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      Ergebnisse der Studie „Navigating Geopolitics“ von KPMG in Deutschland

      • 58 Prozent der Unternehmen sehen sich sehr stark oder deutlich von geopolitische Risiken betroffen
      • Nur jedes vierte Unternehmen steuert Risiken strukturiert, lediglich ein Drittel verfügt über Notfallpläne
      • Cyberrisiken (68 Prozent), Sanktionsregime und Exportkontrollen (67 Prozent) und Energiepolitik und Rohstoffsicherung (66 Prozent) gehören zu den größten Belastungsfaktoren
      • Branchen sehen sich unterschiedlich betroffen – und sind unterschiedlich gut vorbereitet 

      Berlin, 04. Dezember 2025

       

      Geopolitische Krisen und Konflikte wirken immer deutlicher auf Unternehmen in Deutschland: 58 Prozent sehen sich sehr stark oder deutlich betroffen. Gleichzeitig bleibt das Risikomanagement vieler Organisationen hinter den zunehmenden Herausforderungen zurück. Nur ein Viertel der Firmen verfügt über ein strukturiertes und vorausschauendes Risikomanagement, nicht einmal jedes dritte Unternehmen hat geopolitische Szenarien definiert. Und nur rund ein Drittel hat Notfallpläne, Cybersicherheits- und physische Schutzmaßnahmen oder redundante Lieferketten etabliert. Das zeigt die Studie „Navigating Geopolitics“ von KPMG in Deutschland, für die 349 Entscheider aus zwölf Branchen befragt wurden, welche geopolitischen Herausforderungen sie sehen, wie sie diese vorrauschauend einschätzen und wie sie in ihren Unternehmen darauf reagieren.


      Im Umgang mit geostrategischen Entwicklungen fehlen in vielen Unternehmen feste Routinen, klare Zuständigkeiten und belastbare Abläufe. Dadurch reagieren sie häufig erst, wenn Risiken bereits in den Geschäftsbetrieb durchschlagen. Das ist riskant, denn die geopolitische Dynamik und die Vehemenz der Einschläge nimmt zu. Gefragt ist daher ein Vorgehen, das Risiken aber auch Chancen frühzeitig erkennt und einordnet.
      Dr. Benedikt Herles

      Director, Co-Lead Geopolitics & Defence Kompetenzzentrum, Leiter Country Practice Afrika

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft


      Von Cyberangriffen bis Handelskonflikten: Breites Krisenspektrum belastet Unternehmen

      Die geopolitische Risikolandschaft hat sich deutlich verbreitert: Zu den am häufigsten genannten Belastungsfaktoren zählen Cyberrisiken (68 Prozent), Sanktionsregime und Exportkontrollen (67 Prozent) und Themen aus dem Bereich Energiepolitik und Rohstoffsicherung (66 Prozent). Auch Handelskonflikte (65 Prozent) sowie Kriege und internationale Konflikte stehen auf der Liste der Unternehmen. Trotz der Breite und Dynamik der Themen fehlt es in vielen Unternehmen an festen Analysezyklen: Nur 9 Prozent führen fortlaufende Bewertungen durch, 43 Prozent prüfen Risiken lediglich einmal im Jahr oder seltener.

      Branchenvergleich zeigt große Unterschiede bei der Betroffenheit

      Die Ergebnisse unterscheiden sich deutlich zwischen den Branchen. In der Automobilindustrie (77 Prozent), der Chemiebranche (70 Prozent), der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (67 Prozent) und dem Gesundheitswesen und Pharma (63 Prozent) bewerten die Unternehmen ihre Exponiertheit als sehr hoch. Firmen aus den Bereichen Telekommunikation und digitale Infrastruktur (44 Prozent), Bauwirtschaft und Infrastruktur (43 Prozent) sowie Transport und Logistik (43 Prozent) schätzen ihre Betroffenheit hingegen etwas geringer ein.

      Eine klare Korrelation zwischen Betroffenheit und Risikomanagement besteht allerdings nicht. Laut Studie verfügen vermeintlich weniger betroffene Unternehmen, etwa aus Transport und Logistik, häufiger über ein strukturiertes Risikomanagement als stärker betroffene Firmen aus Gesundheitswesen und Pharma.

      Navigating Geopolitics

      Risikomanagement, Forecasting und Best Practices in deutschen Unternehmen


      Kontakt für die Presse

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
      Clemens Reisbeck
      T +49 89 9282 1722
      creisbeck@kpmg.com
      www.kpmg.com/de

       

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