Zurück zur Inhaltsseite

      Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 4.470 Milliarden Euro im Jahr 2025 ist Deutschland nach den Vereinigten Staaten und China und knapp vor Japan weiterhin die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und damit auch die größte Volkswirtschaft Europas. Perspektivisch wird jedoch erwartet, dass Indien an Japan und Deutschland vorbezieht. Insbesondere die Ausfuhr von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie chemischen Erzeugnissen machten Deutschland zur drittgrößten Exportnation der Welt. Mit 70 % trägt der Dienstleistungssektor den größten Teil zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes bei.


      Stand Daten: 08.05.2026

      auto_stories

      Umfrage belegt angespannte Lage – Zukunftsaussichten werden aber positiver bewertet

      Wirtschaftsmotor Osteuropa

      Live-Event & Networking über den Dächern von Berlin


      Aktuelle Insights im Mai 2026

      Regierung halbiert Wachstumsprognose auf +0,5 Prozent

      Die Bundesregierung rechnet wegen der Folgen des Iran-Kriegs für dieses Jahr nur noch mit einem Mini-Wachstum in Deutschland und halbiert ihre Konjunkturprognose. Erwartet wird nun ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von +0,5 % - im Januar 2026 hatte die Bundesregierung noch mit einem Plus von +1,0 % gerechnet. Die für dieses Jahr erwartete wirtschaftliche Erholung werde einmal mehr durch externe geopolitische Schocks ausgebremst. Der Krieg im Iran treibt die Preise für Energie und Rohstoffe in die Höhe, was die privaten Haushalte belastet und die Kosten für die deutsche Wirtschaft erhöht.

      Für 2027 erwartet die Bundesregierung ein Wachstum um +0,9 %. Allerdings hänge die weitere wirtschaftliche Entwicklung wesentlich von den Entwicklungen des Konfliktes im Nahen Osten ab und sei mit "erheblichen Ungewissheiten" verbunden.

      Auch die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich weiter verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex sank im April 2026 auf 84,4 Punkte, nach 86,3 im März 2026. Die Unternehmen blicken erheblich pessimistischer auf die kommenden Monate und bewerten auch ihre aktuelle Lage schlechter.

      Die Staatsquote, die den staatlichen Einfluss auf eine Volkswirtschaft anzeigt, ermittelt sich als Gesamtausgaben des Staates in Prozent des BIP. Diese betrug 2025 nach Angaben des EU-Kommission in Deutschland 50,2 % und ist damit gegenüber 2024 um 0,7 Prozentpunkte weiter angestiegen. Damit lag die Staatsquote leicht über dem EU-Durchschnitt von 49,6 %, aber deutlich über der Staatsquote anderer großer Volkswirtschaften, wie dem Vereinigten Königreich (46,9 %), Japan (41,3 %) und der USA (39,6 %).

      Die Einkommensteuer zuzüglich Sozialversicherungsbeiträgen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber für einen alleinstehenden Arbeitnehmer betrug nach Angaben der OECD im Jahr 2025 in Deutschland 49,3 %. Damit weist Deutschland unter allen 38 Mitgliedstaaten der OECD nach Belgien den zweithöchsten Steuersatz auf und liegt deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 35,1 %, was die Attraktivität Deutschlands als Investitionsstandort belastet. Auch in Ländern außerhalb der EU, wie Großbritannien (32,4 %) oder den USA (30,0 %) ist die Quote wesentlich niedriger.

      Die aktuellen Prognosen deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute und staatlicher Organisationen zur Entwicklung des BIP in Deutschland liegen zwischen +0,5 % und +1,2 % für das Kalenderjahr 2026 und zwischen +0,9 % und +1,6 % für 2027. Erkennbar ist auch, dass die jüngsten Prognosen der Monate März und April 2026 einen negativen Trend aufweisen, wohingegen die Prognosen in den Monaten November und Dezember 2025 noch von einem positiven Trend ausgingen:

      Konjunkturprognosen

      Stand Daten: 08.05.2026

      GDP growth

      Deutsche Exporte im März 2026 leicht gestiegen

      Die Exporte aus Deutschland sind im März 2026 trotz des Irankriegs im Vergleich zum Vormonat um +0,5 % gestiegen. Auch der Vergleich zum März 2025 fiel mit einem Zuwachs um +1,9 % positiv aus.

      Die Importe legten im März 2026 im Vergleich mit Februar 2026 um +5,1 % und im Vorjahresvergleich im Vergleich mit März 2025 um +7,2 % zu. Den Exporten im Wert von 135,8 Milliarden Euro stehen im März 2026 Importe im Wert von 121,5 Milliarden Euro gegenüber. Daraus ergibt sich für März 2026 ein Außenhandelsüberschuss von 14,3 Milliarden Euro nach 19,6 Milliarden Euro im Februar 2026.

      Der wichtigste Auslandsmarkt blieben die USA. Exporte im Wert von 11,2 Milliarden Euro bedeuteten aber einen Rückgang um -7,9 % im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber März 2025 beträgt der Rückgang sogar -21,4 %. Auch die Ausfuhren nach China gingen um -1,8 % zurück. Die deutschen Exporteure fanden ihre Kunden stattdessen vornehmlich innerhalb der EU (+3,4 % im Vergleich mit Februar 2026) und in Großbritannien (+3,2 %).

      Für das Gesamtjahr 2026 rechnet die Deutsche Industrie- und Handelskammer jedoch wegen des Irankriegs nur noch mit einer Stagnation der deutschen Exporte statt mit einem Plus von einem Prozent, wie zuvor erwartet.

      Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist im März 2026 gegenüber Februar 2026 saison- und kalenderbereinigt um -5,0 % gestiegen. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um +5,1 % höher als im Vormonat. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang im 1. Quartal 2026 um -4,1 % niedriger als im 4. Quartal 2025.

      Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im März 2026 gegenüber Februar 2026 saison- und kalenderbereinigt um -0,7 % gesunken. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion im 1. Quartal 2026 um -1,2 % niedriger als im 4. Quartal 2025.

      Trade volume

      Inflation steigt im April 2026 weiter auf 2,9 Prozent

      Der Preisschock infolge des Iran-Kriegs hat die Inflationsrate in Deutschland im April 2026 weiter nach oben getrieben. Die Verbraucherpreise lagen 2,9 % über dem Niveau des Vorjahresmonats - nach 2,7 % im März. So hoch lag die Inflation zuletzt im Januar 2024, über drei Prozent war die Rate zuletzt im Dezember 2023 mit 3,7 %. Haushaltsenergie und Sprit kosteten im April 2026 10,1 % mehr als ein Jahr zuvor. Schon im März 2026 hatte sich Energie in Deutschland rasant um 7,2 % verteuert.

      Durch die Straße von Hormus, über die normalerweise ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs abgewickelt wird, fließt derzeit kein Öl. Das sorgt für eine Verknappung, weshalb die Weltmarktpreise gestiegen sind. Weil teure Energie Produktions- und Transportkosten von Unternehmen steigen lässt, ist die Sorge groß, dass die Preise für Lebensmittel, Restaurantbesuche und Dienstleistungen ebenfalls anziehen.

      Für 2026 prognostizieren die Wirtschaftsforschungsinstitute aktuell eine durchschnittliche Inflationsrate von +2,0% bis +2,9 %:

      Inflationsprognose

      Stand Daten: 08.05.2026

      Inflation

      Arbeitslosenzahl verharrt oberhalb der Drei-Millionen-Marke

      Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt fällt weiterhin schwach aus. Im April 2026 waren bundesweit 3,008 Millionen Menschen als arbeitslos registriert. Gegenüber dem Vormonat bedeutet das nur einen geringen Rückgang - im März 2026 hatte die Zahl der Arbeitslosen bei 3,021 Millionen gelegen.

      Die Arbeitslosenquote lag im April 2026 im Vergleich zum März 2026 unverändert bei 6,4 %. Damit fiel der leichte Rückgang der Arbeitslosenzahl in diesem April schwächer aus als im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre für diesen Monat.

      Internationale Unsicherheiten belasten die wirtschaftliche Entwicklung. Unternehmen bleiben in der Folge bei Neueinstellungen zurückhaltend. Auch die schleichende Deindustrialisierung des deutschen Standorts und die daraus resultierenden Stellenstreichungen im produzierenden Gewerbe belasten den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig sorgt der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz dafür, dass insbesondere Bürojobs auf Einsteigerniveau wegfallen. Gerade für arbeitslose Menschen und für Berufseinsteiger ist die Aufnahme einer Beschäftigung daher schwierig. Jedoch bleibt das Risiko, aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos zu werden aufgrund des Arbeitsrechts, welches stark auf den Schutz der Beschäftigten ausgerichtet ist, im langjährigen Vergleich niedrig.

      Arbeitslosigkeit

      Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft im Jahr 2024 um 5 Prozent gestiegen

      Die öffentlichen Haushalte und der private Bereich haben im Jahr 2024 nach vorläufigen Berechnungen 426 Milliarden Euro für Bildung, Forschung und Wissenschaft in Deutschland ausgegeben. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) +21 Milliarden Euro beziehungsweise +5 % mehr als im Vorjahr. Der Anteil der Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg 2024 gegenüber dem Vorjahr leicht um +0,2 Prozentpunkte auf 9,8 %.

      Das Bildungsbudget der öffentlichen Haushalte und des privaten Bereichs belief sich 2024 insgesamt auf 305 Milliarden Euro (Anteil am BIP: 7,0 %), das waren +6 % mehr als im Vorjahr. Die Ausgaben von Unternehmen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen für Forschung und Entwicklung lagen 2024 bei 113 Milliarden Euro und damit +4 % höher als im Vorjahr. Für die sonstige Bildungs- und Wissenschaftsinfrastruktur (z.B. Bibliotheken oder Museen) wurden insgesamt 8 Milliarden Euro aufgewendet (+5 %).

      Erneuerbare Energien

      Eine Umfrage unter 400 CFOs internationaler Unternehmen in Deutschland belegen einen weiter fortschreitenden Abwärtstrend bei entscheidenden Standortfaktoren, lassen aber auch neue Geschäftsfelder erkennen. Im Rahmen unserer Studie „Business Destination Germany 2026“ analysieren wir die Zahlen und zeigen die wichtigsten Handlungsfelder auf.

      Unsere wichtigsten Studienergebnisse, Analysen und Einordnungen für strategische Adjustierungen zu den Schwerpunkten Geopolitik, künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit finden Sie in unserem Whitepaper From Fragmentation to Trusted Growth: What Matters for Leaders in 2026.

      Einblicke in die globalen Wachstumsaussichten, Chancen und Herausforderungen bietet der KPMG Global Navigator.

      Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage, generativer KI, ESG und weiteren aktuellen Themen zeigt ferner unser CEO Outlook 2025, für den 1.350 CEOs großer Unternehmen der ganzen Welt befragt wurden, darunter 125 CEOs in Deutschland.

      Eine Beurteilung deutscher Unternehmen hinsichtlich ihrer eigenen Zukunftsfähigkeit angesichts neuer Chancen und komplexer Aufgabenstellungen, ihre Investitionsvorhaben und Einschätzung zu Trends der nächsten Jahre zeigt zudem unser Future Readiness Monitor 2025, für den 570 Top-Entscheider:innen der deutschen Wirtschaft befragt wurden.

      Weitere interessante Inhalte für Sie

      Ihre Ansprechpersonen