Der bisher wichtigste limitierende Faktor von Digital‑ und Neobanken liegt in der Refinanzierung. Baufinanzierungen sind weitgehend fristenkongruent zu finanzieren. Hier verfügen etablierte Institute durch den Zugang zum Pfandbrief‑ und Covered‑Bond‑Markt über einen entscheidenden Kostenvorteil.
Denn das Fehlen eigener Pfandbrieflizenzen und ausreichender Deckungsstöcke erhöht die Refinanzierungskosten vieler Neo‑ und Direktbanken und begrenzt ihre Fähigkeit, dauerhaft wettbewerbsfähige Kundenkonditionen anzubieten – trotz überlegener Technologie und Prozesse.
Dennoch gilt: Es werden neue Disruptoren in den deutschen Baufinanzierungsmarkt eintreten – die Frage ist nur noch wann. Ein anschauliches Beispiel liefert Revolut. Der Anbieter startete im Mai 2025 erfolgreich seinen Hypotheken‑(Re-)Finanzierungsservice in Litauen, verzeichnete eine hohe Nachfrage und erhielt positives Kundenfeedback.
Die Ambition war klar formuliert: Neben einer möglichen Zinsersparnis von bis zu 0,5 Prozentpunkten gegenüber bestehenden Darlehen verfolgt Revolut explizit den Anspruch, etablierte Marktmechanismen herauszufordern. Das Angebot ist konkurrenzfähig zu etablierten Banken – mit vergleichbaren Kreditbeträgen, Beleihungsausläufen und Laufzeiten, jedoch deutlich höherer Flexibilität.
Revolut kombiniert dabei drei strategische Vorteile: erstens günstigere Konditionen durch die Weitergabe von Effizienzgewinnen, zweitens deutlich verkürzte, vollständig digitale End‑to‑End‑Durchlaufzeiten und drittens flexible Rückzahlungsoptionen sowie die vollständige Verwaltung der Finanzierung über die App. An solchen Angeboten müssen sich etablierte Anbieter künftig messen.