Immer mehr Fachbereiche entwickeln mit generativer KI eigene Anwendungen – oft ohne klare Regeln für Daten, Qualität und Betrieb. Dieses sogenannte Vibe Coding beschreibt einen neuen Ansatz der Softwareentwicklung: Anwendungen entstehen nicht mehr durch manuelles Programmieren, sondern indem Anforderungen in natürlicher Sprache formuliert und von KI direkt in Code übersetzt werden. So entsteht eine neue Form von Schatten‑IT, die sich schneller verbreitet und schwerer kontrollieren lässt. Warum entstehen immer mehr Anwendungen außerhalb der IT?
Wenn der Bedarf hoch ist und etablierte IT‑Prozesse zu lange dauern, entstehen Lösungen häufig direkt im Fachbereich.
Früher waren das Excel‑Modelle, Makros oder kleine Datenbanken. Viele dieser Lösungen wurden schrittweise geschäftskritisch – oft ohne saubere Berechtigungen, ohne Monitoring und ohne klares Betriebsmodell.
Heute passiert im Kern dasselbe – nur deutlich schneller. Mit generativer KI lassen sich Anwendungen, Skripte oder automatisierte Workflows mit wenigen Eingaben erstellen. Die Einstiegshürde sinkt deutlich, während die Geschwindigkeit der Entwicklung zunimmt.
Das Ergebnis: Immer mehr fachlich getriebene Lösungen entstehen parallel – aber ohne ausreichende Transparenz und ohne klare Leitplanken für einen stabilen und sicheren Betrieb.