Der Jahresreport der Glücksspielaufsichtsbehörden beziffert das Volumen der im Jahr 2022 erwirtschafteten Bruttospielerträge auf 12,5 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Glücksspielsektor somit um mehr als ein Drittel gewachsen. Gut 80 Prozent der Erträge wurden dabei im stationären Spiel erwirtschaftet. Die Branche besteht zu ungefähr gleichen Teilen aus den Segmenten der Geldspielgeräte, der staatlichen Lotterien sowie Spielbanken, Sportwetten und sonstige Lotterien.
Die Nationale Risikoanalyse der Bundesrepublik Deutschland bewertet das Geldwäscherisiko des Glücksspielsektors als hoch. Die Bewertung stützt sich auf die häufig hohen Transaktionsbeträge und die hohe Geschwindigkeit, mit der Gelder umgeschlagen werden. Die Financial Action Task Force entwickelte bereits in ihrem Bericht über Schwachstellen des Glücksspielsektors aus dem Jahr 2009 diverse Typologien für das terrestrische Spiel mit Fokus auf Kasinos. Demnach erbringen Kasinos per se risikobehaftete finanzielle Aktivitäten, beispielsweise die Annahme von Guthaben auf Rechnung und die Durchführung von Geldtransfers. Ein besonderes Risiko stellt die Bargeldintensität des physischen Spielbetriebes dar.
Seit dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrages am 1. Juli 2021 sind bisher verbotene Online-Spiele unter bestimmten Voraussetzungen erlaubnisfähig. Auf dieser Grundlage wurden bis Oktober 2023 bereits 78 Erlaubnisse für virtuelle Automatenspiele, Online-Casinospiele und Online-Poker erteilt. Insofern ist zukünftig von einem Bedeutungsgewinn des legalen Online-Glücksspiels auszugehen. Im Online-Spiel bestehen zudem Risiken aufgrund der vielfältigen Zahlungsmöglichkeiten, einschließlich der Zahlung mit Kryptowerten. Diese Methoden eignen sich zur Verschleierung der Identität des Spielers sowie der Herkunft der eingesetzten Vermögenswerte.
Ausweislich des FIU-Jahresberichts waren zum Stichtag 31. Dezember 2022 circa 1.550 Anbieter und Vermittler von Glücksspielen im Meldeportal registriert. Weniger als 6 Prozent der registrierten Unternehmen waren im Betrachtungszeitraum aktiv und erstatteten in Summe 462 Verdachtsmeldungen. Damit kommt der Glücksspielsektor trotz seiner relativen Größe und herausgehobenen Risikolage auf nur 0,1 Prozent der insgesamt erstatteten Verdachtsmeldungen. Lediglich im Periodenvergleich zeigt sich eine positive Entwicklung: Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Meldequote mehr als verdoppelt.