Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 4.470 Milliarden Euro im Jahr 2025 ist Deutschland nach den Vereinigten Staaten und China und knapp vor Japan weiterhin die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und damit auch die größte Volkswirtschaft Europas. Insbesondere die Ausfuhr von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie chemischen Erzeugnissen machen Deutschland zur weltweit drittgrößten Exportnation. Mit 70 % trägt der Dienstleistungssektor den größten Teil zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes bei. Mit einem Anteil von rund 26 % leistet die Industrie in Deutschland einen vergleichsweisen hohen Beitrag zur Wirtschaftsleistung. In anderen europäischen Ländern wie Frankreich oder Großbritannien und auch in den USA sind es etwa 17 %, in China hingegen rund 38 %.
Stand Daten: 07.08.2026
Aktuelle Insights im August 2026
- Wirtschaftswachstum
- Exporte
- Inflation
- Arbeitslosigkeit
- Schwimmbadbesuch
Deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2026 minimal gewachsen
Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni um 0,2 % zum Vorquartal.
Zuletzt hatten die jüngsten Konjunkturdaten bereits alle nach oben gewiesen. Industrieaufträge, Produktion, Exporte, Baugenehmigungen und Einzelhandelsumsatz zogen jeweils an. In der Industrie sind die Auftragsbücher mittlerweile so gut gefüllt wie noch nie seit Beginn der Statistik 2015. Auch die Reichweite des Auftragsbestands liegt mit 8,9 Monaten auf Rekordniveau.
Große Risiken bleiben allerdings. So ist der Iran-Konflikt in den vergangenen Tagen wieder aufgeflammt und hat den Ölpreis zeitweise über die Marke von 100 Dollar je Fass getrieben. Die Konjunktur dürfte deshalb auch im zweiten Halbjahr unter den hohen Energiepreisen leiden. Hinzu kommen hohe US-Zölle und die zunehmende Konkurrenz durch China, etwa bei Autos und Maschinen. Auch das Niedrigwasser am Rhein kann Experten zufolge die deutsche Wirtschaftsleistung drücken.
Die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich im Juli erneut verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg auf 86,6 Punkte, nach 85,7 im Juni. Dies war auf deutlich bessere Erwartungen zurückzuführen, mit den laufenden Geschäften waren die Unternehmen hingegen etwas weniger zufrieden.
Die Staatsquote, die den staatlichen Einfluss auf eine Volkswirtschaft anzeigt, ermittelt sich als Gesamtausgaben des Staates in Prozent des BIP. Diese betrug 2025 nach Angaben der EU-Kommission in Deutschland 50,2 % und ist damit gegenüber 2024 um +0,7 Prozentpunkte weiter angestiegen. Damit lag die Staatsquote leicht über dem EU-Durchschnitt von 49,6 %, aber deutlich über der Staatsquote anderer großer Volkswirtschaften, wie dem Vereinigten Königreich (46,9 %), Japan (41,3 %) und den USA (39,6 %).
Die Einkommensteuer zzgl. Sozialversicherungsbeiträgen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber für einen alleinstehenden Arbeitnehmer mit Durchschnittseinkommen betrug nach Angaben der OECD im Jahr 2025 in Deutschland 49,3 %. Damit weist Deutschland unter allen 38 Mitgliedstaaten der OECD nach Belgien den zweithöchsten Steuer- und Abgabensatz auf und liegt deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 35,1 %, was die Attraktivität Deutschlands als Investitionsstandort deutlich belastet. Auch in Ländern außerhalb der EU, wie Großbritannien (32,4 %) oder den USA (30,0 %) ist die Quote wesentlich niedriger.
Die aktuellen Prognosen deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute und staatlicher Organisationen zur Entwicklung des BIP in Deutschland liegen zwischen +0,4 % und +0,9 % für das Kalenderjahr 2026 und zwischen +0,8 % und +1,4 % für 2027:
Stand Daten: 07.08.2026
Deutsche Exporte steigen im Juni auf Rekordwert
Die deutschen Exporte sind trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg im Juni auf einen Rekordwert gestiegen. Noch nie wurden in einem Monat kalender- und saisonbereinigt so viele Waren exportiert wie im Juni 2026. Insgesamt gingen Waren im Wert von 139,3 Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 0,9 % mehr als im Mai und 6,6 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Exporte haben damit den fünften Monat in Folge zugenommen und sich als Stütze für die schwächelnde deutsche Wirtschaft erwiesen.
Noch stärker als die Exporte wuchsen die Importe, die seit Mai um 4,4 % auf 123,9 Milliarden Euro zugelegt haben. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 8,4 % mehr.
Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich nur leicht verbessert. Das ifo-Barometer für die Exporterwartungen stieg im Juli 2026 auf -3,3 Punkte nach -3,6 Punkten im Juni.
Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist im Juni 2026 gegenüber Mai 2026 saison- und kalenderbereinigt um 3,1 % gestiegen. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um 0,5 % niedriger als im Vormonat. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von April bis Juni 2026 um 1,3 % höher als in den drei Monaten zuvor.
Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Juni 2026 gegenüber Mai 2026 saison- und kalenderbereinigt um 0,2 % gestiegen. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion von April bis Juni 2026 um 0,7 % höher als in den drei Monaten zuvor.
Inflation steigt im Juli auf 2,8 %
Nach dem Auslaufen des Tankrabatts ist die Inflation in Deutschland sprunghaft gestiegen. Im Juli lagen die Verbraucherpreise um 2,8 % über dem Niveau des Vorjahresmonats.
Im Mai und im Juni hatte die Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um knapp 17 Cent pro Liter den Preisauftrieb gedämpft. Die Inflationsrate sank bis auf 2,3 % im Juni. Noch im April hatte der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs die Teuerungsrate mit 2,9 % auf den höchsten Stand seit Januar 2024 getrieben.
Nach wie vor lastet der nicht beendete Iran-Krieg auf den Energiemärkten: Zwischenzeitlich lag der Ölpreis erneut über der Marke von 100 US-Dollar je Barrel, ging dann aber wieder zurück. Weil viele Erzeuger höhere Energiekosten nach und nach auf ihre Preise aufschlagen, könnten etwa Nahrungsmittel in den kommenden Monaten noch teurer werden.
Für 2026 prognostizieren die Wirtschaftsforschungsinstitute aktuell eine durchschnittliche Inflationsrate von +2,6 % bis +3,1 %, für 2027 eine Teuerung von +2,0 % bis +3,0 %:
Stand Daten: 07.08.2026
Zahl der Arbeitslosenzahl steigt im Juli über drei Millionen
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli im Vergleich zum Vormonat um 71.000 gestiegen und hat mit 3,007 Millionen Menschen die Drei-Millionen-Marke überschritten. Die Zahl liegt damit um 28.000 höher als im Juli 2025. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 6,4 %. 1,108 Millionen Menschen haben im Juli Arbeitslosengeld erhalten. Das sind 107.000 mehr als ein Jahr zuvor.
Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung nehmen vor allem aus jahreszeitlichen Gründen im Juli spürbar zu, so die Bundesagentur für Arbeit. Insgesamt setzt sich am Arbeitsmarkt jedoch die schwache Entwicklung der letzten Monate fort.
Schwimmbadbesuch im Juni 2026 um 3,6 % teurer als ein Jahr zuvor
In der Sommerhitze suchen viele Abkühlung im Schwimmbad. Im Vorjahresvergleich ist der Besuch jedoch teurer geworden: Im Juni 2026 kostete der Besuch eines Schwimmbads 3,6 % mehr als ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im selben Zeitraum um 2,3 %.
Neben dem Ticket für ein Freibad oder ein Hallenbad braucht es für einen Badetag auch eine gewisse Ausrüstung – für ausgewählte Waren wurden günstigere Preise gegenüber dem Vorjahresmonat beobachtet: So kosteten beispielsweise Sonnenschirme zuletzt 0,7 % weniger als im Juni 2025. Sport- oder Badebekleidung für Damen war im Juni 2026 um 1,1 % günstiger als ein Jahr zuvor, Sport- oder Badebekleidung für Herren kostete 1,7 % weniger.
Eine Befragung von 400 CFOs der größten internationalen Unternehmen in Deutschland aus den wichtigsten Investorenländern belegen einen weiter fortschreitenden Abwärtstrend bei entscheidenden Standortfaktoren, zeigen aber auch Standortstärken sowie neue Geschäftsfelder. Im Rahmen unserer Studie „Business Destination Germany 2026“ analysieren wir die Zahlen und zeigen die wichtigsten Handlungsfelder auf.
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Eine Beurteilung deutscher Unternehmen hinsichtlich ihrer eigenen Zukunftsfähigkeit angesichts neuer Chancen und komplexer Aufgabenstellungen, ihre Investitionsvorhaben und Einschätzung zu Trends der nächsten Jahre zeigt zudem unser Future Readiness Monitor 2025, für den 570 Top-Entscheider:innen der deutschen Wirtschaft befragt wurden.
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