Die Diskussion um digitale Souveränität in Europa hat deutlich an Fahrt gewonnen. Während der finanziell motivierten Cyberkriminalität und staatlich gelenkten Angriffen seit Jahren breite Aufmerksamkeit gewidmet wird, rückt zunehmend eine dritte Dimension in den Fokus: die sogenannte Cyber Dominance – also die Möglichkeit von Anbietern digitaler Produkte, dauerhaft Einfluss auf Systeme und Daten ihrer Kundinnen und Kunden zu behalten. Insbesondere im Cloud-Umfeld stellt sich damit verstärkt die Frage, wie selbstbestimmt Unternehmen und Behörden die genutzten Dienste tatsächlich verwenden können.
Mit dem im April 2026 veröffentlichten Kriterienkatalog „Criteria enabling Cloud Computing Autonomy“ (C3A) hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hierfür einen richtungsweisenden Handlungsrahmen vorgelegt. Ergänzend dazu plant das BSI die Veröffentlichung eines Leitfadens für C3A-Audits, dessen Nachweisverfahren strukturell an den etablierten C5-Testierungsprozess angelehnt werden soll.