Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 4.470 Milliarden Euro im Jahr 2025 ist Deutschland nach den Vereinigten Staaten und China und knapp vor Japan weiterhin die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und damit auch die größte Volkswirtschaft Europas. Perspektivisch wird jedoch erwartet, dass Indien an Japan und Deutschland vorbezieht. Insbesondere die Ausfuhr von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie chemischen Erzeugnissen machten Deutschland zur drittgrößten Exportnation der Welt. Mit 70 % trägt der Dienstleistungssektor den größten Teil zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes bei.
Stand Daten: 10.03.2026
Aktuelle Insights im März 2026
- Wirtschaftswachstum
- Exporte
- Inflation
- Arbeitslosigkeit
- Gemüseernte
Verhaltene Erholung trifft auf geopolitische Unsicherheiten
Ein spürbarer wirtschaftlicher Aufschwung in Deutschland lässt weiter auf sich warten. Die Bundesregierung erwartet in ihrer Prognose von Januar 2026 in diesem Jahr lediglich ein geringes Wirtschaftswachstum von +1,0 %. Im Herbst 2025 wurde noch ein Plus des Bruttoinlandsprodukts von +1,3 % erwartet.
Auch die Folgen des Irankriegs bedrohen die deutsche Wirtschaft. Steigende Ölpreise könnten das deutsche Wirtschaftswachstum deutlich bremsen. Laut einer Simulation des IW Köln würde das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei einem Ölpreis von 150 US-Dollar pro Barrel im Jahr 2026 um -0,5 % und im Jahr 2027 um -1,3 % geringer ausfallen. Das entspricht einem Verlust von mehr als 80 Milliarden Euro über die zwei Jahre. Auch ein geringerer Anstieg des Ölpreises hätte bereits spürbare Folgen: Klettert er auf 100 US-Dollar, belaufen sich die BIP-Verluste auf -0,3 % im Jahr 2026 und -0,6 % im Jahr 2027 – ein wirtschaftlicher Schaden von etwa 40 Milliarden Euro über die zwei Jahre.
Die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich hingegen jüngst verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im Februar 2026 auf 88,6 Punkte, nach 87,6 im Januar. Die Unternehmen zeigten sich zufriedener mit ihren aktuellen Geschäften und auch die Erwartungen hellten sich auf.
Die Staatsquote, die den staatlichen Einfluss auf eine Volkswirtschaft anzeigt, ermittelt sich als Gesamtausgaben des Staates in Prozent des BIP. Diese betrug 2025 nach Angaben des EU-Kommission in Deutschland 50,2 % und ist damit gegenüber 2024 um +0,7 Prozentpunkte weiter angestiegen. Damit lag die Staatsquote leicht über dem EU-Durchschnitt von 49,6 %, aber deutlich über der Staatsquote anderer großer Volkswirtschaften, wie dem Vereinigten Königreich (46,9 %), Japan (41,3 %) und der USA (39,6 %).
Der Anteil von Steuer- und Sozialabgaben an den Gesamtarbeitskosten für Durchschnittsverdiener betrug nach Angaben der OECD im Jahr 2024 in Deutschland für Singles ohne Kinder 47,9 %. Damit rangiert Deutschland unter den 38 Mitgliedstaaten der OECD nach Belgien auf dem zweitschlechtesten Platz und liegt deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 34,9 %, was die Attraktivität Deutschlands als Investitionsstandort belastet. Auch in Ländern außerhalb der EU, wie Großbritannien (29,4 %) oder den USA (30,1 %) ist die Quote wesentlich niedriger.
Die aktuellen Prognosen deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute und staatlicher Organisationen zur Entwicklung des BIP in Deutschland liegen zwischen +0,6 % und +1,5 % für das Kalenderjahr 2026 und zwischen +1,0 % und +1,6 % für 2027:
Stand Daten: 10.03.2026
Deutsche Exporte zu Jahresbeginn gesunken
Die deutschen Exporteure sind mit einem Dämpfer ins Jahr 2026 gestartet. Im Januar 2026 wurden Waren im Wert von 130,5 Milliarden Euro in alle Welt verkauft - ein Minus von -2,3 % im Vergleich zum starken Vormonat Dezember 2025. Das ist der stärkste Rückgang seit Mai 2024. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2025 stiegen sie leicht um +0,6 %.
Umgekehrt wurden Waren im Wert von 109,2 Milliarden Euro importiert - ein Minus von -5,9 % im Vergleich zum Vormonat Dezember 2025. Die Außenhandelsbilanz schloss damit unter dem Strich mit einem Überschuss von +21,3 Milliarden Euro ab.
Die meisten deutschen Exporte gingen im Januar 2026 erneut in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 13,2 Milliarden Euro exportiert, das waren +11,7 % mehr als im Dezember 2025. Die Exporte in die Volksrepublik China sanken im Januar 2026 im Vergleich zum Dezember 2025 um -13,2 % auf 6,3 Milliarden Euro. Allerdings belasten die US-Zölle weiterhin die Ausfuhren und dürften nach Einschätzungen von Ökonomen ihre volle Wirkung erst im Laufe des Jahres 2026 entfalten.
Die meisten Importe kamen im Januar 2026 aus der Volksrepublik China. Von dort wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 14,2 Milliarden Euro eingeführt. Das waren -8,3 % weniger als im Vormonat.
Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 saison- und kalenderbereinigt um -11,1 % gesunken. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um -0,4 % niedriger als im Vormonat. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von November 2025 bis Januar 2026 um +7,4 % höher als in den drei Monaten zuvor.
Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 saison- und kalenderbereinigt um -0,5 % gesunken. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion von November 2025 bis Januar 2026 um +0,9 % höher als in den drei Monaten zuvor.
Inflation fällt im Februar 2026 unter zwei Prozent
Der Preisdruck in Deutschland hat etwas nachgelassen. Die Verbraucherpreise lagen im Februar 2026 nur noch um durchschnittlich 1,9 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Januar 2026 betrug die Teuerungsrate noch 2,1 %.
Preistreiber blieben einmal mehr die Dienstleistungen: Sie verteuerten sich um 3,2 %. Für Energie mussten Verbraucher dagegen 1,9 % weniger bezahlen als ein Jahr zuvor. Die Preise für Nahrungsmittel zogen um 1,1 % an. Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die sogenannte Kerninflation, blieb bei 2,5 %.
Viele Menschen haben dank steigender Löhne auch wieder mehr Geld in der Tasche: Im vergangenen Jahr 2025 stiegen die Einkommen erneut stärker als die Inflation. Unter dem Strich kletterten die Reallöhne laut Statistischem Bundesamt um +1,9 %. Das Reallohnniveau aus dem Vor-Pandemie-Jahr 2019 wurde damit fast wieder erreicht.
Für 2026 prognostizieren die Wirtschaftsforschungsinstitute eine durchschnittliche Inflationsrate von 1,8% bis 2,2 %.
Stand Daten: 10.03.2026
Arbeitslosenzahl bleibt oberhalb der Drei-Millionen-Marke
In Deutschland sind weiterhin mehr als drei Millionen Menschen arbeitslos. Auch wenn die Zahl im Februar 2026 im Vergleich zum Vormonat um 15.000 gesunken ist, bleibt sie mit 3,07 Millionen über der Marke von drei Millionen.
Auf die Arbeitslosenquote umgerechnet heißt das: Sie sank im Februar 2026 im Vergleich zum Vormonat Januar um -0,1 Punkte auf 6,5 %. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt sie aktuell um +0,1 Punkte höher.
Das herausfordernde konjunkturelle Umfeld ermöglicht weiterhin keine Erholung am Arbeitsmarkt. Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften hat sich zum Ende der Winterpause praktisch nicht verändert. Die Zahl der bei der Bundesagentur gemeldeten offenen Stellen sank im Vergleich zum Vorjahr um lediglich 1.000 auf 638.000.
Gemüseernte in Deutschland erreicht 2025 neuen Höchststand
Deutschlands Bauern und Bäuerinnen haben im vergangenen Jahr so viel Gemüse geerntet wie nie zuvor. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) belief sich die Erntemenge auf 4,5 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Plus von +8,1 % gegenüber 2024. Der Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2024 wurde sogar um +13,2 % übertroffen. Damit wurde der höchste Stand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1990 erreicht.
Auch die Anbauflächen wurden ausgeweitet: Insgesamt bewirtschafteten die 5.960 Gemüsebetriebe rund 131.700 Hektar - +3,9 % mehr als im Vorjahr. Der Freilandanbau nahm 2025 um +3,9 % auf rund 130.400 Hektar zu. Die größten Flächen lagen in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Niedersachsen, Bayern und Rheinland-Pfalz.
Erstmals seit 1990 waren Speisezwiebeln mit 903.300 Tonnen die erntestärkste Gemüseart in Deutschland. Gegenüber 2024 entspricht das einem Anstieg um +21,4 %. Auf Platz zwei folgen Karotten mit 865.700 Tonnen, dahinter Weißkohl mit 507.500 Tonnen.
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