Die EZB führt erstmalig einen Cyber Resilience Stress Test in 2024 bei EZB regulierten Banken durch. Das Ziel ist, die operationale Widerstandsfähigkeit der Kernbankensysteme eines Instituts gegen ein schwerwiegendes, aber plausibles Cybersicherheitsereignis zu bewerten. Der Test ist zweistufig aufgebaut. In dem vereinfachten Ansatz, müssen alle Institute innerhalb von zwei Monaten einen Fragebogen ausfüllen, entsprechende Nachweise erbringen und eine Cyber Incident Meldung an die EZB abgeben. In dem vertieften Ansatz, der 20 ausgewählte Institute betrifft, ist ein Wiederherstellungstest für das Cyberszenario nachzuweisen und es findet eine zweimonatige Vor-Ort Validierung der Nachweise statt.
Die EZB hat ihre aufsichtlichen Erwartungen den Banken in einem Workshop am 3. Juli 2023 zur Konsultation mitgeteilt. Banken können ihr Feedback bis zum 15. August 2023 der EZB melden. Der Cyber Resilience Stress Test beginnt am 2. Januar 2024 und endet für den vereinfachten Ansatz am 29. Februar 2024 mit der Abgabe des Fragebogens und der Nachweise. Die anschließende vertiefte Vor-Ort Validierung endet am 30. April 2024.
Das Bestehen des EZB Cyber Resilience Stress Test erfordert die funktionsübergreifende Zusammenarbeit verschiedener 1st, 2nd und 3rd LoD Einheiten in den Bereichen IT-SCM, BCM, IT, Informationssicherheit, Auslagerungsmanagement und in den Geschäftsbereichen. Der Cyber Resilience Stress Test ist End-to-End ausgelegt und erfordert die Einschätzung des ökonomischen Verlustes sowie den Einbezug der (IT-) Dienstleister. Die Nachweise gehen über die Anforderung an die schriftlich fixierte Ordnung hinaus und umfassen beispielsweise Pläne und Tests für die Geschäftskontinuität sowie Reaktion und Wiederherstellung sowie interne Kontrollprozesse und Ergebnisse für IKT- und Sicherheitsrisiken.