Unternehmensübernahmen und Fusionen sind wesentliche strategische Schritte, die die Wettbewerbsfähigkeit und Marktdurchdringung eines Unternehmens nachhaltig stärken können. Da Unternehmenszusammenschlüsse für viele Unternehmen jedoch kein Kerngeschäft darstellen, betreten die Beteiligten häufig fachliches Neuland. Um die Potenziale eines Zusammenschlusses tatsächlich zu realisieren, müssen finanzielle und bilanzielle Risiken frühzeitig identifiziert und sorgfältig gesteuert werden.
Ein zentrales Risiko ergibt sich aus den Auswirkungen des Zusammenschlusses auf Kennzahlen und Covenants des erwerbenden Unternehmens. Diese Risiken entstehen nicht aufgrund unsicherer Planungsrechnungen, sondern aus den verbindlichen Bilanzierungsanforderungen des Unternehmenszusammenschlusses selbst. Besonders die Bilanzierung von Finanzinstrumenten spielt dabei eine maßgebliche Rolle, da sie erhebliche Auswirkungen auf die Höhe des Goodwills haben kann. Kritisch wird dies insbesondere dann, wenn ein hoher Goodwill im Erwerbszeitpunkt entsteht und in der Folge im Rahmen von Impairment-Tests wertberichtigt werden muss.
Ein wesentlicher Treiber für die Höhe des Goodwills ist die Bewertung der übernommenen originären Finanzverbindlichkeiten zum Fair Value. Dieser Artikel beleuchtet zentrale bilanzielle Fragestellungen, die bereits vor dem Erwerbszeitpunkt sowie im Zuge des eigentlichen Zusammenschlusses berücksichtigt werden sollten.