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      Private-Equity-Organisationen setzen 2026 mehr denn je auf den strategischen Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). In einem anspruchsvollen Marktumfeld, das von makroökonomischen Unsicherheiten, Effizienzdruck und steigenden Erwartungen von Investoren bestimmt wird, gewinnt KI weiter an Bedeutung als Hebel für Wertsteigerung, operative Exzellenz und Kosteneffizienz. Das belegt auch die aktuelle Ausgabe unseres englischsprachigen AI Quarterly Pulse Surveys, der die Zahlen und Entwicklungen bei künstlicher Intelligenz im Asset Management und in Private-Equity-Organisationen für das letzte Quartal des vergangenen Jahres analysiert.  

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      AI Quarterly Pulse Survey - Ausgabe Q4 2025

      Asset Management & Private Equity

      Signifikante Investitionsbereitschaft – auch in einem herausfordernden Umfeld

      Die für den Report befragten US-Führungskräfte planen im Durchschnitt 101 Millionen US-Dollar in KI innerhalb der nächsten zwölf Monate zu investieren.

      Bemerkenswert ist hierbei, dass 78 Prozent der Private Equity Leader KI selbst dann als Top-Investitionspriorität sehen, wenn es in den kommenden Monaten zu einer Rezession kommen sollte.

      Gleichzeitig rückt die Frage nach messbarem Mehrwert in den Fokus: 40 Prozent der Befragten erwarten einen klaren Return on Investment bereits innerhalb der nächsten zwölf Monate, 53 Prozent innerhalb von 12 bis 24 Monaten.

      Makroökonomie und Effizienzdruck prägen die KI-Agenda

      Die drei wichtigsten Einflussfaktoren auf KI-Strategien in den kommenden sechs Monaten:

      • Makroökonomische Entwicklungen wie beispielsweise BIP-Wachstum, Inflation oder Zölle (69 Prozent),
      • Druck zur Wertdemonstration gegenüber Investoren (68 Prozent),
      • Kosteneffizienz und Automatisierungsbedarf (55 Prozent).

      Unternehmen sollten ihre KI‑Roadmaps künftig noch konsequenter an diesen drei Dimensionen ausrichten, um ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.

      AI Agents im Trend – aber mit klaren Sicherheitsleitplanken

      Unternehmen bewegen sich von der Experimentierphase hin zu produktivem KI-Einsatz: 68 Prozent der befragten Unternehmen pilotieren AI Agents, 24 Prozent setzen sie bereits produktiv ein. 

      Besonders häufig kommen KI-Systeme in internen Bereichen wie Risk, Finance und IT zum Einsatz, nämlich bei 63 bis 65 Prozent der Befragten. Gleichzeitig herrscht Vorsicht:

      • 76 Prozent setzen auf Agenten etablierter sowie vertrauenswürdiger Technologieanbieter,
      • 56 Prozent verweigern Zugriff auf sensible Daten ohne menschliche Aufsicht,
      • 51 Prozent bevorzugen generell „Human-in-the-loop“-Modelle statt voller Autonomie.

      Herausforderungen: Vertrauen und Infrastruktur

      Trotz hoher Investitionsbereitschaft findet die Monetarisierung von KI mit Verzögerung statt – 47 Prozent der Befragten sehen keinen Return on Investment innerhalb der nächsten 24 Monate.

      Als wichtigste Hemmnisse nennen die Befragten die Komplexität der Systeme (63 Prozent), niedriges Vertrauen in die Genauigkeit von KI-Ergebnissen (53 Prozent) und fehlende interne Infrastruktur zur Unterstützung der Implementierung (40 Prozent).

      Viele Unternehmen sind zwar entschlossen, in KI zu investieren, können die volle Wertschöpfung jedoch erst dann realisieren, wenn die strukturellen und technischen Voraussetzungen für Vertrauen, Skalierbarkeit und operative Verankerung geschaffen sind.

      Talentmarkt im Wandel: Neue Skills und Rollen sind gefragt

      Der Bedarf an qualifiziertem KI-Personal steigt rasant und fast drei Viertel der befragten Unternehmen zahlt sechs bis zehn Prozent höhere Gehälter für ausgeprägte KI-Skills. Zudem plant rund die Hälfte der Befragten Investitionen zwischen 5,0 und 9,9 Millionen US-Dollar in den nächsten 12 Monaten für den Aufbau neuer Rollen wie KI-Entwickler:innen und KI-Expert:innen.

      Auch die Recruiting-Strategien verändern sich:

      • 71 Prozent der Private-Equity-Führungskräfte ändern ihren Ansatz beim Recruiting von Berufseinsteigenden und
      • 54 Prozent passen ihre Strategien bei erfahrenen Talenten an.

      Talentakquise und -entwicklung werden zu zentralen Voraussetzungen für nachhaltige KI-Skalierung.

      KI als zunehmender Werthebel für Private Equity

      Insgesamt zeigen die Ergebnisse unserer Befragung, dass Unternehmen im Private‑Equity‑Umfeld künstliche Intelligenz als klaren strategischen Hebel begreifen. Sie investieren, richten ihre Roadmaps stärker an Markt‑ und Effizienzdruck aus, treiben den Einsatz von KI voran und bauen gezielt entsprechende Kompetenzen auf. Die Realisierung messbarer Wertschöpfung bleibt anspruchsvoll und erfordert weitere Investitionen in Vertrauen, Infrastruktur und Talent.

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      Partner, Deal Advisory, Private Equity, Global Private Equity Advisory Leader

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