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      Künstliche Intelligenz (KI) ist in Vorständen, Aufsichtsräten und Führungsgremien längst ein strategisches Dauerthema. Investor:innen erwarten sichtbare Fortschritte, Kund:innen fordern hochwertige digitale Erlebnisse, und Wettbewerber nutzen KI zunehmend als Differenzierungsmerkmal. Zudem bleibt die Unsicherheit hoch: Wo entsteht echter Mehrwert? Welche Investitionen zahlen sich aus? Und wie lassen sich Produktivitätspotenziale skalieren, ohne Governance oder Compliance-Risiken zu erhöhen?

      In vielen Unternehmen steht einer hohen Bereitschaft zum Einsatz von KI eine begrenzte erzielte Wirkung gegenüber. Pilotprojekte zeigen zwar punktuelle Erfolge, verlieren aber an Dynamik, sobald skalierbare Strukturen fehlen. Erfolgreiche Organisationen hingegen verstehen KI nicht als Inseltechnologie, sondern als integralen Bestandteil ihres Betriebsmodells.

      Frontier Firms als Organisationsmodell Frontier Firms – jene Vorreiter, die Microsoft als „human-led, AI agent‑operated“ beschreibt – folgen einem Organisationsprinzip, bei dem menschliches Urteilsvermögen und KI‑gestützte Prozessausführung klar voneinander abgegrenzt sind.Menschen setzen Ziele, treffen Entscheidungen und tragen Verantwortung. KI‑Agenten analysieren Daten, orchestrieren Abläufe und führen mehrstufige Prozesse über Systeme hinweg aus. Durch dieses Zusammenspiel entsteht ein neues Arbeitsmodell:

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      Technologie übernimmt operative Schritte und systemische Koordination

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      Mitarbeitende konzentrieren sich auf Bewertung, Priorisierung und Verantwortlichkeit

       
      Frontier Firms unterscheiden sich nicht durch den Einsatz einzelner Tools, sondern durch eine grundlegende Neugestaltung ihrer Wertschöpfungslogik und operativen Mechanik. Dieses Modell richtet sich nicht nur an digitale Vorreiter, sondern ist ein praktikabler Ansatz für die Unternehmen, die KI bewusst, skalierbar und verantwortungsvoll einführen wollen.

      Wertlogik statt Technologiefokus

      In vielen Organisationen herrscht derzeit hohe Aktivität rund um KI, während die tatsächliche Wertschöpfung häufig begrenzt bleibt. Initiativen scheitern dabei weniger an technologischen Voraussetzungen als an fehlender Wertlogik und mangelnder Skalierbarkeit. 

      Frontier Firms  richten KI‑Initiativen an klar definierten Anwendungsfällen aus, die auf Geschäftsergebnisse, Kosteneffizienz oder Risikoreduktion einzahlen. Der erwartete Wert wird quantifiziert, geeignete KPIs werden definiert und erst anschließend wird eine Technologieentscheidung getroffen.

      Ein Beispiel hierfür ist Vodafone: Nach einem erfolgreichen Piloten wurden die Rollen und Prozesse identifiziert, in denen KI den größten Mehrwert bietet. Auf dieser Basis konnte Microsoft Copilot für 68.000 Mitarbeitende ausgerollt werden. 

      Arbeitsprozesse und Rollenverteilung Sobald der Wert definiert ist, stellt sich die Frage, wie Arbeitsprozesse gestaltet sein müssen, um den erwarteten Nutzen realisierbar zu machen. Ohne Anpassung von Rollen, Zuständigkeiten und Arbeitsabläufen bleibt KI häufig isoliert.

      Frontier Firms verstehen KI daher als Bestandteil der Arbeitsgestaltung und nicht als reine Technologieimplementierung. KI‑Agenten übernehmen Analyse, Koordination und Routineprozesse über Systemgrenzen hinweg. Mitarbeitende fokussieren sich auf Entscheidungsfindung und Ergebnisverantwortung.Auch Kundenprojekte folgen diesem Muster: Beim australischen Telekommunikationsanbieter Telstra wurde ein KI‑basierter Compliance‑Prozess mit über 20.000 risikobasierten Kontrollen entwickelt . Damit konnte sich das Team auf hochriskante Entscheidungen konzentrieren – ein klarer Produktivitätsgewinn und ein Beitrag zu höherer strategischer Steuerungssicherheit.

      Governance als Voraussetzung für SkalierungProduktivitätsgewinne lassen sich nur skalieren, wenn Vertrauen in den KI-Einsatz besteht. Dafür sind Transparenz, Zuverlässigkeit und Sicherheit erforderlich – verankert in einem robusten Governance‑Modell. Wird Governance-erst nachgelagert berücksichtigt, entstehen Unsicherheiten bei Führungskräften und Mitarbeitenden.

      Frontier Firms integrieren Governance daher frühzeitig  und definieren Rahmenbedingungen über den gesamten KI‑Lebenszyklus hinweg. Ziel ist kein Mehr an Kontrolle, sondern ein klarer Ordnungsrahmen, der Teams befähigt, neue Anwendungsfälle sicher und selbstbewusst anzugehen 

      Auf Basis der beschriebenen Muster von Frontier Firms lassen sich drei klare Handlungsempfehlungen ableiten:

      Konkrete Handlungsempfehlungen für Führungskräfte

      Auf Basis der beschriebenen Muster von Frontier Firms lassen sich drei klare Handlungsempfehlungen ableiten:

      • Wert konsequent vor Technologie stellen

        Fokussieren Sie sich auf wenige Anwendungsfälle mit klar messbarem Geschäftsnutzen. Definieren Sie den erwarteten Wert und geeignete KPIs, bevor Technologieentscheidungen getroffen werden. Projekte ohne klar formulierten Nutzen lassen sich in der Regel nicht wirksam skalieren

      • Arbeitsprozesse gezielt neu gestalten

        Verstehen Sie KI als Bestandteil der Arbeitsgestaltung. Legen Sie klar fest, welche Aufgaben, Entscheidungen und Verantwortlichkeiten bei Mitarbeitenden verbleiben und wo KI‑Agenten Prozesse unterstützen oder übernehmen. Nur so entsteht nachhaltige Akzeptanz und Wirkung im operativen Betrieb.

      • Governance frühzeitig integrieren

        Schaffen Sie von Beginn an transparente Leitplanken für den verantwortungsvollen KI‑Einsatz. Ein klar definierter Governance‑Rahmen stärkt Vertrauen, reduziert Unsicherheiten und bildet die Grundlage für skalierbare Produktivitätsgewinne.

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