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      Ergebnisse des „Infrastruktur Monitor 2025“ von KPMG in Deutschland

      • 84 Prozent der Unternehmen sind mit der Infrastruktur zufrieden (13 Prozent sehr, 71 Prozent eher), aber nur 45 Prozent der Bürger teilen diese Sicht
      • Große Diskrepanzen gibt es in allen abgefragten Kategorien (Verkehr, Energie und Digitalisierung)
      • Unternehmen wollen nicht mehr Kapital für Nutzung aufbringen, Effizienzgewinne durch Digitalisierung im Fokus
      • Bürger zeigen höhere Zahlungsbereitschaft, fordern aber vor allem mehr Pünktlichkeit und Bezahlbarkeit

      Berlin, 09. Dezember 2025

       

      Die Wahrnehmung der deutschen Infrastruktur klafft auseinander: Während Unternehmen insgesamt mehrheitlich zufrieden sind, fällt das Urteil der Bürger deutlich kritischer aus. Das zeigt der „Infrastruktur Monitor 2025“ von KPMG in Deutschland, für den 250 Unternehmen und über 1.000 Privatpersonen in Deutschland befragt wurden. 71 Prozent der Unternehmen sind mit der Infrastruktur eher zufrieden und 13 Prozent sehr zufrieden. Unter den Bürgerinnen und Bürgern liegt der Anteil der sehr bzw. eher Zufriedenen bei nur 45 Prozent.


      Infrastruktur ist weit mehr als nur Straßen, Schienen oder Netze – sie ist die Lebensader unserer Gesellschaft und Grundlage für wirtschaftliche Stärke und Zukunftsvertrauen. Auch wenn Unternehmen sie derzeit mehrheitlich positiv bewerten, zeigt sich im privaten Alltag vieler Menschen, wie groß der Handlungsbedarf ist. Jetzt müssen die Weichen für eine moderne und wettbewerbsfähige Infrastruktur gestellt werden.
      Dr. Ladislava Klein

      CMO, Mitglied des Vorstands, Bereichsvorständin für Familienunternehmen

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft


      Steffen Wagner, Partner und Head of Transport & Infrastructure bei KPMG in Deutschland, ergänzt: „Gefragt sind gezielte Investitionen in Instandhaltung und Modernisierung, verbunden mit einfachen und wirksamen Prozessen. Projekte müssen schnell umgesetzt und die Ergebnisse im Alltag sichtbar werden.“

      Im Rahmen der Studie wurden Unternehmen und Privatpersonen gebeten, die Infrastruktur in den Bereichen Verkehr, Energie und Digitalisierung zu bewerten sowie ihre Zahlungsbereitschaft und Erwartungen an Verbesserungen aufzuzeigen. Besonders die kritischen Einschätzungen der Bürgerinnen und Bürger verdeutlichen die Bedeutung des Sondervermögens ‚Infrastruktur und Klimaneutralität‘: Es schafft den finanziellen Rahmen, um Investitionen anzustoßen und einer Verschlechterung der Wahrnehmung vorzubeugen.

      Verkehr: Alltagserfahrungen prägen Unzufriedenheit

      Unternehmen zeigen sich mit Straßen, Schienen und öffentlichem Nahverkehr mehrheitlich zufrieden: 75 Prozent bewerten die Straßen positiv, 82 Prozent den ÖPNV und 72 Prozent den Schienenfernverkehr. Bei den Bürgern liegt die Zustimmung weit niedriger – nur 33 Prozent sind mit den Straßen zufrieden, beim ÖPNV 36 Prozent und beim Fernverkehr sogar nur 29 Prozent. Entsprechend sehen 67 Prozent der Privatpersonen Pünktlichkeit als eines der drei dringendsten Verbesserungspotenziale im Schienenfernverkehr. 

      Energie: Bezahlbarkeit gegen technologische Innovation

      Auch im Energiebereich zeigt sich die Lücke: 86 Prozent der Unternehmen bewerten die Stromversorgung als gut, unter den Bürgern sind es 55 Prozent. Während Unternehmen vor allem Möglichkeiten der Energiespeicherung (43 Prozent) und Versorgungsdichte (33 Prozent) als wichtigste Handlungsfelder im Bereich der Strom-, Gas und Wärmeversorgung nennen, sehen 55 Prozent der Bürger die Bezahlbarkeit als größte Baustelle. 

      Digitalisierung: stabile Netze für Unternehmen, fehlende Abdeckung für Bürger

      Die digitale Infrastruktur wird von 93 Prozent der Unternehmen beim Mobilfunk und 86 Prozent beim Internet positiv bewertet. Bei den Bürgern teilen nur 46 Prozent diese Einschätzung beim Mobilfunk und 44 Prozent beim Internet. Unterschiede gibt es auch bei den Prioritäten: 39 Prozent der Unternehmen fordern Verbesserungen bei der Netzsicherheit und 37 Prozent bei der Anbieterdiversität der Telekommunikationsnetze. Privatpersonen stellen mit 36 Prozent die Bezahlbarkeit in den Vordergrund.

      Marode Infrastruktur als Risikofaktor

      Eine dauerhaft schlechte Infrastruktur hätte Folgen: 72 Prozent der Unternehmen fürchten steigende Kosten und verlangsamte Abläufe, 68 Prozent erwarten eine generelle Beeinträchtigung ihrer Geschäfte. Abwanderung bleibt jedoch kein Thema, der Standort Deutschland gilt weiterhin als attraktiv. Privatpersonen sehen stärkere politische und gesellschaftliche Konsequenzen: 71 Prozent sorgen sich um wirtschaftliche Auswirkungen, 78 Prozent erwarten steigende politische Unzufriedenheit.

      Zahlungsbereitschaft: Unternehmen bremsen, Bürger tragen mehr mit

      Bei der Finanzierung zeigt sich ein gegensätzliches Bild: Bürger sind eher bereit, für Verbesserungen höhere Kosten zu akzeptieren – je nach Infrastrukturbereich würden rund 22 bis 25 Prozent der grundsätzlich zur Zahlung bereiten Personen mehr als zehn Prozent zusätzlich zahlen. Unternehmen dagegen wollen kaum zusätzliche Mittel aufbringen: 80 bis 92 Prozent der grundsätzlich zahlungsbereiten Unternehmen würden höchstens fünf Prozent mehr zahlen. Die Ergebnisse spiegeln damit die unterschiedliche Wahrnehmung der Infrastruktur von Unternehmen und Bürgern. 

      Verbesserungsvorschläge: Effizienz vs. Grundbedürfnisse

      Unternehmen setzen bei Verbesserungen auf Effizienzsteigerung und technische Innovation. Im Verkehr fordern sie funktionale Aspekte wie Parkplatzsituation und Verkehrsfluss (jeweils über 40 Prozent). In der Energieversorgung stehen Speichertechnologien und Versorgungsdichte im Vordergrund, in der Digitalinfrastruktur insbesondere die Datensicherheit. Bürger betonen dagegen eher Grundbedürfnisse: Unabhängig vom Infrastrukturbereich stehen Bezahlbarkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit im Mittelpunkt. Diese Unterschiede verschärfen den Handlungsauftrag für Politik und Betreiber, Prioritäten auszugleichen und die Infrastruktur zukunftsfähig zu machen.

      KPMG Infrastruktur-Monitor 2025: Wo Deutschland steht – und was sich ändern muss

      Wie Unternehmen die Infrastruktur in Deutschland bewerten und was das für Zukunftsentscheidungen bedeutet.

      Brücke auf Wasser

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      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
      Clemens Reisbeck
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      creisbeck@kpmg.com
      www.kpmg.com/de

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