Es gibt eine Vielzahl an Fintech-Anbietern für Dynamic Discounting Lösungen, die in ihrer Ausgestaltung variieren können. Anbieter dieser Lösungen sind Taulia, C2FO oder Kyriba, die sich auf die Digitalisierung von Working Capital Lösungen spezialisiert haben. Das Unternehmen setzt dabei auf cloudbasierte Plattformen, die sich nahtlos in bestehende ERP-Systeme integrieren lassen. Diese Plattformen ermöglichen es Unternehmen ihre Liquidität in Echtzeit zu managen und flexibel zu entscheiden, welche Rabatte sie ihren Lieferanten gewähren. So entsteht eine skalierbare Lösung, die sich optimal an unterschiedlichste Marktbedingungen anpassen lässt.
Die Umsetzung in der Praxis ist dabei jedoch kein trivialer Akt. Das Target Operating Model des Finanzbereichs (TOM) muss auf die digitale Lösung abgestimmt sein, um eine reibungslose Implementierung und Nutzung zu gewährleisten. Nur durch ein angepasstes TOM kann die Integration von Dynamic Discounting in die bestehenden End-to-End-Prozesse ‒ vom Einkauf über das Accounting bis hin zum Treasury ‒ optimal gestaltet werden. Eine nahtlose Verbindung mit ERP-Systemen stellt zudem sicher, dass alle relevanten Daten wie Rechnungen, Zahlungsbedingungen und Liquiditätsplanung in Echtzeit synchronisiert werden, was den gesamten Prozess weiter automatisiert.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einbindung der Lieferanten. Diese müssen in die Plattform integriert und zur aktiven Teilnahme ermutigt werden. Auch für die externen Teilnehmer muss der Mehrwert vermittelt werden, da nur mit einer kritischen Masse auch spürbare Effekte erzielt werden. Üblicherweise beginnt man mit den Schlüssellieferanten. Eine erfolgreiche Implementierung erfordert daher gezielte Kommunikationsstrategien und Schulungsmaßnahmen, um den Mehrwert des Dynamic Discounting überzeugend zu vermitteln.
Neben der Integration in bestehende Prozesse muss auch sichergestellt werden, dass die verschiedenen Zahlungsformate und Regionen, in denen das Unternehmen tätig ist, berücksichtigt werden. Die Plattform muss in der Lage sein, unterschiedliche Währungen und länderspezifische Anforderungen abzubilden, um eine globale Nutzung zu ermöglichen.
Die Digitalisierung ermöglicht es zudem, den gesamten Prozess der Zahlungsabwicklung zu automatisieren. Mit automatisierten Systemen für die Angebotserstellung und -annahme reduzieren Unternehmen nicht nur manuelle Fehler, sondern steigern auch die Effizienz ihrer Prozesse. Lieferanten können diese Angebote in Echtzeit einsehen und flexibel entscheiden, wann sie Zahlungen annehmen möchten.