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      Makroökonomische Volatilität, geopolitische Spannungen, rasante KI-Entwicklungen und steigende Nachhaltigkeitsanforderungen haben enormen Einfluss auf Strukturen und Prozesse in der Fertigungs- und Automobilindustrie. Beide Branchen befinden sich mitten in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess. Führungskräfte sind gefordert, diesen Wandel aktiv zu gestalten, die zentralen Treiber zu verstehen und Prioritäten konsequent umzusetzen.

      Der Industrial Manufacturing and Automotive CEO Outlook zeigt, wie CEOs diese Herausforderungen einschätzen und wo sie aktuell die größten Chancen, Risiken und strategischen Hebel sehen. Die Ergebnisse machen deutlich: Trotz anhaltender Unsicherheiten blicken viele Unternehmenslenker grundsätzlich zuversichtlich nach vorn. Für den CEO Outlook haben wir mehr als 1.300 Führungskräfte befragt, darunter mehr als 200 aus der Fertigungs- und Automobilindustrie.

      Die Studie offenbart ein bemerkenswertes Paradox: Während die Erwartungen an die Gesamtbranche optimistisch bleiben, ist das Vertrauen in die eigene Organisation deutlich verhaltener. 

      Führungskräfte forcieren gezielten Einsatz von KI

      Zentrale Themen für Führungskräfte sind nachhaltiges Wachstum, operative Exzellenz und der gezielte Einsatz von künstlicher Intelligenz, einschließlich Agentic AI. KI wird als entscheidender Hebel für Effizienz und Innovation gesehen – sowohl in den administrativen Bereichen beider Branchen als auch entlang ihrer jeweiligen Wertschöpfungsnetzwerke, von industriellen Prozessen bis zu service- und kundenorientierten Aktivitäten. Ergänzt wird diese Entwicklung durch den Aufbau resilienter Lieferketten sowie einem agilen Management von regulatorischen Anforderungen, geopolitischen Risiken und ökologischer Nachhaltigkeit als strategische Erfolgsfaktoren.

      Automobilbranche erfindet sich neu

      Die Automobilindustrie befindet sich in der größten Transformation ihrer Geschichte. Elektrifizierung, autonomes Fahren, plattformbasierte Mobilitätslösungen und der durchgängige Einsatz neuer Technologien verändern nicht nur Produkte, sondern die gesamte Wertschöpfungskette. Der globale Wettbewerb verschärft sich spürbar, insbesondere durch China als dominierende Kraft bei Elektrofahrzeugen und Batterietechnologien. Strengere Nachhaltigkeitsregulierungen und veränderte Kundenerwartungen beschleunigen den Übergang zu emissionsfreien Fahrzeugflotten. Autos entwickeln sich zunehmend zu Computern auf Rädern. CEOs stehen vor der Aufgabe, radikale Innovationen zu steuern, geopolitische Risiken zu managen und die strategische Versorgungssicherheit - von kritischen Rohstoffen bis zu resilienten Lieferketten - zu gewährleisten.

      Der Automobil-Sektor steht vor einem umfassenden Strukturwandel. Neue Antriebskonzepte, automatisierte Fahrsysteme und datengetriebene Technologien verändern Geschäftsmodelle, Prozesse und Kundeninteraktionen grundlegend. Daraus ergeben sich neue Handlungsfelder, um Marktpositionen zu festigen, ökologische Ziele voranzubringen und robuste Organisationsstrukturen zu schaffen. Entscheidend ist, diese Entwicklung mit klarer strategischer Ausrichtung zu steuern und nachhaltigen Unternehmenswert zu schaffen.
      Dr. Andreas Ries
      Dr. Andreas Ries

      Global Head of Automotive

      KPMG International

      Fertigungsindustrie – Innovation über Effizienz hinaus

      Produktionsumgebungen, Produkte, Maschinen und Services werden heute grundlegend neu entwickelt, konstruiert und mithilfe fortschrittlicher Robotik, digitaler Zwillinge und KI-gestützter prädiktiver Technologien in intelligente, durchgängige Gesamtsysteme integriert. Diese Entwicklung erhöht die Flexibilität und die operative Resilienz, erfordert jedoch neue Kompetenzprofile, Partnerschaften und Ökosysteme. Gleichzeitig expandiert die Fertigung in strategische Zukunftsfelder wie Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, die höchste Innovationskraft, technologische Exzellenz und robuste Compliance-Strukturen verlangen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend branchenübergreifenden Industrie nachhaltig zu sichern.

      Die zuversichtliche Haltung vieler CEOs gegenüber den aktuellen Umbrüchen ist ermutigend. Eine klare Fokussierung auf das Wesentliche bleibt entscheidend. Im aktuell komplexen Umfeld ist es umso wichtiger, klare Prioritäten zu setzen und Verantwortung für den Weg zu übernehmen.
      Serjoscha Keck
      Serjoscha Keck

      Partner, German Head of Industrial Manufacturing, Leiter Steuerregion Hannover/Bielefeld/Münster

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

      Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

      • 55 Prozent der CEOs von Automobilunternehmen zählen eine Best-in-Class-Produktion und optimierte Prozesse zu den wichtigsten Treibern der Profitabilität in den kommenden drei Jahren. Fast jeder Zweite misst zudem neuen Geschäftsmodellen eine zentrale Bedeutung bei. 
      • 49 Prozent der CEOs in Fertigungsunternehmen erwarten in den nächsten drei Jahren bedeutende M&A-Aktivitäten. Die Automotive-CEOs liegen mit 44 Prozent auf nahezu gleichem Niveau. 
      • 47 Prozent der Automobilunternehmen zählen die Resilienz der Lieferkette zu den drei wichtigsten operativen Prioritäten für kurzfristige Entscheidungen. In der Fertigungsindustrie ist der Stellenwert mit 63 Prozent deutlich höher. 
      • 81 Prozent der Automotive-CEOs messen Investitionen in KI-Technologien höchste Priorität bei. In der industriellen Fertigung liegt der Wert bei 68 Prozent. In beiden Bereichen planen 70 Prozent der Unternehmen, in den nächsten zwölf Monaten bis 20 Prozent ihres Budgets in künstliche Intelligenz zu investieren.
      • KI-Fachkräfte zu gewinnen und im Unternehmen zu halten, ist für beide Branchen eine zentrale Herausforderung. Damit soll vor allem die Lücke zwischen vorhandenen und benötigten Kompetenzen geschlossen werden. 
      • 66 Prozent der CEOs in der Automobilindustrie und 69 Prozent der CEOs in der Fertigungsindustrie sagen, dass ihre Unternehmen regulatorische und politische Anforderungen in internationalen Märkten noch nicht vollständig beherrschen. 
      • 58 Prozent der Automobilunternehmen und 43 Prozent der Fertigungsunternehmen setzen gezielt auf Kooperationen und Partnerschaften, um Innovationen zu beschleunigen und regulatorische sowie ökologische Anforderungen zu erfüllen. 
      Gute Governance ist im Automotive-Sektor mehr denn je ein strategischer Erfolgsfaktor. Wer komplexe regulatorische Anforderungen zum Beispiel im Bereich von Cyber-Sicherheit, Datenschutz und KI-Governance beherrscht und klare Strukturen schafft, gewinnt die notwendige Sicherheit, um Innovation rechtssicher voranzutreiben.
       Alexander Bock
      Alexander Bock

      Partner, Audit, Audit Attestation Sector Head Automotive

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

      Hintergründe und Methodik 

      Die 11. Ausgabe des KPMG Industrial Manufacturing and Automotive CEO Outlook basiert auf einer zwischen dem 5. August und dem 10. September 2025 durchgeführten Befragung von CEOs beider Branchen in elf Schlüsselmärkten: Australien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Spanien, dem Vereinigten Königreich und den USA.

      Die Studie bietet damit einen repräsentativen Einblick in aktuelle Einschätzungen, strategische Prioritäten und Zukunftsplanungen von Unternehmensleitungen.

      Alle befragten Unternehmen erzielen einen Jahresumsatz von über 500 Millionen US-Dollar; ein Drittel der Fertigungsunternehmen sowie die Hälfte der Automobilunternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von über zehn Milliarden US-Dollar.

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