Die EZB hat am 31. Juli 2026 die Ergebnisse ihres thematischen inversen Stresstests 2026 zu geopolitischen Risiken veröffentlicht. Ziel der Übung war es, die Fähigkeit der direkt beaufsichtigten Banken zu bewerten, schwerwiegende geopolitische Szenarien zu identifizieren und deren Auswirkungen auf Kapital- und Liquiditätspositionen zu analysieren.
An dem Stresstest nahmen 110 direkt von der EZB beaufsichtigte Banken des Euroraums teil. Die Institute entwickelten individuelle Szenarien zu Risiken wie militärischen Konflikten, Handels- und Lieferkettenstörungen, Sanktionen sowie Cyberangriffen und konnten dabei grundsätzlich ihre Fähigkeit zur Erstellung plausibler, risikoorientierter Szenarien nachweisen. Gleichzeitig identifizierte die EZB Verbesserungsbedarf insbesondere bei der Risikobewertung, der Berücksichtigung von Wechselwirkungen zwischen Solvabilitäts- und Liquiditätsrisiken sowie bei der Plausibilität geplanter Gegenmaßnahmen in Krisensituationen. Als wesentliche Transmissionskanäle für Kapitalverluste wurden vor allem Kreditrisiken und sinkende Erträge genannt. Die Ergebnisse werden in den laufenden aufsichtlichen Dialog und qualitative SREP-Bewertungen einfließen, führen jedoch nicht unmittelbar zu Anpassungen aufsichtlicher Kapitalanforderungen. Weiterführende Informationen finden Sie in der Pressemeldung der EZB sowie in dem Ergebnisbericht unter diesem Link.