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      Wie ein Industrieunternehmen seinen Re‑Use‑Ansatz in der Fertigung weiterentwickelt und Komponenten gezielt wiederverwendet. Der Kunde musste auf steigende regulatorische Anforderungen, wachsende Rohstoffrisiken und zunehmenden Margendruck reagieren und diese in ein belastbares Konzept überführen und Transparenz über die wirtschaftlich attraktivsten Anwendungsfelder schaffen. Ziel war es, bestehende Wiederverwendungsaktivitäten systematisch auszubauen und stärker mit Kosten-, Lieferketten- und Nachhaltigkeitszielen zu verzahnen sowie klare Prioritäten für die Umsetzung abzuleiten. 

      Gemeinsam mit dem Kunden hat KPMG relevante Komponenten identifiziert, wirtschaftlich bewertet und eine umsetzbare Re‑Use‑Roadmap entwickelt. Von der Rückführung über Prüfung und Aufbereitung bis zur Integration in die Produktion wurden Prozesse, Szenarien und Prioritäten klar definiert. Das Ergebnis: eine belastbare, faktenbasierte Entscheidungsgrundlage, die Nachhaltigkeit direkt mit Kosten-, Margen- und Risikoperspektiven verbindet und signifikantes EBITDA‑Potenzial sowie mehr Resilienz und Kostenstabilität erschließt.

      Branche
      Industrielle Produktion

      Projektziel
      Weiterentwicklung des Re-Use-Geschäfts

      Performance, die zählt. Mehrwert, der bleibt.

      bis zu 50%

      höhere Beschaffungskosten bei einzelnen Komponenten, teils durch Re‑Use kompensierbar


      60%

      entfallen auf zwei Hauptkomponenten – die größten Re-Use-Hebel.

      30 Mio. Euro

      EBITDA-Uplift-Potenzial mittel- bis langfristig möglich

      Der Weg der Kundentransformation

      Der Kunde, ein führendes Unternehmen in der industriellen Fertigung, stand vor der strategischen Frage, wie er sein bestehendes Re-Use-Geschäft gezielt ausbauen kann, um ökologische Nachhaltigkeit mit wirtschaftlicher Wertschöpfung zu verbinden. Im Fokus stand die Prüfung, ob gebrauchte Komponenten systematisch in die Neuproduktion integriert werden können, anstatt ausschließlich ganze Industrieprodukte wieder aufzubereiten.

      Regulatorik, Rohstoffknappheit und Lieferkettenrisiken als Treiber für Komponentenwiederverwendung

      Ein Auslöser hierfür war der steigende regulatorische Druck entlang des gesamten Produktlebenszyklus – unter anderem durch Extended Producer Responsibility, den Cross Boarder Adjustment Mechanism (CBAM) und die Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR).

      Hinzu kamen ein herausforderndes Marktumfeld mit hohem Margendruck, rückläufigen Auftragseingängen und zunehmender internationaler Konkurrenz. Gleichzeitig wuchs die Sorge vor Knappheit und Preisvolatilität kritischer Rohstoffe wie Seltene Erden und Edelmetalle sowie vor steigenden Lieferkettenrisiken infolge hoher Abhängigkeiten von einzelnen, geopolitisch exponierten Lieferanten. 

      Frühere Produktionsengpässe, insbesondere bei elektronischen Komponenten, hatten die Verwundbarkeit des bestehenden Modells bereits deutlich gemacht. Obwohl erste Re-Use-Aktivitäten existierten, fehlte bislang eine strategische ESG-Einbettung und eine transparente Bewertung ihres ökologischen und ökonomischen Mehrwerts.

      Von der Analyse zur Komponentenbewertung: Identifikation von Re-Use-Hebeln

      Das Projekt wurde schrittweise aufgesetzt, mit dem Ziel, zu verstehen, wo Wiederverwertung einen echten Beitrag zu Nachhaltigkeit, Kostenstabilität und Lieferkettenresilienz leisten kann. 

      Zu Beginn wurde gemeinsam mit dem Kunden analysiert, wie das bestehende Re-Use-Geschäft aktuell operativ funktioniert, wie das Produkt aufgebaut ist und welche externen Treiber – etwa steigende Rohstoffpreise, regulatorische Anforderungen und geopolitische Risiken – den Handlungsdruck erhöhen. Auf dieser Basis wurden die relevanten Komponenten systematisch bewertet, um jene Bereiche zu identifizieren, in denen eine Wiederverwertung aus wirtschaftlicher Sicht den größten Hebel entfaltet.

      Entwicklung einer Re-Use-Roadmap

      Darauf aufbauend wurde der gesamte Rückführungs- und Wiederverwendungsprozess vom Kunden zurück in die Neuproduktion durchdacht und mit finanziellen Daten unterlegt – von Rücknahme- und Prüfprozessen über Aufbereitung und Lagerung bis hin zur erneuten Integration in bestehende Produktionsabläufe. 

      Kosten und Nutzen wurden in mehreren Profitabilitätsszenarien gegenübergestellt, um realistisch zu bewerten, unter welchen Bedingungen eine Wiederverwertung wirtschaftlich tragfähig ist und wo strukturelle Grenzen liegen. Ergänzend wurden konkrete Empfehlungen abgeleitet, welche Kosten- und Nutzenhebel vorrangig adressiert werden sollten, sowie eine Roadmap erstellt, die aufzeigt, wie Re-Use schrittweise weiterentwickelt und organisatorisch enger mit der Neuproduktion verzahnt werden kann.

      Entscheidungsgrundlage zur Weiterentwicklung des Re-Use-Geschäfts

      Im Ergebnis lieferte das Projekt dem Kunden eine klare, faktenbasierte Entscheidungsgrundlage, mit der er seinen Wiederverwertungsansatz gezielt und schrittweise weiterentwickeln kann, ohne Nachhaltigkeitsziele losgelöst von wirtschaftlichen Realitäten zu betrachten.

      Unsere Analyse hat das Unternehmen darin bestärkt, dass es mit der Weiterentwicklung des Re-Use-Geschäfts auf dem richtigen Weg ist, denn

      • für einzelne Komponenten wurden künftige Beschaffungskostensteigerungen von bis zu 50 Prozent identifiziert,
      • nur zwei Hauptkomponenten machen rund 60 Prozent der Materialkosten aus. Zudem unterliegen sie besonders starken Preis- und Lieferkettenrisiken, weshalb sie den mit Abstand größten Hebel für Kostenvermeidung im Re-Use-Ansatz darstellen und
      • bei der Betrachtung von lediglich einem Prozent der Installed Base als Rücknahme- und Re-Use-Volumen ist mittel- bis langfristig ein identifiziertes EBITDA-Uplift-Potenzial von rund 30 Millionen Euro möglich.

      Die systematische Weiter- und Wiederverwendung von gebrauchten Komponenten in der Neuproduktion zahlt sich also nicht nur in Bezug auf Nachhaltigkeit, sondern auch wirtschaftlich aus.   

      Integration von Nachhaltigkeit in wirtschaftliche Steuerung und Investitionsentscheidungen

      Besonders wertvoll war dabei die neue datenbasierte Perspektive auf ESG-Wertschöpfung. Das Projekt schuf erstmals eine gemeinsame Entscheidungsgrundlage, in der die Nachhaltigkeitsabteilung mit belastbaren Commercial-Daten arbeitete und Nachhaltigkeits-bezogene Chancen direkt mit Kosten-, Margen- und operativen Realitäten verknüpft wurden. So können Nachhaltigkeitsmaßnahmen künftig systematisch in wirtschaftliche Steuerung, Priorisierung und Investitionsentscheidungen integriert werden.

      Die ausführliche Recherche für den Business Case sowie die Erstellung des ausführlichen Business Plans haben unsere Erwartungen übertroffen. […] Die einzelnen Puzzleteile wurden bei uns im Unternehmen bisher nicht zusammengeführt. Wir sind damit wieder einen Schritt weitergekommen.

      Head of Corporate Sustainability beim Kunden

      Es war eine Lernkurve für das KPMG-Team und für uns. Das Team hat sich hervorragend vorbereitet, war sehr offen und hat sich aktiv eingebracht. Alle konnten in kurzer Zeit viel Wissen aufbauen, was zu spannenden und wertvollen Einsichten geführt hat.

      Global Sustainability Manager beim Kunden


      KPMG Circular Economy Study

      Wie nutzen Unternehmen die Chancen der Circular Economy und was sind die nächsten Schritte?

      solar panels

      Ihre Ansprechperson

      Dr. Thimo Stoll

      Partner, Performance & Strategy

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft



      Die Mitarbeitenden von KPMG können den Unterschied auf Ihrer Transformationsreise ausmachen, denn wenn man Technologie in die richtigen Hände legt, kann Großes entstehen.

      Entdecken Sie durch die persönlichen Einblicke, Erfolgsgeschichten und Technologielösungen unserer Beraterinnen und Berater, wie KPMG Ihr Unternehmen dabei unterstützen kann, Agilität sowie Resilienz zu steigern und damit die Basis für ganzheitliches Wachstum zu legen.

      KPMG. Make the Difference.



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