Swiss GAAP FER ist ein Schweizer Rechnungslegungsstandard, der klare und transparente Finanzberichterstattung ermöglicht.

Ziel des Standards ist es, ein möglichst zuverlässiges Bild der finanziellen Lage und Leistung eines Unternehmens zu vermitteln. Angewendet wird der Standard von kleinen und mittleren Unternehmen, Konzernen und kotierten Gesellschaften in der ganzen Schweiz.

Diese Seite erläutert das Regelwerk und bietet praxisorientierte Hilfsmittel für die tägliche Anwendung – darunter unsere Publikationen, Checklisten, Factsheets und Interpretationshilfen.

Prof. Dr. Reto Eberle

Partner, Member of the Department of Professional Practice

KPMG Switzerland

Dr. Silvan Loser

Partner, Head of DPP Swiss Accounting

KPMG Switzerland


Schnellzugriff: Wichtige Swiss GAAP FER Publikationen

Wenn Sie bereits wissen, wonach Sie suchen, finden Sie hier unsere zentralen Dokumente zu Swiss GAAP FER:

Swiss GAAP FER Broschüre –
11. Auflage


Ein kompakter Überblick über alle Swiss GAAP FER Standards, inklusive einer illustrativen Konzernrechnung sowie einer Checkliste für Einzel- und Konzernabschlüsse.

Swiss GAAP FER Brochure

Swiss GAAP FER (11. Auflage)

Übersicht, illustrativer Konzernabschluss und Checkliste

Swiss GAAP RPC (11. Ausgabe erscheint demnächst)

FER 16 (überarbeitet)


FER 16 regelt die Bilanzierung von Vorsorgeverpflichtungen. Die überarbeitete Empfehlung, verabschiedet am 2. Dezember 2025 und gültig ab dem 1. Januar 2027, soll die Transparenz erhöhen, verfügbare Bilanzierungsoptionen klarer definieren und die Ergebnisvolatilität reduzieren.

Swiss GAAP FER Brochure

Swiss GAAP FER 16 - Kernelemente des überarbeiteten Standards

Eckpunkte der Überarbeitung und Hinweise zur Erstanwendung

Swiss GAAP FER Brochure

Swiss GAAP RPC 16 - Points clés de la révision

Points clés du remaniement et conseils pour la première application (auf Französisch)


Was ist Swiss GAAP FER?

Swiss GAAP FER (französisch: Swiss GAAP RPC) ist ein modular aufgebauter Rechnungslegungsstandard, der die Grundsätze der Erfassung, Bewertung und Darstellung von Finanzabschlüssen in der Schweiz definiert. Er fördert eine transparente Finanzberichterstattung und gilt für KMU, Konzerne, börsenkotierte Unternehmen sowie für branchenspezifische Einrichtungen wie Non-Profit-Organisationen, Pensionskassen und Versicherungen.

Alle Unternehmen wenden das Rahmenkonzept und die Kernstandards der FER an. Konzerne erstellen ihren Abschluss nach FER 30; kotierte Gesellschaften müssen zusätzlich FER 31 einhalten.


Für wen ist Swiss GAAP FER geeignet?

Swiss GAAP FER wird typischerweise eingesetzt von:

    • kleinen und mittleren Unternehmen

      die einen anerkannten Abschluss über die Anforderungen des Obligationenrechts hinaus benötigen

    • Non-Profit-Organisationen, Pensionskassen und Versicherungen,

      die branchenspezifische Empfehlungen anwenden

    • Konzernen mit nationalem Schwerpunkt,

      die konsolidierte Abschlüsse erstellen

    • börsenkotierte Gesellschaften

      im Swiss Reporting Standard

    Das Regelwerk bietet Flexibilität, gewährleistet zugleich jedoch Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit über verschiedene Unternehmen hinweg.

    Aufbau und Struktur der Swiss GAAP FER

    Swiss GAAP FER ist modular aufgebaut. Dadurch können Unternehmen die Standards in Abhängigkeit von ihrer Grösse, Komplexität und dem jeweiligen Berichterstattungsbedarf anwenden. Das Regelwerk besteht aus mehreren Ebenen, die sich mit zunehmenden Anforderungen an den Finanzbericht erweitern.

    • Rahmenkonzept

      Gilt für alle Unternehmen und bildet die konzeptionelle Grundlage für Ansatz, Bewertung und Darstellung.

    • Kern-FER-Standards

      Pflicht für kleine, mittlere und grosse Unternehmen, die Swiss GAAP FER anwenden. Diese Standards decken grundlegende Prinzipien ab – darunter Bewertungsgrundsätze, die Darstellung von Bilanz, Erfolgsrechnung und Geldflussrechnung sowie erforderliche Mindestangaben.

    • Themenspezifische Standards

      Zusätzliche Vorgaben, die für mittelgrosse und grosse Unternehmen gelten – etwa zu Vorsorgeverpflichtungen, Rückstellungen, immateriellen Anlagen oder derivativen Finanzinstrumenten.

    • Konzernrechnung (FER 30)

      Verpflichtend für Unternehmen, die konsolidierte Abschlüsse erstellen.

    • Börsenkotierte Unternehmen (FER 31)

      Beinhaltet ergänzende Anforderungen für kotierte Gesellschaften – darunter die Ermittlung des Ergebnisses je Aktie, Segmentberichterstattung und Zwischenabschlüsse.


    Diese abgestufte Struktur gewährleistet die Verhältnismässigkeit: Kleinere Unternehmen wenden nur die Kernbestandteile an, während Konzerne und kotierte Gesellschaften zusätzliche Standards erfüllen müssen, die ihren erhöhten Transparenzanforderungen entsprechen.

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    Abbildung: Aufbau der Swiss GAAP FER


    Swiss GAAP FER vs. IFRS vs. Obligationenrecht

    Bei der Wahl eines Rechnungslegungsstandards in der Schweiz vergleichen Unternehmen in der Regel Swiss GAAP FER, die International Financial Reporting Standards (IFRS) und das Schweizer Obligationenrecht (OR).

    Die Entscheidung hängt von den Zielen der Berichterstattung, den Erwartungen der Stakeholder, der Unternehmenskomplexität und Kostenüberlegungen ab. Alle drei Rahmenwerke sind in der Schweiz zulässig, unterscheiden sich jedoch deutlich in Zielsetzung, Umfang und Detaillierungsgrad:

    • Swiss GAAP FER: Modular aufgebaut, prinzipienorientiert, Schweizer True-and-Fair-View-Standard
    • IFRS: International ausgerichtet, stärker detailliert, geeignet für global tätige oder kapitalmarktorientierte Unternehmen
    • Schweizer OR: gesetzliche Mindestanforderungen mit Fokus auf Gläubigerschutz

    Vergleichsübersicht

    Kriterium

    Swiss GAAP FER

    IFRS

    Schweizerisches Obligationenrecht (OR)

    Hauptzielsetzung

    Transparente Berichterstattung gemäss anerkanntem Schweizer Standard, True‑and‑Fair‑View

    Weltweit vergleichbare Finanzberichterstattung

    Gesetzliche Rechnungslegung nach Schweizer Recht

    Regulierung

    Privater Standard, in der Schweiz offiziell anerkannt

    Internationaler Standard des IASB

    Schweizer Gesetzgebung

    Typische Anwender

    KMU, Konzerne, kotierte Unternehmen 

    International tätige und kapitalmarktorientierte Unternehmen

    Unternehmen mit rein gesetzlicher Rechnungslegung

    Nutzung für Konzernabschlüsse

    Ja

    Ja

    Eingeschränkt

    Anwendbarkeit für kotierte Unternehmen in der Schweiz

    Ja (nur Swiss Reporting Standard)

    Ja

    Nein


    Zentrale Swiss GAAP FER-Themen in der Praxis

    Swiss GAAP FER ist prinzipienorientiert und bewusst kompakt. Dies schafft Flexibilität, erfordert jedoch solides fachliches Urteilsvermögen – insbesondere bei komplexen Transaktionen oder limitierter Guidance.

    Die folgenden Themenbereiche zeigen häufige Praxisfragen auf und verweisen direkt auf relevante Factsheets und Publikationen.

    Konzernrechnung (FER 30)

    Die Konsolidierung gehört zu den anspruchsvollsten Bereichen unter Swiss GAAP FER. Konzernstrukturen, Akquisitionen oder Eigentumsänderungen werfen oft Fragen auf, die über technische Konsolidierungsregeln hinausgehen. Typische Schwerpunkte sind schrittweise Anteilserwerbe, die Behandlung von Minderheitsanteilen, Goodwill-Bilanzierung und Kontrolländerungen.

     

    Weiterführende Informationen und Factsheets


    Kotierte Unternehmen (FER 31)

    Börsenkotierte Unternehmen unterliegen erhöhten Anforderungen an Transparenz und Vergleichbarkeit. FER 31 führt Offenlegungsregeln ein, die über die anderen Swiss GAAP FER-Standards hinausgehen. Häufige Fragestellungen betreffen den Gewinn je Aktie, Segmentberichterstattung, Zwischenabschlüsse und anteilsbasierte Vergütungen.

     

    Weiterführende Informationen und Factsheets

    Swiss GAAP FER Brochüre

    FER 31

    Ergänzende Empfehlungen für börsenkotierte Unternehmen


    Swiss GAAP FER Brochüre

    RPC 31

    Recommandation complémentaire pour les sociétés cotées (auf Französisch)


    Geldflussrechnung (FER 4)

    Die Erstellung der Geldflussrechnung ist in der Praxis regelmässig eine Herausforderung. Fehler treten oft im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen, Währungsumrechnungen oder Cash-Pooling-Vereinbarungen auf. Eine sorgfältige Analyse ist erforderlich, um operative Geldflüsse korrekt abzugrenzen.
     

    Weiterführende Informationen und Factsheets


    Finanzinstrumente (FER 27)

    Swiss GAAP FER bietet nur begrenzte Vorgaben zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten. Die Klassifizierung, Bewertung und Offenlegung erfordern daher sorgfältiges Ermessen – insbesondere im Umgang mit Derivaten oder Absicherungsgeschäften.
     

    Weiterführende Informationen und Factsheets



    Erstanwendung und Wechsel auf Swiss GAAP FER

    Die meisten Unternehmen wechseln von den Vorschriften des Obligationenrechts oder den IFRS zu Swiss GAAP FER.

    Eine erfolgreiche Umstellung erfordert eine strukturierte Beurteilung der relevanten Anforderungen sowie die Definition geeigneter Bilanzierungs- und Offenlegungsgrundsätze.

    Dazu gehören die Festlegung FER‑konformer Rechnungslegungsrichtlinien, die Erstellung einer Eröffnungsbilanz zum Umstellungszeitpunkt sowie die Ergänzung der notwendigen Angaben im ersten Abschluss nach Swiss GAAP FER.

    Für Unternehmen, die eine begleitete Umsetzung wünschen, bieten wir umfassende Swiss GAAP FER‑Conversion‑Services – von der ersten Einschätzung bis zur erfolgreichen Implementierung.

      Swiss GAAP FER Brochure

      Umstellung auf Swiss GAAP FER

      Handlungsspielraum und praktische Gestaltungsmöglichkeiten


      Swiss GAAP FER Brochüre

      Swiss GAAP FER conversion

      Scope of action and practical design options (auf Englisch)


      Wie kann KPMG helfen?

      KPMG unterstützt Unternehmen während des gesamten Implementierungsprozesses, einschliesslich Planung, Umstellung, Erstellung sowie Prüfung der Abschlüsse.

      Unsere Dienstleistungen umfassen unter anderem: Beratung bei der Wahl des passenden Rechnungslegungsstandards, Unterstützung bei der Umstellung von Einzel- und Konzernabschlüssen, Klärung technischer Anwendungsfragen, Durchführung und Begleitung von Prüfungen nach Swiss GAAP FER.

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      Swiss GAAP FER regelt wichtige Fragen der Rechnungslegung. Wir unterstützen Sie bei der Umsetzung und Prüfung.


      Unsere Expertise live erleben

      Am jährlichen Swiss GAAP FER Kundenevent profitieren Sie vom direkten Austausch mit den Personen, die die Standards prägen.

      Prof. Dr. Reto Eberle – Präsident des Stiftungsrats – und Dr. Silvan Loser – Mitglied des Fachausschusses und der Fachkommission – vermitteln aus erster Hand Einblicke in aktuelle Interpretationen, anstehende Entwicklungen und zentrale Herausforderungen für Unternehmen.

      Durch Vorträge zu aktuellen Themen und branchenspezifische Workshops erhalten Sie praxisnahe Hinweise zu neuen FER‑Themen und können Ihre eigenen Fragestellungen direkt mit unseren Expertinnen und Experten besprechen.

      FAQ zu Swiss GAAP FER

      Nein. Der Standard ist freiwillig, aber in der Schweiz anerkannt. Unternehmen können ihn anwenden, wenn sie über die Anforderungen des Obligationenrechts hinaus berichten möchten.

      Ja. Unternehmen im Swiss Reporting Standard dürfen Swiss GAAP FER verwenden. In diesem Fall ist zusätzlich FER 31 anzuwenden.

      Swiss GAAP FER ist ein prinzipienbasierter Schweizer Rechnungslegungsstandard. IFRS stellt ein umfassendes internationales Regelwerk dar, das insbesondere detailliertere Offenlegungspflichten vorsieht.

      Ja. Konzernabschlüsse nach Swiss GAAP FER richten sich nach FER 30, welcher die Konsolidierungsvorschriften definiert.

      Unternehmen führen in der Regel eine Gap‑Analyse durch, definieren FER‑konforme Bilanzierungsrichtlinien und erstellen eine Eröffnungsbilanz. Im ersten Anwendungsjahr sind zusätzliche Angaben erforderlich.

      Ja. Das Regelwerk enthält spezifische Standards für gemeinnützige Organisationen, Vorsorgeeinrichtungen und Versicherungsunternehmen.


      Ihre Ansprechpartner

      Prof. Dr. Reto Eberle

      Partner, Mitglied des Department of Professional Practice

      KPMG Switzerland

      Dr. Silvan Loser

      Partner, Leiter DPP Swiss Accounting

      KPMG Switzerland

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