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      Die Reduktion der Schadenquote in der Größenordnung von einem Prozentpunkt ist in der Praxis oft mit überschaubarem Aufwand für die Aktuare realisierbar. Dabei muss man im Pricing nicht in Massenprozesse eingreifen – anders als zum Beispiel in der Schadenbearbeitung. Es wird von wenigen aktuariellen Experten durchgeführt und überwacht. Auch deswegen kann hier mit überschaubarem Aufwand viel erreicht werden. 

      Dies ist einer der Gründe, wieso Pricing-Aktuariate im Markt weiter tendenziell Stellen aufbauen, statt Stellen zu streichen.


      In der Praxis sind oft Verbesserungen der Schadenquote in der Größenordnung von einem Prozentpunkt relativ einfach durch Verbesserungen der Pricing-Fähigkeiten erzielbar.
      Miriam Müller
      Miriam Müller

      Senior Managerin, Financial Services

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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      Was macht ein gutes Pricing aus?

      Im Kern ist ein Pricing von Kompositversicherern (z.B. Kraftfahrt, Wohngebäude, Hausrat, Haftpflicht, Rechtsschutz, Sach etc.) dann gut, wenn es ...

      • ... gute und schlechte Risiken besser identifiziert als seine Wettbewerber.

        Hierfür wird eine gute Modellierungsgenauigkeit im Technischen Preis benötigt. Grundlagen sind eine ausreichende Datenbasis, genügend aktuarielle Ressourcen und eine optimale Softwarelösung. Dies versetzt den Versicherer in die Lage, Antiselektion abzuwehren und Selektionsgewinne zu realisieren. 

      • ... eine zum Vertriebsweg passende Pricing-Strategie verfolgt.

        Ein gutes Tarifbuch muss zum jeweiligen Vertriebsweg passen. Das Rabattkontingent ist vor allem in einem Tarif für die AO (Ausschließlichkeitsorganisation) ein zentraler Baustein. Wohingegen es im Direktversicherungsmarkt eher auf einen guten Preis im Vergleich zum Wettbewerb ankommt.

      • ... Informationen zu Wettbewerb und Kundenverhalten im Marktpricing berücksichtigt.

        Um den Preis in der einzelnen Tarifzelle optimal festzulegen, berücksichtigen insbesondere die großen deutschen Versicherer auch Erkenntnisse aus Vorhersagemodelle zu Wettbewerb und Kundenverhalten. Dies ist allerdings nur im regulatorisch zulässigen Rahmen möglich. 

      • ... die Performance des Geschäfts laufend und professionell monitort.

        Hierfür reicht es nicht aus, die aufgelaufene, realisierte Combined Ratio zu verwenden. Die erwartete Combined Ratio – basierend auf den aktuariellen Technischen Preisen – ermöglicht ein nach vorne gerichtetes Monitoring, das keinen zufälligen Schwankungen unterliegt. Dies ermöglicht den Versicherern, frühzeitig datenbasierte Maßnahmen in der Profitabilitätssteuerung abzuleiten. 

      • ... bei Bedarf schnell mit Anpassungen im Neugeschäftstarif reagiert.

        Um zum Beispiel auf Änderungen in den Preismodellen der Wettbewerber schnell reagieren zu können, ist es notwendig, dass Anpassungen im Neugeschäftstarif kurzfristig umgesetzt werden können (Daily Pricing). Dies scheitert in der Praxis häufig an veralteten IT-Systemen. 

      • ... Ressourcen aus einer End-to-End-Sicht sinnvoll eingesetzt.

        Der Reifegrad im Pricing ist nicht für alle Produkte gleich – es gibt Unterschiede zum Beispiel abhängig vom Risiko, Datenverfügbarkeit und auch vom Vertriebskanal bzw. Zielmarkt. Ein Wettbewerbsvorteil ist, ein auf Produktebene abgestimmtes Ambitionsniveau für das Pricing zu haben – und damit die Ressourcen passend einsetzen zu können.

      Ein gutes Pricing umfasst mehr als nur die reine aktuarielle Risikobewertung. Antiselektion abzuwehren und positive Selektion durch ein geeignetes Marktpricing und Monitoring möglich zu machen, ist einer der wichtigsten und am meisten unterschätzten Erfolgsgaranten für ein gutes Pricing.

      Hendrik Laß

      Manager, Financial Services

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft


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      • Geschäftssteuerung mit Technischen Preisen
        • Ein nach vorne gerichtetes Monitoring der erwarteten Combined Ratio auf Einzelvertragsebene liefert frühzeitige Erkenntnisse zur Profitabilität
        • Damit können konkrete, gezielte und datengetriebene Maßnahmen zur Profitabilitätssteuerung und Ergebnisverbesserung abgeleitet werden
        • Die Umsetzung erfolgt in einer modernen BI Software

         
        Wir unterstützen unsere Kunden bei der Konzeption und Aufbau des Monitorings.

        • Outside-in Vorschläge für die Konzeption, d.h. Module, Auswertungen, Use Cases (inkl. dafür notwendige Datenanforderung)
        • Damit kann nach einer kurzen Einführungsphase direkt mit dem Aufbau des Monitorings gestartet werden
      • Bestandssanierung mit differenzierter Beitragsanpassung
        • Insbesondere bei erhöhtem Profitabilitätsdruck müssen die Versicherer umfangreiche Bestandssanierungen durchführen
        • Es gibt verschiedene Varianten – von Sanierung schadenträchtiger Verträge über Neugeschäftskündigung sowie Beitragsanpassungen
        • Zur Vermeidung von Antiselektion ist es häufig notwendig, keine flachen Beitragsanpassungen, sondern differenzierte (individuelle) Beitragsanpassungen durchzuführen

         
        Wir unterstützen unsere Kunden beim Aufbau der methodischen Kompetenz zur differenzierten Beitragsanpassung und anschließender Umsetzung. 

        • Vorgefertigte Tools zur Szenarioanalyse in BI-Software 
      • Aktuarielle Analysemodelle zum Marktpricing
        • In einem guten Marktpricing werden neben der reinen Risikobetrachtung auch Erkenntnisse zum Wettbewerber- und Kundenverhalten berücksichtigt, um profitables Wachstum generieren zu können
        • Dazu braucht es Modelle zur Vorhersage, zum Beispiel Modelle zum Reengineering von Wettbewerbspreisen, Conversionmodelle oder Modelle zum Customer Lifetime Value

         
        Wir unterstützen unsere Kunden beim Aufbau der Modelle und anschließendem Ableiten von Maßnahmen im Marktpricing. 

        • Better Practice zu Daten(-bereinigung) und methodischem Vorgehen 
        • Compliance zu gesetzlich und regulatorisch geltenden Standards, zum Beispiel zur Wohlverhaltensaufsicht bzw. dem Supervisory Statement bezüglich Differential Pricing Practices
      • Profitabel wachsen durch holistische Neugeschäftsoptimierung
        • Die größte Wertschöpfung im Neugeschäft entsteht dann, wenn Volumen, Risikoqualität, Produkt- und Preisgestaltung aufeinander abgestimmt sind
        • Insbesondere die Abstimmung der Produkt- und Preisgestaltung ist dabei häufig herausfordernd
        • Typische Fragestellungen sind beispielsweise:
          • Welche Produktkomponenten sind den Zielkunden wichtig? 
          • Wie viel sind die Zielkunden bereit für bestimmte Produktkomponenten zu bezahlen?
          • Wie verändert sich bei Anpassung der Schadenbedarf?

         
        Wir unterstützen unsere Kunden dabei Ihre Kunden zu verstehen und die Profitabilität genau einzuschätzen.

        • Einbringen holistischer Sicht aus aktuariellem Pricing und Kunden-Nutzen-Analysen durch Marktforschung (z.B. Conjoint-Analyen)
        • Handlungsempfehlungen zur Produktanpassung

      Technischen Preis überprüfen und weiterentwickeln

      • Verbesserung der Genauigkeit des Technischen Preises
        • Der Technische Preis ist zentrale Grundlage in der Tarifierung und ergibt sich aus der aktuariellen Kalkulation
        • Um keinen Nachteil ggü. Wettbewerber zu haben, muss der Technische Preis laufend weiterentwickelt werden z.B. durch Einsatz von Data-Science-Verfahren
        • Gleichzeitig gibt es Versicherer, die nicht für alle Privat- und KMU-Produkte einen Technischen Preis haben, sondern z.B. rein externe Empfehlungen (GDV) verwenden

         
        Wir unterstützen unsere Kunden beim Aufbau von neuen bzw. bei der Weiterentwicklung bestehender Modelle.

        • Erfahrung aus verschiedenen Projekten zur Einführung und Verbesserung von Technischen Preisen 
        • Vorhandene Modellstrukturen können mit eingebracht werden (abhängig von verwendeter Software des VU)
      • Pricing Reviews

        Anlässe für einen Pricing Review gibt es verschiedene, beispielsweise

        • durch regulatorische Anforderungen (z.B. Review der versicherungsmathematischen Funktion oder internen Revision)
        • gemäß AVBs notwendig (z.B. Treuhänder für die Beitragsanpassung)
        • bei angespannten Situationen (z.B. Profitabilitätsdruck oder nach Verbesserungen im Pricing)

         
        Wir führen unabhängige Reviews durch und erstellen bei Bedarf aktuarielle Gutachten oder Bescheinigungen.

        • Externer, unabhängiger Review durchgeführt von Spezialisten
        • Unabhängiger Vergleich zu Better Practices am Markt
      • (Neue) regulatorische Anforderungen effizient erfüllen

        Es gibt eine Vielzahl an regulatorischen Anforderungen, die das Pricing von Kompositversicherer betreffen – mit steigendem Trend. Aktuelle Beispiele sind: 

        • Weiterentwicklung Wohlverhaltensaufsicht durch die BaFin 
          • Supervisory Statement der EIOPA zum Einsatz von Preisdifferenzierungspraktiken (Differential Pricing Practices)

         
        Wir unterstützen unsere Kunden häufige im ersten Schritt durch eine Anforderungsanalyse, um den notwendigen Anpassungsbedarf passgenau und effizient ableiten zu können. 

        • Aktueller Überblick über alle gesetzlich und regulatorisch geltenden Standards
        • Standardvorgehen, um neue Anforderungen effizient erfüllen zu können 

      Effizienz steigern und aktuarielle Ressourcen sinnvoll einsetzen

      • Objektive Auswahl einer neuen Pricing Software
        • Eine gute Pricing Software kann das Pricing Team deutlich entlasten, die Schnelligkeit steigern und damit nachhaltig die Effizienz steigern
        • Am Markt gibt es mehrere verschiedene Software-Anbieter – mit unterschiedlichen Stärken
        • Die optimale Software hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und Prozessen des Versicherers ab

         
        Wir unterstützen unsere Kunden bei der objektiven Auswahl einer passenden Pricing Software.

        • KPMG Scoreboard für Pricing-Software als Basis für das Assessment, um eine gute Vorauswahl treffen zu können
        • Kontakte zu allen relevanten Software-Anbietern
      • Pricing-Aktuariat der Zukunft
        • Die Pricing-Fähigkeit am Markt wird laufend weiterentwickelt
        • Versicherer wollen und müssen in ihre Pricing-Aktuariate investieren
        • Jedoch ist die Liste an Innovationsthemen lang, häufig fehlt es an einer übergreifenden Zielrichtung für das Pricing-Aktuariat

         
        Wir unterstützen unsere Kunden bei der Herleitung eines abgestimmten Ziel-Betriebsmodells für ein zum Unternehmen passendes Pricing Aktuariat der Zukunft.

        • Benchmark zu Wettbewerber 
        • Outsight-in Vorschläge zur Beschreibung des Zielbildes
      • Effizienz in Datenmanagement
        • Ein Großteil der Arbeit von Pricing-Aktuariat liegt im Thema Daten – insbesondere in der Datenaufbereitung
        • Häufig besteht der Prozess aus verschiedenen manuellen Schritten, die den Prozess verlangsamen und zusätzliche Qualitätschecks notwendig machen

         
        Wir unterstützen unsere Kunden bei der Optimierung und Automatisierung der Datenladestrecken mit dem Ziel, manuelle Schritte zu automatisieren und damit Prozesse zu beschleunigen und Qualität zu verbessern 

        • Better Practice zu methodischem Vorgehen
        • Expertise in marktüblichen Open-Source-Software-Lösungen 

      Unterstützung im Nicht-Tarifgeschäft

      • Verbesserung von Pricing-Tools im Nicht-Tarifgeschäft
        • Individuelle Risiken erfordern individuelle Preise –auch hier bildet eine fundierte Risikoeinschätzung die Basis zur Vermeidung von Antiselektion.
        • Insbesondere in einem weichen Marktumfeld ist die Einschätzung von Rabattkontingenten für den Underwriter essenziell, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.
        • Die Prämienfindung erfolgt häufig ohne ein mit dem Aktuariat entwickelten Pricing-Tool.

         
        Wir unterstützen unsere Kunden beim Aufbau bzw. der Weiterentwicklung ihres Pricingmodells inkl. der Umsetzung in Pricing-Tools.

        • Markt-Better-Practices bzgl. verwendeter Tools/Methoden/Risikomerkmale – passend zur Sparte/Produkt
        • Vorhandene Modellstrukturen können mit eingebracht werden
        • Einbringen von Underwriting Subject Matter Experts 
      • Aktuarielle Portfolioanalyse & Profitabilitätssteigerung
        • Basierend auf den aktuariellen Risikomodellen lässt sich die Profitabilität der Segmente einschätzen und zielgerichtet Steuerungsmaßnahmen ableiten
        • Hierbei gibt es verschiedene Varianten – von der Sanierung schadenträchtiger Verträge über Preisanpassungen im Renewal
        • Im Nicht-Tarifgeschäft sind dabei häufig weitere Faktoren wie z.B. das Geschäftsvolumen mit Vertriebspartnern zu berücksichtigen

         
        Wir unterstützen unsere Kunden bei der Analyse des Portfolios und der Ableitung von zielgerichteten Steuerungsmaßnahmen.

        • Praxiserprobte Tools zur Szenarioanalyse in BI-Software
        • Compliance zu gesetzlich und regulatorisch geltenden Standards
        • Einbringen von Underwriting Subject Matter Experts 
      • Weiterentwicklung Schnittstellen zwischen Pricing Aktuariat & Underwriting
        • Profitables Underwriting entsteht, wenn Marktverständnis und aktuarielles Know-how nahtlos zusammenspielen.
        • Klar definierte Prozesse zwischen Pricing Aktuariat und Underwriting helfen die operative und strategische Zusammenarbeit zu stärken.
        • Dies kann einfache Analysen bis zu einer End-2-End Lösung („Underwriting Workbench“) umfassen.

         
        Wir unterstützen unsere Kunden bei der Herleitung und Umsetzung eines abgestimmten Zielbilds zwischen Pricing Aktuariat und Underwriting.

        • Benchmark-Wissen
        • Outsight-in Vorschläge zur Beschreibung des Zielbildes
        • Einbringen von Underwriting Subject Matter Experts 

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