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      Wie können Unternehmen Geschäftsprozesse schneller, einfacher und effizienter digitalisieren? Low-Code-/No-Code-(LCNC)-Plattformen wie die Microsoft Power Platform liefern die Antwort. Nach Einschätzung von Gartner werden im Jahr 2025 etwa 70 Prozent der neu entwickelten Geschäftsanwendungen auf LCNC-Plattformen basieren1. Die Kombination mit künstlicher Intelligenz (KI) wirkt dabei besonders vielversprechend: Laut einer aktuellen KPMG-Studie geben 88 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie großes Interesse an der Verknüpfung von KI und Low Code haben2.

      Unternehmen, die bereits erste Erfahrungen mit der Microsoft Power Platform gemacht haben, erkennen schnell ihr enormes Potenzial: Als eine der führenden Low-Code-/No-Code(LCNC)-Plattformen ermöglicht sie, komplexe Geschäftsprozesse effizient zu automatisieren, Daten in wertvolle Erkenntnisse zu verwandeln und maßgeschneiderte Anwendungen ohne tiefgehende Programmierkenntnisse zu entwickeln.

      Potenzial sicher und vollumfänglich ausschöpfen

      Mit der Integration von KI in die Microsoft Power Platform eröffnen sich nun weitere Möglichkeiten, die den Nutzen der Plattform zusätzlich steigern. Allerdings entstehen neben diesem Potenzial auch Herausforderungen, die nicht unterschätzt werden dürfen. Ein Center of Excellence (CoE) kann dabei unterstützen, dieses Potenzial sicher und vollumfänglich auszuschöpfen.

      Auf dieser Themenseite erfahren Sie, welche Herausforderungen und Chancen sich für ein CoE für die Power-Plattform im Rahmen der KI-Revolution ergeben und wie Sie es bestmöglich vorbereiten können.

      Die Microsoft Power Platform gehört zu den führenden LCNC-Plattformen und steht insbesondere für eine Demokratisierung und Skalierung der Softwareentwicklung im Unternehmen. Sie ermöglicht Fachbereichen, digitale Lösungen direkt dort zu entwickeln, wo sie benötigt werden – unterstützt durch die Expertise eines CoE. Mit über 1.000 vordefinierten Konnektoren überzeugt sie zudem als Integrationsplattform, die es ermöglicht, unterschiedlichste Systeme und Datenquellen miteinander zu verbinden.

      Die Einbindung von KI erweitert diese Möglichkeiten beträchtlich:  So bietet die Plattform einsatzbereite KI-Komponenten, etwa zur Textgenerierung, Bilderkennung und Dokumentenklassifikation, und unterstützt in zunehmendem Maße auch die Implementierung von Lösungen mittels natürlicher Sprache.

      Diese Entwicklungen vergrößern nicht nur den Funktionsumfang der umgesetzten Applikationen und Workflows, sondern machen die Plattform gerade auch für Mitarbeitende in Fachbereichen zugänglicher. Dadruch erhöht sich die Entwicklungsgeschwindigkeit – zugleich wächst jedoch der Bedarf, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, um eine sichere und regelkonforme Nutzung der Power Platform sicherzustellen.

      Die Kombination aus leicht zugänglicher LCNC-Plattform und KI stellt also nicht nur technische, sondern auch strategische Anforderungen an IT-Entscheider:innen und Führungskräfte, die sicherstellen müssen, dass ihre Plattform-Investitionen langfristig sicher und erfolgreich sind.

      Beispiel aus der Praxis: Telekom Mobility Solutions

      KPMG hat Telekom Mobility Solutions (TMS) bei der Implementierung von Low-Code-Lösungen auf der Microsoft Power Platform unterstützt. Das Center of Excellence fungiert nun als Partner und Enabler der Citizen Developer, indem es Mitarbeitende ohne Programmierkenntnisse befähigt, eigenständig digitale Lösungen zu entwickeln. Durch gezielte Workshops und Trainings vermittelt das CoE den Mitarbeitenden die notwendigen Fähigkeiten zur Nutzung der Low-Code-Technologie, fördert die Identifikation neuer Anwendungsfälle und trägt zur schnellen und flexiblen Digitalisierung von Prozessen bei.

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      Mit Low-Code Apps selbst entwickeln – ohne Programmierkenntnisse

      Um nachzuvollziehen, welches Potenzial in der Integration von KI in LCNC-Plattformen liegt, ist ein Verständnis der grundlegenden Ansätze und Entwicklungen in diesem Umfeld hilfreich:

      • LCNC-Plattformen demokratisieren die Softwareentwicklung, indem sie IT-affinen Fachanwender:innen ermöglichen, selbstständig digitale Lösungen zu entwickeln.

        LCNC-Plattformen basieren auf visueller Programmierung, vorgefertigten Komponenten und einer einfachen Formelsprache.

        So ermöglicht die Microsoft Power Platform Entwickler:innen, durch den Einsatz generativer KI, Software auf intuitive Art und Weise zu entwickeln. Statt klassischer Programmiersprachen können Nutzer:innen mittlerweile mit natürlichsprachlichen Beschreibungen in die Entwicklung einsteigen – etwa indem sie angeben, dass sie eine App zur Fahrtenbuch-Dokumentation benötigen oder einen Chatbot, der interne IT-Anfragen automatisiert beantwortet und bei Bedarf weiterleitet. Die Plattform interpretiert solche Anforderungen kontextbasiert und generiert daraufhin erste funktionsfähige Anwendungen oder Automatisierungen. Das beschleunigt nicht nur den Entwicklungsprozess erheblich, sondern macht ihn auch für Personen zugänglicher, die nicht über tiefgehende Programmierkenntnisse verfügen.

      • LCNC-Plattformen machen den Einsatz von KI-Funktionen für alle Entwickler:innen einfach zugänglich.

        Mit der Bereitstellung einsatzbereiter KI-Komponenten und einfacher Integration ermöglichen LCNC-Plattformen Entwickler:innen den Einsatz von künstlicher Intelligenz, ohne dass tiefgehendes Fachwissen notwendig ist.

        Die Microsoft Power Platform etwa bietet mit dem AI Builder eine Reihe von KI-Funktionen an, die einfach trainiert und in verschiedene Lösungen integriert werden können. Eng verzahnt hiermit ist Microsoft Copilot Studio, ein weiteres Werkzeug der Microsoft Power Platform. Copilot Studio erlaubt sowohl professionellen Entwickler:innen als auch IT-affinen Mitarbeitenden aus den Fachbereichen die Erstellung sogen

      • KI ermöglicht die Nutzung natürlicher Sprache als Entwicklungswerkzeug.

        Der Einsatz generativer KI in der Softwareentwicklung stellt eine logische Weiterentwicklung des „No-Code“-Ansatzes dar. KI kann nicht nur in die erstellten Lösungen integriert werden, sondern ermöglicht auch die Verwendung eines Entwicklertools, das für alle zugänglich ist: die natürliche Sprache. Das leistet der Demokratisierung der Softwareentwicklung weiteren Vorschub.

        So ermöglicht die Microsoft Power Platform Entwickler:innen, durch den Einsatz von Natural Language Processing (NLP) und generativer KI, Software auf intuitive Art und Weise zu entwickeln. Anstatt traditioneller Programmiersprachen können Anwendungen, Workflows und Agenten nun durch natürlichsprachliche Beschreibungen erstellt werden. Dies beschleunigt nicht nur den Entwicklungsprozess erheblich, sondern macht ihn auch für Personen zugänglicher, die nicht über umfangreiche Programmierkenntnisse verfügen.

      Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass künftig nicht nur deutlich mehr Lösungen implementiert werden und im Unternehmen zum Einsatz kommen, sondern dass diese auch leistungsfähiger und vielseitiger sein werden.

      Dadurch steigt der Bedarf an klar definierten Governance-, Sicherheits- und Compliance-Richtlinien und deren Durchsetzung. Ein leistungsfähiges CoE wird hier entscheidend sein, um diese Herausforderungen zu bewältigen – vom Identifizieren neuer Anwendungsfälle, über das Schaffen der technischen Voraussetzungen bis zum Sicherstellen der regelkonformen und effizienten Nutzung von KI-Funktionen.

      Der Druck auf das CoE wächst – es muss nun fünf zentrale Aufgaben übernehmen, um den Herausforderungen der KI-Revolution auf der Microsoft Power Platform nicht nur gerecht zu werden, sondern auch die damit einhergehenden Chancen sicher und skalierbar zu nutzen:

      • Erfassung und Evaluierung von Anwendungsfällen

        Als Schnittstelle zwischen IT und Business hilft das CoE Fachbereichen dabei, die Möglichkeiten der Plattform zu erkennen, vielversprechende neue Anwendungsfälle zu erfassen und diese zu bewerten und zu katalogisieren. Dieser Katalog ist ein wichtiges Instrument bei der Ermittlung des geschäftlichen Mehrwerts, der der Microsoft Power Platform innewohnt. Durch die zunehmende Integration von KI-Funktionalität muss zudem sichergestellt werden, dass alle Anwendungsfälle nicht nur Mehrwert schaffen, sondern auch ethische und regulatorische Vorgaben einhalten, wie sie etwa im EU AI Act definiert sind.

      • Überwachung der Roadmap und Bewertung neuer Features

        Die Geschwindigkeit, mit der sich die Power Platform weiterentwickelt, nimmt mehr und mehr zu. Kontinuierlich erscheinen neue KI-basierte Funktionalitäten, die vom CoE hinsichtlich ihres Nutzens und ihrer Reife analysiert werden müssen. Neben der Prüfung der Konformität mit Datenschutz- und Compliance-Richtlinien muss analysiert werden, ob und wie diese Features in bestehende Prozesse, Strukturen und Best Practices integriert werden können.

      • Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeitenden

        Das CoE stellt umfassende Schulungsprogramme bereit, die nicht nur grundlegend für den Umgang mit KI sensibilisieren, sondern auch spezifisch den Umgang mit den KI-Funktionen innerhalb der Microsoft Power Platform näherbringen. Dies gewährleistet, dass Entwickler:innen einerseits ein solides Fundament im Bereich künstlicher Intelligenz erlangen und sich der damit verbunden Chancen und Risiken, aber auch eventueller Transparenz- und Dokumentationspflichten bewusst sind. Andererseits werden Entwickler:innen gezielt darauf vorbereitet, Werkzeuge der Power Platform optimal einzusetzen.

      • Unternehmensweite Kommunikation und Zusammenarbeit

        Das CoE fördert aktiv die unternehmensweite Zusammenarbeit, um den Einsatz von KI auf der Power Platform strategisch zu koordinieren. Dabei geht es nicht nur um eine regelkonforme und ethisch verantwortbare Nutzung, sondern auch um den Austausch bewährter Methoden, die Identifikation von Synergien und die Vermeidung redundanter Entwicklungen. Regelmäßige Austauschformate mit Fachbereichen sowie mit Rechts- und Compliance-Abteilungen helfen, rechtliche Fragestellungen frühzeitig zu adressieren – und fördern zugleich den Wissenstransfer über Bereichsgrenzen hinweg. Damit ist das CoE Teil eines umfassenderen Gesamtkonzepts für den unternehmensweiten Umgang mit KI, was eine enge Abstimmung aller relevanten Abteilungen erfordert.

      • Monitoring und Dokumentation

        Abhängig von Risiko und Komplexität des jeweiligen Anwendungsfalls definiert und implementiert das CoE spezifische Monitoring- und Dokumentationsanforderungen. Dies umfasst auch die regelmäßige Überprüfung bestehender Lösungen. Klare Dokumentationsprozesse schaffen Transparenz bezüglich Funktionsweise, Datennutzung und möglicher Auswirkungen der Lösungen. Erkenntnisse aus dem Monitoring oder der Zusammenarbeit mit den Fachbereichen kommuniziert das CoE an die IT, die den technischen Betrieb der Plattform verantwortet. Umgekehrt informiert die IT das CoE über betriebliche Anforderungen oder Änderungen, sodass Governance und Betrieb eng verzahnt sind. Die Monitoring- und Dokumentationsanforderungen werden zudem im Rahmen der Schulungsmaßnahmen an Citizen Developer vermittelt.

      Indem das CoE diese zentralen Aufgaben übernimmt, sorgt es dafür, dass die Microsoft Power Platform und ihre KI-Funktionen bestmöglich in den Unternehmensalltag integriert werden und effektiv zur digitalen Transformation beitragen. Gleichzeitig werden die Risiken minimiert, die mit einer unkontrollierten Nutzung der Plattform und ihrer KI-Komponenten einhergehen, wie etwa Kontrollverlust, Compliance-Verstöße oder inkonsistente Qualitätsstandards.

      Fazit

      Die rasanten technologischen Fortschritte der Microsoft Power Platform, vor allem durch die verstärkte Integration von KI, bringen sowohl Chancen als auch Risiken mit sich. In diesem Kontext übernimmt das CoE eine Schlüsselrolle: Es übernimmt vielfältige Aufgaben – von der Governance und der Gewährleistung der regelkonformen Nutzung bis hin zur gezielten Befähigung der Fachbereiche und Entwickler:innen. Ein gut aufgestelltes CoE sorgt dafür, dass die Fachabteilungen einen zuverlässigen Partner an ihrer Seite haben, der sie beim Umsetzen innovativer Ideen begleitet.

      Somit ist das CoE ein wesentlicher Erfolgsfaktor, der darüber entscheiden kann, ob die Microsoft Power Platform in Ihrem Unternehmen lediglich als eine von vielen Plattformen wahrgenommen wird – oder ob sie als strategisches Werkzeug genutzt wird, das maßgeblich zum Erreichen Ihrer Unternehmensziele beiträgt.

      Sind Sie bereit, das volle Potenzial der künstlichen Intelligenz auf der Microsoft Power Platform zu nutzen? KPMG verfügt über umfassende Erfahrung in der Entwicklung maßgeschneiderter KI-Lösungen auf dem gesamten Microsoft-Technologiestack sowie bei der Planung, dem Aufbau und Betrieb eines Center of Excellence.

      Sprechen Sie mit unseren Experten und Expertinnen und erfahren Sie, wie Sie die Vorteile von KI auf der Power Platform voll ausschöpfen und gleichzeitig die regulatorischen Anforderungen sicher einhalten können.

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