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      Regierungen beginnen, die Veröffentlichung leistungsfähiger KI‑Modelle unter Sicherheitsaspekten zu prüfen. Dahinter steht eine neue Einschätzung: KI entwickelt sich zu einer kritischen Infrastruktur – vergleichbar mit Energie, Cloud oder Zahlungsverkehr.

      Für Unternehmen bedeutet das zweierlei: KI beschleunigt und automatisiert Angriffe, senkt Eintrittsbarrieren und verschiebt damit das Machtgleichgewicht im Cyberraum. Gleichzeitig entstehen neue Abhängigkeiten von Modellen, Plattformen und Daten, die oft außerhalb der eigenen Kontrolle liegen.

      Damit verändert sich auch die Rolle von Cyber Security. Wenn KI‑Systeme zentrale Prozesse steuern, können Angriffe oder Ausfälle direkt geschäftskritisch werden – nicht nur für einzelne Anwendungen, sondern für ganze Wertschöpfungsketten.

      Fünf Handlungsfelder für Führungskräfte

      • Risiken im KI‑Kontext systemisch steuern

        Bisherige Sicherheitsmodelle gehen implizit davon aus, dass zwischen dem Finden und dem Ausnutzen einer Schwachstelle Zeit liegt – für Patches, Detektion und Reaktion. KI verkürzt dieses Zeitfenster drastisch.

        Cyber‑Resilienz darf sich deshalb nicht mehr primär an bekannten Bedrohungsszenarien orientieren. Entscheidend ist die Frage, welche systemischen Kaskadeneffekte entstehen, wenn KI Angriffe skaliert, automatisiert und adaptiert.

      • Cyber-Resilienz statt reiner Prävention aufbauen

        Die Annahme, Angriffe vollständig verhindern zu können, verliert an Tragfähigkeit, denn KI erhöht die Schlagzahl und Varianz potenzieller Angriffsszenarien. Damit verschiebt sich der Fokus: Nicht nur Schutzmaßnahmen, sondern die Fähigkeit zur Stabilisierung im Ernstfall wird entscheidend. Cyber Security wird damit zu einem integralen Bestandteil von Resilienz und operativer Steuerungsfähigkeit.

        Kritische Fragen sind:

        • Wie schnell und kontrolliert können unsere Prozesse im Falle eines Cyber-Angriffs weiterlaufen?
        • Wie schnell lassen sich unsere digitale Infrastruktur und digitalen Produkte isolieren und wiederherstellen?
        • Wie bleibt das Management unter Zeitdruck eines KI-basierten Angriffs entscheidungsfähig?
      • KI‑Abhängigkeiten und neue Angriffsflächen transparent machen

        Der Einsatz von KI bringt neue Abhängigkeiten mit sich, die oft außerhalb der eigenen Organisation liegen. Modelle, Trainingsdaten, Cloud-Infrastrukturen und Schnittstellen werden integraler Bestandteil von Geschäftsprozessen – ohne dass diese Abhängigkeiten immer bewusst gesteuert werden.

        Gerade darin liegt das Risiko. Wenn zentrale Prozesse auf externe Komponenten angewiesen sind, entstehen potenzielle Schwachstellen, die sich der direkten Kontrolle entziehen. Unternehmen stehen daher vor der Aufgabe, transparent zu machen, wo KI geschäftskritisch eingesetzt wird und welche externen Strukturen dabei eine Rolle spielen

      • Cyber Security als Führungsaufgabe verankern

        Mit der zunehmenden Bedeutung von KI verändert sich auch die Rolle von Cyber Security innerhalb der Organisation. Sicherheitsfragen betreffen nicht mehr nur die IT, sondern wirken sich direkt auf Geschäftsmodell, Regulatorik und Marktvertrauen aus.

        Hinzu kommt, dass staatliche Akteure KI zunehmend als Teil kritischer Infrastruktur betrachten. Cyber Security und Resilience gehören daher auf Vorstandsebene – mit klaren Entscheidungs‑ und Eskalationswegen. Nicht als Kontrollinstanz, sondern als strategischer Enabler für Vertrauen, Stabilität und Marktfähigkeit.

      • Resilienz im Ökosystem aktiv gestalten

        Unternehmen agieren längst nicht mehr isoliert, sondern in komplexen digitalen Ökosystemen. Lieferketten, Plattformen und gemeinsame Infrastrukturen verbinden Organisationen eng miteinander – und schaffen damit neue Angriffsflächen.

        International zeigt sich, dass selbst staatliche Akteure zunehmend auf Kooperation setzen, um diese Risiken zu adressieren. Für Unternehmen folgt daraus: Resilienz lässt sich nicht ausschließlich intern aufbauen. Sie entsteht im Zusammenspiel mit Partnern, Dienstleistern und relevanten Institutionen. 


      Was das konkret für Entscheider:innen bedeutet

      Cyber‑Resilienz sollte als strategische Fähigkeit verstanden werden – nicht als reine Schutzfunktion.

      Dazu gehört:

      KI‑Risiken in Enterprise‑Risk‑ und Resilience‑Modelle integrieren

      Entscheidungsfähigkeit unter Cyber‑Stress aktiv testen

      Abhängigkeiten von KI‑Anbietern und ‑Plattformen bewusst steuern

      den Schulterschluss zwischen Cyber Security, Business und Top‑Management stärken


      Unsere Expert:innen unterstützen Sie dabei, KI-abhängige Risiken transparent zu machen, Resilienzstrategien für kritische Prozesse zu entwickeln sowie Governance und Entscheidungsstrukturen neu auszurichten. 

      FAQ

      Warum wird KI zunehmend als kritische Infrastruktur betrachtet?

      KI-Systeme steuern immer häufiger zentrale Geschäftsprozesse und sind tief in Wertschöpfungsketten eingebettet. Ausfälle oder Manipulationen wirken dadurch nicht isoliert, sondern können schnell unternehmensweite oder systemische Auswirkungen haben.

      Was unterscheidet KI-getriebene Cyberrisiken von klassischen Cyberbedrohungen?

      KI beschleunigt und automatisiert Angriffe und reduziert die Zeit zwischen Schwachstellen-Erkennung und -ausnutzung erheblich. Dadurch steigen sowohl die Geschwindigkeit und Anzahl möglicher Angriffe als auch deren Qualität.

      Warum reicht klassische Prävention im KI-Zeitalter nicht mehr aus?

      Die vollständige Verhinderung von Angriffen verliert an Realismus. Entscheidend wird die Fähigkeit, kritische Prozesse auch unter Cyberstress aufrechtzuerhalten, schnell zu reagieren und kontrolliert zu stabilisieren. Resilienz wird damit zum zentralen Steuerungsmaßstab.

      Welche Rolle spielen externe KI-Abhängigkeiten für die Cyber-Resilienz?

      Modelle, Trainingsdaten und Cloud-Infrastrukturen liegen häufig außerhalb der eigenen Kontrolle und werden gleichzeitig integraler Bestandteil geschäftskritischer Prozesse. Diese Abhängigkeiten schaffen neue Angriffsflächen und erfordern gezielte Transparenz und Steuerung.

      Warum wird KI zunehmend als kritische Infrastruktur betrachtet?

      KI-Systeme steuern immer häufiger zentrale Geschäftsprozesse und sind tief in Wertschöpfungsketten eingebettet. Ausfälle oder Manipulationen wirken dadurch nicht isoliert, sondern können schnell unternehmensweite oder systemische Auswirkungen haben.

      Was unterscheidet KI-getriebene Cyberrisiken von klassischen Cyberbedrohungen?

      KI beschleunigt und automatisiert Angriffe und reduziert die Zeit zwischen Schwachstellen-Erkennung und -ausnutzung erheblich. Dadurch steigen sowohl die Geschwindigkeit und Anzahl möglicher Angriffe als auch deren Qualität.

      Warum reicht klassische Prävention im KI-Zeitalter nicht mehr aus?

      Die vollständige Verhinderung von Angriffen verliert an Realismus. Entscheidend wird die Fähigkeit, kritische Prozesse auch unter Cyberstress aufrechtzuerhalten, schnell zu reagieren und kontrolliert zu stabilisieren. Resilienz wird damit zum zentralen Steuerungsmaßstab.

      Welche Rolle spielen externe KI-Abhängigkeiten für die Cyber-Resilienz?

      Modelle, Trainingsdaten und Cloud-Infrastrukturen liegen häufig außerhalb der eigenen Kontrolle und werden gleichzeitig integraler Bestandteil geschäftskritischer Prozesse. Diese Abhängigkeiten schaffen neue Angriffsflächen und erfordern gezielte Transparenz und Steuerung.


      Ihre Ansprechperson

      Marko Vogel

      Partner, Consulting – Cyber Security & Resilience, Head of Cyber Security & Resilience

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft