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      Die Bedeutung von Cyber Governance, Risk & Compliance (Cyber GRC) nimmt sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor kontinuierlich zu. Mit der steigenden Anzahl und zunehmenden Komplexität von Cyberangriffen stehen Organisationen branchenübergreifend vor der Herausforderung, ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber digitalen Bedrohungen nachhaltig zu stärken.

      Während Unternehmen insbesondere finanzielle Schäden vermeiden, ihre Reputation schützen und regulatorische Anforderungen – etwa aus dem NIS‑2‑Umsetzungsgesetz – zu erfüllen haben, rücken im öffentlichen Sektor der Schutz sensibler Bürgerdaten, die Absicherung staatlich relevanter Infrastrukturen sowie die Aufrechterhaltung der staatlichen Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit in den Fokus. In beiden Kontexten gewinnt die Wahrung digitaler Souveränität zunehmend an strategischer Bedeutung.

      Robustes und integriertes Cyber‑GRC‑Framework ist entscheidend

      Vergangene Sicherheitsvorfälle zeigen deutlich, dass ein robustes und integriertes Cyber‑GRC‑Framework entscheidend ist, um Schäden wirksam vorzubeugen und deren Auswirkungen zu begrenzen. Unsere Methodik befähigt Organisationen, eine ganzheitliche Cyberstrategie zu entwickeln, tragfähige Governance‑Modelle zu etablieren und relevante Risiken systematisch zu identifizieren, um gezielte und wirksame Cybersecurity‑Maßnahmen abzuleiten. Auf diese Weise wird eine nachhaltige Resilienz gegenüber aktuellen und zukünftigen Bedrohungen geschaffen, die es ermöglicht, proaktiv auf neue Herausforderungen zu reagieren und zugleich langfristige Kosten durch Cybervorfälle oder regulatorische Sanktionen zu vermeiden.

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      Cyber GRC – Reifegradanalyse und Strategieentwicklung

      KPMG verfolgt einen mehrstufigen Ansatz, der strategische Ausrichtung und operative Umsetzung verbindet.

      Durch die Kombination von CMA und CRQ entsteht eine ganzheitliche, datenbasierte Bewertung des Cyber-Reifegrades – inklusive klar priorisierter Maßnahmen auf Basis eines fundierten Kosten-Nutzen-Verhältnisses als optimale Vorbereitung auf eine mögliche Zertifizierung.

      • Target Operating Model

        Das Cyber-GRC-Framework erfordert eine klar definierte Strategie, basierend auf einem Target Operating Model, ausgerichtet auf Geschäftsziele oder hoheitliche Aufgaben einer Organisation, und optional eine Zertifizierung.

      • Governancestrukturen

        Im nächsten Schritt werden Governancestrukturen geschaffen, etwa durch die Einführung des Drei-Linien-Modells und RASCI, um Rollen und Verantwortlichkeiten klar zu definieren. Dabei werden Bedrohungslage und unternehmensspezifische Anforderungen von Beginn an berücksichtigt.

      • Strategieentwicklung

        Die Strategieentwicklung startet mit einer Status-Quo-Analyse, die in der Regel durch Strategie-Workshops und ein Cyber Maturity Assessment (CMA) unterstützt werden kann. Das CMA bewertet den Reifegrad der Sicherheitsprozesse, schafft Transparenz und bildet die Grundlage für eine zielgerichtete Roadmap. CMA kann sowohl am Anfang als Startpunkt für die Strategieentwicklung dienen, ist aber auch jederzeit flexibel einsetzbar – etwa vor Zertifizierungen (z.B. ISO 27001) oder zur Reifegradanalyse bestehender Prozesse.

      • Quantitatives Risikomanagement

        Ergänzend erlaubt das quantitative Risikomanagement, etwa durch Cyber Risk Quantification (CRQ), Risiken in konkrete finanzielle Auswirkungen zu übersetzen. Mithilfe des KPMG‑internen Cyber-Risk-Insights-Tools (CRI) können Organisationen Investitionen gezielt dort priorisieren, wo sie den größten Beitrag zur Risikoreduktion, zur Sicherung der Wertschöpfung oder zur Wahrung der staatlichen Handlungsfähigkeit leisten.

      Durch die Kombination von CMA und CRQ entsteht eine ganzheitliche, datenbasierte Bewertung des Cyber-Reifegrades – inklusive klar priorisierter Maßnahmen auf Basis eines fundierten Kosten-Nutzen-Verhältnisses als optimale Vorbereitung auf eine mögliche Zertifizierung.


      Wie das Management von Cyber GRC in der Praxis abläuft

      Nach Abschluss der Strategieentwicklung rückt die operative Umsetzung in den Mittelpunkt. Unsere Expertinnen und Experten unterstützen Organisationen dabei mit modularen Arbeitspaketen entlang aller Phasen eines ganzheitlichen Cyber‑GRC‑Frameworks – von der strukturellen Verankerung bis zur nachhaltigen operativen Befähigung. 
       

      • ISMS als zentrales Steuerungsinstrument

        Ein zentrales Element bildet dabei die Implementierung eines Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS), das sowohl in unternehmerischen als auch in staatlichen Kontexten die Grundlage für ein belastbares Sicherheits‑ und Compliance‑Management schafft.

        Im Kern adressiert ein ISMS die systematische Identifikation, Bewertung und Steuerung von Risiken. Qualitative Risikomanagementansätze stellen dabei die schutzwürdigen Assets in den Fokus und ermöglichen eine fundierte Einschätzung von Bedrohungen und Schwachstellen – sei es mit Blick auf geschäftskritische Prozesse, digitale Produkte oder staatliche Kernaufgaben.

      • Cyber Supply Chain Risk Management

        Zunehmend an Bedeutung gewinnt auch das Cyber Supply Chain Risk Management (C-SCRM). Angesichts komplexer Lieferketten, ausgelagerter IT‑Leistungen und vernetzter Ökosysteme entstehen Cyberrisiken häufig außerhalb der eigenen Organisation. Sowohl Unternehmen als auch öffentliche Einrichtungen profitieren hier von klaren Governance‑Strukturen, definierten Kontrollmechanismen und transparenter Steuerung, um Risiken aus Abhängigkeiten zu minimieren und regulatorische Anforderungen zuverlässig einzuhalten. 

      • Incident Management und Reaktionsfähigkeit

        Parallel dazu rückt ein leistungsfähiges Cyber Security Incident Management stärker in den Fokus. Die Fähigkeit, Sicherheitsvorfälle frühzeitig zu erkennen, strukturiert zu bewältigen und deren Auswirkungen zu begrenzen, ist entscheidend – unabhängig davon, ob wirtschaftliche Schäden, Reputationsverluste oder Beeinträchtigungen kritischer staatlicher Funktionen im Raum stehen. Dazu gehört auch die rechtskonforme Erfüllung von Meldepflichten gegenüber Aufsichts‑ und Sicherheitsbehörden.

      • Reporting und Steuerung (KPI/KRI)

        Um die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen dauerhaft sicherzustellen, ist ein strukturiertes Reporting unverzichtbar. Durch den Einsatz von Key Performance Indicators (KPI) und Key Risk Indicators (KRI), beispielsweise in Form eines CISO‑Dashboards, erhalten Entscheidungsträger:innen eine ganzheitliche Sicht auf den Reifegrad ihres Cyber‑GRC‑Ansatzes – als fundierte Grundlage für strategische Steuerung, Priorisierung und kontinuierliche Verbesserung.

      • Technologische Umsetzung und Tools

        Die technische Umsetzung erfolgt in führenden Plattformen wie ServiceNow oder Archer. Öffentliche Organisationen hingegen bevorzugen GRC-Tools, die standardmäßig Anforderungen des IT-Grundschutz berücksichtigen. Es bietet sich an Tools zu implementieren, die sich nahtlos in die bestehende Toollandschaft mit passenden Schnittstellen einfügen, um z.B. Ticketing, Asset Management oder andere anzubinden. Nach erfolgreicher Implementierung übergeben unsere Teams die Lösungen in den operativen Betrieb, sodass Organisationen ihre Cyber‑GRC‑Prozesse eigenständig, skalierbar und nachhaltig weiterführen können.

      • Compliance und regulatorische Anforderungen

        Ein integraler Bestandteil des Ansatzes ist außerdem die Compliance‑Dimension. Regulatorische Anforderungen wie NIS‑2, Datenschutzvorgaben (DSGVO) oder branchenspezifische Standards werden nicht nur erfüllt, sondern nachvollziehbar und prüfungssicher umgesetzt. Klare Richtlinien, regelmäßige Audits und ein konsistentes Reporting helfen dabei, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und Risiken aus Sanktionen oder Haftung zu vermeiden.

      • Standards und Zertifizierungen

        Je nach Zielbild und regulatorischem Umfeld kommen dabei etablierte Standards und Best Practices wie BSI IT‑Grundschutz, ISO 27001, ISO 22301TISAX, ISO 27002, NIST CSF, ISF Standard of Good Practice oder ENISA‑Leitlinien zur Anwendung. Das Ergebnis ist ein zertifizierungsfähiges ISMS, das Risiken transparent macht, Cyberbedrohungen wirksam reduziert und eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Sicherheit, Governance und Resilienz ermöglicht.

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