Für Banken bedeutet VoP den Aufbau neuer, hochverfügbarer Prüfprozesse inklusive API‑Kommunikation, Statusrückmeldungen und klar definierter Haftungsregeln. VoP ist dabei kein isolierter Service, sondern integraler Bestandteil der Zahlungsabwicklung.
TMS‑Anbieter stehen vor der Aufgabe, diese neue Prüflogik sauber in bestehende Zahlungsverkehrsprozesse zu integrieren. Anders als klassische Validierungen greift VoP zwischen Einreichung, Freigabe und finaler Ausführung einer Zahlung ein. Systeme müssen dementsprechend die VoP‑Rückmeldungen interpretieren, visualisieren und in bestehende Freigabe‑ und Signaturprozesse einbetten können.
Für Unternehmen verändert sich vor allem die operative Verantwortung. Während Zahlungen bislang primär auf Basis interner Freigaben ausgelöst wurden, tritt nun eine externe Rückmeldung hinzu, die bewusst bewertet werden muss. Insbesondere bei Abweichungen zwischen Empfängername und Bankdaten entsteht ein zusätzlicher Entscheidungspunkt im Zahlungsprozess. Denn bei der Freigabe einer Close‑ oder No‑Match‑Zahlung haftet das Unternehmen für die Ausführung inkorrekter Zahlungen, während die Haftung bei Full Matches auf die Bank übergeht. Damit gewinnt auch das Stammdatenmanagement im Unternehmen deutlich an Bedeutung, da fehlerhafte oder inkonsistente Stammdaten zu No‑Match‑Rückmeldungen führen.
Eine zentrale Rolle bei VoP spielen die Opt‑In‑ und Opt‑Out‑Möglichkeiten für Unternehmen. Während einzelne Zahlungen grundsätzlich VoP‑pflichtig sind, können Unternehmen bei Sammelzahlungen entscheiden, ob sie VoP aktiv nutzen (Opt‑In) oder zunächst darauf verzichten (Opt‑Out). Diese Wahlfreiheit hat sich insbesondere in der Einführungsphase als wesentlich erwiesen. Angesichts der operativen Herausforderungen wird aktuell eine fortgesetzte Nutzung von Opt‑Out bei Einzelzahlungen von der BaFin toleriert, um eine schrittweise Einführung von Verification of Payee zu ermöglichen. Die Übernahme der Duldung liegt jedoch im Ermessen der jeweiligen Bank und ist nicht verbindlich vorgegeben.