In Anbetracht der oben beschriebenen Herausforderungen und des engen Zeitrahmens erweist sich Automatisierung als entscheidende Voraussetzung für eine effiziente Erstellung der Transaktionsmatrix. Ein automatisierter Ansatz reduziert sowohl manuellen Arbeitsaufwand als auch die Fehlerquote erheblich und stellt so sicher, dass gesetzliche Vorgaben eingehalten werden, ohne dass es zu einer Überlastung knapper Mitarbeiterkapazitäten kommt.
Im Folgenden wird erläutert, wie Unternehmen Technologien und Prozessverbesserungen nutzen können, um die Erstellung der Transaktionsmatrix zu automatisieren:
- Integration von Daten aus Quellsystemen: Die Automatisierung der Erstellung der Transaktionsmatrix erfordert die Anbindung von ERP- und Konsolidierungssystemen sowie gegebenenfalls von Vertragsmanagement- und Verrechnungspreis-Tools, um alle Intercompany-Transaktionen und ergänzende Merkmale (zum Beispiel Vertragsreferenzen, Methodenkennungen) auszulesen. Eine robuste und Low-Code-gestützte Datenintegrationspipeline kann alle benötigten Felder zu einem Datensatz konsolidieren und einen wiederholbaren Workflow ermöglichen, der die jeweils neuesten konzerninternen Daten mit minimalem manuellem Eingriff abruft und zusammenstellt.
- Identifizierung und Klassifizierung von Transaktionen: Eine zentrale Herausforderung der Automatisierung besteht darin, das System in die Lage zu versetzen, unternehmensübergreifende Transaktionen genau zu erkennen und zu kategorisieren. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen:
- Verbesserte vorgelagerte Buchhaltung: Konfigurieren von ERP-Systemen, sodass sie jede konzerninterne Transaktion mit einem eindeutigen Code oder Indikator versehen, der mit den im Unternehmen verwendeten Verrechnungspreiskategorien übereinstimmt. Dadurch werden Filtern und Gruppieren von Transaktionen wesentlich einfacher.
- Regelbasierte Klassifizierung außerhalb des ERP-Systems: Wenn eine ERP-Kennzeichnung (zum Beispiel in Altjahren) nicht möglich ist, können Transaktionsklassifizierungsregeln – basierend unter anderem auf Schlüsselwörtern, Kontenbereichen und/oder Gegenparteien – definiert und in den Automatisierungs-Workflow integriert werden, sodass Automatisierungsskripte beziehungsweise Low-Code-Plattformen die Transaktionen automatisch und konsistent zuordnen. Die strukturierte Zuordnung stellt sicher, dass jede Transaktion systematisch der richtigen Kategorie zugewiesen wird.
- Datenharmonisierung und Qualitätskontrolle: Die Automatisierung sollte die Datenkonsistenz über alle Quellen hinweg sicherstellen, insbesondere den Abgleich auf beiden Seiten einer konzerninternen Transaktion. Automatisierte Abgleiche können Unstimmigkeiten im Volumen aufzeigen. Durch die Bereinigung und Strukturierung der Daten liefert die Automatisierung eine korrekte, den gesetzlichen Vorgaben entsprechende Transaktionsmatrix, die durch manuelle Validierungen (Spot-Checks) zusätzlich abgesichert werden kann.
- Einsatz von Business Intelligence (BI)-Dashboards: BI-Dashboards ermöglichen es den Steuerteams, Transaktionen nach Bedarf zu filtern und zu analysieren. Einmal eingerichtet, können diese Dashboards regelmäßig mit neuen Daten aktualisiert werden. So wird sichergestellt, dass stets eine aktuelle Transaktionsmatrix zur Verfügung steht. Zudem bieten sich so weitere wertvolle Einblicke in die Transaktionsdaten.
- Low-Code und Workflow-Automatisierung: Low-Code-Lösungen sind für Unternehmen mit begrenzten IT-Ressourcen attraktiv: Steuer-/Finanzteams können mit minimalem Programmieraufwand Workflows aufsetzen, ERP-Transaktionsdaten abrufen, mit Verrechnungspreis-Methoden anreichern und als formatierte Transaktionsmatrix in Excel oder Power BI ausgeben. Low-Code-Automatisierungen sind schneller und einfacher zu entwickeln als komplexe IT-Anwendungen und können bei geänderten Anforderungen flexibler angepasst werden.
Zusammenfassend reicht das Potenzial zur Automatisierung von der Datenerfassung an der Quelle über definierte Verarbeitungsregeln und Workflows bis hin zu Reporting und Analytics. Sie verwandelt einen manuellen, fehleranfälligen Prozess in einen automatisierten, regelbasierten Workflow – Bearbeitungszeiten sinken von Wochen auf Stunden, Genauigkeit und Konsistenz steigen durch Validierungen und Audit-Trails, die Datenqualität verbessert sich (zum Beispiel werden Anomalien und Risiken früher sichtbar), und die Beteiligten haben mehr Zeit für die Bearbeitung strategischer Aufgaben. Gleichzeitig sorgt die kontinuierliche Vorbereitung der erforderlichen Daten für kurzfristig prüfungsbereite Unterlagen und stärkt die Compliance-Kultur: Die sofort verfügbaren Daten können direkt für das Local File genutzt werden und vereinfachen die jährlichen Dokumentationsprozesse.
In vielen Fällen lässt sich dies bereits durch die intelligente Nutzung bestehender Unternehmenssysteme und ergänzender Analysetools realisieren. Die Investition in die entsprechende Infrastruktur zahlt sich doppelt aus: Sie senkt die jährliche Compliance-Belastung deutlich und führt zu spürbaren Qualitätsgewinnen.