Wir empfehlen vor allem fünf Maßnahmen, um fristgerecht einen Aktionsplan für die EZB vorzubereiten und die Cyberabwehr für die Bank zu stärken:
1. Den Vorfall auf die eigene Architektur übertragen: Institute sollten prüfen, über welche Paket-Proxys, Datenpipelines, APIs, Service Accounts und Tool-Schnittstellen agentische Systeme technische Grenzen überwinden könnten. Dazu gehören Egress-Kontrollen, Berechtigungen, Trajektorien-Monitoring und Kill-Switches.
2. Eine entscheidungsfähige Standortbestimmung erstellen: Die Bewertung entlang der sechs EZB-Fokusbereiche sollte DORA-Maßnahmen, offene Feststellungen und laufende Programme bündeln. Ergebnis ist eine Vorstandsvorlage mit Risiken, Zielbild, Verantwortlichkeiten, Ressourcen und Terminen.
3. Ein gemeinsames Exposure- und Reaktionslagebild schaffen: Internetexponierte Systeme, Cloud-Ressourcen, kritische interne Systeme sowie Drittanbieter- und Open-Source-Komponenten müssen zusammengeführt werden. Relevant ist die Zeit bis zur Erkennung, Bewertung, Eindämmung und Behebung tatsächlich ausnutzbarer Exponierungen.
4. Schnelle Reaktionswege und KI-gestützte Abwehr vorbereiten: Getestete Playbooks und vorab definierte Entscheidungskompetenzen müssen festlegen, wann Notfalländerungen, Isolation, Segmentierung oder kompensierende Kontrollen ausgelöst werden. Parallel sollten Institute Triage, Log-Analyse, Schwachstellenpriorisierung und Evidenzsammlung mit kontrollierter KI-Unterstützung pilotieren und eine geeignete Ausweichoption festlegen.
5. Response und Recovery unter Maschinengeschwindigkeit testen: Übungen sollten eine breite Zero-Day-Ausnutzung, einen kompromittierten IKT-Dienstleister, beschleunigte laterale Bewegung und den Ausfall externer Modellunterstützung kombinieren. Entscheidend ist, ob Eindämmung, Entscheidungen, Wiederanlauf und Kommunikation auch unter hohem Volumen- und Zeitdruck funktionieren.