2025 um +0,9 % höher als im dritten Quartal.
Inflation steigt zum Jahresbeginn
Die Inflationsrate in Deutschland ist im Dezember überraschend stark gefallen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um +1,8 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im Oktober und November 2025 lag die Teuerung bei jeweils +2,3 %, nachdem sie im September 2025 mit +2,4 % einen Jahreshöchststand markiert hatte.
Im Dezember 2025 verteuerten sich Dienstleistungen mit +3,5 % spürbar. Grund dafür sind gestiegene Löhne, die Unternehmen an Kundinnen und Kunden weiterreichen. Die Anhebung des Mindestlohnes zum 1. Januar 2026 wird sich voraussichtlich ebenfalls preiserhöhend auswirken. Die Lebensmittelpreise lagen im Dezember um +0,8 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Der Wert liegt deutlich unterhalb der allgemeinen Inflationsrate. Dennoch spüren die Menschen beim täglichen Einkauf, dass die Preise für Nahrungsmittel insgesamt deutlich höher sind als vor einigen Jahren. Entspannung gibt es bei den Energiepreisen: Benzin, Strom und Gas waren der Statistik zufolge im Dezember 2025 -1,3 % günstiger als ein Jahr zuvor. Im internationalen Vergleich weist Deutschland jedoch nach wie vor vergleichsweise hohe Energiepreise auf.
Die von Ökonomen besonders beachtete Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie sank im Dezember 2025 im Vergleich mit November 2025 von +2,7% auf +2,4 %.
Im Gesamtjahr 2025 zogen die Kosten für die Lebenshaltung um durchschnittlich +2,2 % an, ähnlich wie im Jahr 2024. Für das neue Jahr 2026 prognostizieren die Wirtschaftsforschungsinstitute einen leichten Rückgang auf +1,8 bis +2,2 %. Entlastet werden die Verbraucherinnen und Verbraucher unter anderem durch den Wegfall der Gasumlage und geringere Netzentgelte.
Stand Daten: 06.02.2026
Arbeitslosigkeit steigt auf über drei Millionen
Im Januar 2026 sind mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos gewesen. Verglichen mit Dezember 2025 stieg ihre Zahl um 177.000 auf 3,085 Millionen. Es ist die höchste Januar-Zahl seit 2014. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Punkte auf 6,6 %.
Die Arbeitslosigkeit steigt im Januar regelmäßig aus saisonalen Gründen. Zum Jahresende laufen viele befristete Arbeitsverträge aus und witterungsabhängige Branchen wie Bau, Landwirtschaft und Tourismus drosseln ihre Beschäftigung. Gute Aussichten haben Arbeitslose aktuell nicht. Es gibt nur wenig Dynamik am Arbeitsmarkt. Die Zahl der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten offenen Stellen sank auf 598.000 - 34.000 weniger als vor einem Jahr.
Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt auf Zehnjahreshoch
Die strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaft spiegeln sich unmissverständlich in einem dynamischen Insolvenzgeschehen wider. Wie aus der Jahresanalyse „Insolvenzen in Deutschland 2025“ der Creditreform Wirtschaftsforschung hervorgeht, stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um +8,3 % auf 23.900 Fälle – der höchste Stand seit 2014. Zwar fiel der Zuwachs geringer aus als in den Vorjahren (2023: +22,9 %, 2024: +22,5 %), dennoch ergibt sich im Vergleich zu 2022 ein Mehr von über 9.000 Fällen.
Mit Abstand am häufigsten betroffen waren Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten. In diesem Segment kam es laut Creditreform zu etwa 19.500 Insolvenzen – ein Plus von 8,9 % gegenüber dem Vorjahr. Damit entfielen 81,6 % aller Insolvenzen auf diese Gruppe. Besonders starke Zuwächse beim Insolvenzgeschehen zeigen sich vor allem im Verarbeitenden Gewerbe und im Handel. Hier nahmen die Fälle um jeweils über zehn Prozent zu.
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