Die Leitidee eines wahrhaft kundenzentrierten Unternehmens lautet: Wir stellen sicher, dass die Bedürfnisse und Erwartungen unserer Kund:innen fortlaufend im Mittelpunkt stehen. Dafür müssen auch Organisationsstrukturen überdacht werden. Folgende Kennzeichen machen die kundenzentrierte Organisation aus:
Kundenfeedback und Daten stehen im Fokus: Kundenzentrierte Finanzdienstleister sollten sicherstellen, dass die Kund:innen und ihre Bedürfnisse fortlaufend im Mittelpunkt ihrer Organisationsstruktur stehen – ein starkes Kundenverständnis leitet sie.
Das Fundament dafür legen Entscheider:innen mit Rollen und Verantwortlichkeiten, die eine fortlaufende Auswertung des Kundenfeedbacks ebenso ermöglichen wie die anschließende Umsetzung durch die jeweiligen Teams. Es gibt wohl kaum Unternehmen, die mehr über ihre Kund:innen wissen als Finanzunternehmen. Deshalb sollten sie bereits vorhandene Daten in ihre Analysen einbeziehen und die Kundenschnittstelle auf dieser Basis formen.
Daraus gewonnene Erkenntnisse können dazu beitragen, die Organisationsstruktur noch kundenzentrierter auszurichten. Daten sind beispielsweise gleichbedeutend mit Wissen über die Customer Journey und Customer Experience: Wie klicken Nutzer:innen sich durch die digitalen Kanäle des Anbieters? Wie risikofreudig sind sie, in welcher Lebensphase – oder warum brechen sie einen Produktabschluss ab?
Und kommende Geschäftsfelder lassen sich durch Predicitve Analytics frühzeitig erkennen – Business Development und Produktmanagement können diese im nächsten Schritt systematisch erschließen.
Modularisierung: Kundenzentrierte Finanzdienstleister bieten personalisierte Produkte und Dienstleistungen an. Das bedeutet auch, dass das Produktportfolio zunehmend modularisiert wird. Um eine solches Angebot aufzusetzen und zu betreuen, benötigen Organisationen verschiedenste Kompetenzen.
Damit das keine neue Distanz schafft, sondern im Gegenteil eine engere Zusammenarbeit und Synergien, ist das Zusammenstellen crossfunktionaler und multidisziplinärer Teams unerlässlich – also Teams aus Mitarbeitenden verschiedener Bereiche, die an einer Lösung arbeiten. Sie vereinen vielfältiges Fachwissen mit großer Tiefe und erhöhen den Austausch untereinander – modulübergreifend.
Reduktion von Übergabepunkten: Indem die Verantwortung für ein Produkt an ein Team gegeben wird, das entlang der gesamten Prozessstrecke und Wertschöpfungskette zuständig ist, lassen sich Übergabepunkte reduzieren. Durchlaufzeiten verringern sich, und Kund:innen profitieren von einem schnelleren Service. Das Unternehmen gewinnt Entwicklungstempo und vermeidet Doppelarbeit.
Kundenzentrierung = Mitarbeiterzentrierung: Wer den Fähigkeiten und Bedürfnissen seiner Mitarbeitenden viel Aufmerksamkeit schenkt, wird mit Kundenzentrierung belohnt. Denn wer sich optimal eingesetzt fühlt und sich mit seinen Stärken im Job entfalten kann, stellt in seiner Arbeit auch Kund:innen in den Mittelpunkt. Erfolg im Markt fängt also in der Arbeit nach innen an – ein wichtiger Punkt bei der Ausrichtung des gesamten Unternehmens auf Kundenzentrierung.