FMA: Versicherungen steigern Ergebnis um 51 Prozent und stärken Kapital – geringere Unwetterschäden entlasten
Die österreichischen Versicherer steigerten 2025 ihr EGT um 51 Prozent auf EUR 2,46 Mrd. Treiber waren ein Prämienwachstum von 4,8 Prozent auf EUR 24,3 Mrd. und geringere Unwetterschäden. Der Solvenzgrad stieg auf 280 Prozent. Besonders stark entwickelten sich Kranken‑ sowie Schaden‑ und Unfallversicherung.
EIOPA veröffentlicht dritten Bericht über die Anwendung der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD)
Der am 30. März veröffentlichte Bericht von EIOPA zur Struktur des Versicherungsvertriebsmarktes bestätigt bekannte Entwicklungen aus früheren Erhebungen. Die Zahl der registrierten Versicherungsvermittler:innen ist in den letzten zwei Jahren weiter zurückgegangen. Hauptursachen dafür sind Marktkonsolidierung, gestiegene berufliche Anforderungen sowie Schwierigkeiten, Nachwuchskräfte zu gewinnen und altersbedingte Abgänge zu kompensieren. Gleichzeitig ist die Zahl der Vermittler:innen mit EU‑Pass zwischen 2020 und 2024 um zwölf Prozent gestiegen, was auf ein wachsendes Interesse an grenzüberschreitendem Vertrieb hinweist.
Die Qualität der Beratung und der Verkaufspraktiken hat sich in einigen Märkten verbessert, während in anderen weiterhin erhebliche Defizite bestehen. Besonders nach Vertragsabschluss zeigen sich Schwächen, etwa durch sehr lange Bearbeitungszeiten bei Schadenfällen. Erkenntnisse aus Mystery‑Shopping‑Untersuchungen zeigen zudem, dass umfangreiche und detaillierte Beratungsgespräche nicht automatisch zu besser passenden Produkten führen. Dies deutet auf einen möglichen Bedarf an vereinfachten Verkaufsprozessen hin.
Im Bereich des digitalen Vertriebs gewinnt der Einsatz von generativer künstlicher Intelligenz, etwa durch Chatbots und Vertriebstools, zunehmend an Bedeutung. Da die Versicherungsvertriebsrichtlinie digitale Kanäle und KI‑basierte Beratung nicht umfassend reguliert, besteht zusätzlicher Klärungsbedarf aus regulatorischer Sicht.
Darüber hinaus werden Nachhaltigkeitsinformationen und Präferenzabfragen von vielen Kund:innen nur unzureichend verstanden. Uneinheitliche Anwendung durch Vermittler:innen sowie Wissenslücken im Bereich Sustainable Finance verschärfen diese Problematik. Auch Unterschiede zwischen den regulatorischen Vorgaben, insbesondere zwischen SFDR und IDD, erschweren den Vertriebsprozess. Zwar wurden ungeeignete Produkte nur selten festgestellt, dennoch bestehen Zweifel an der Verhältnismäßigkeit und Wirksamkeit der bestehenden Anforderungen.
Schließlich bleiben Fehlanreize durch Provisionen und mangelnde Transparenz ein Risiko für den Verbraucherschutz, vor allem in der Lebensversicherung und bei Restschuldversicherungen. Einige nationale Aufsichtsbehörden erwägen daher strengere Maßnahmen. Insgesamt bietet die IDD weiterhin einen gemeinsamen Mindeststandard, doch Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Vertriebsanreize erfordern weiterhin erhöhte Aufmerksamkeit.
Weiterführende Informationen und den Link zu dem Bericht finden Sie hier.
FSB-Jahresbericht 2025 veröffentlicht
Das Financial Stability Board (FSB) hat am 24. März 2026 seinen Jahresbericht 2025 veröffentlicht. Darin wird die Arbeit des FSB zur Förderung der globalen Finanzstabilität im Jahr 2025 beschrieben.
Der aktuelle Jahresbericht des Financial Stability Board zeigt deutlich, dass Versicherungen zwar nicht im Zentrum der Analyse stehen, aber zunehmend als relevanter Teil des globalen Finanzsystems betrachtet werden. Für Versicherer besonders wichtig ist der Fokus des FSB auf Kapitalmarkt‑, Liquiditäts‑ und Vernetzungsrisiken außerhalb des Bankensektors. Versicherungen werden dabei ausdrücklich als langfristige Investor:innen im Bereich der nicht‑banklichen Finanzintermediation genannt, etwa über Engagements in Private Credit, Immobilien, Fondsstrukturen und andere illiquide Anlagen.
Ein zentrales Signal betrifft zudem Recovery‑ und Resolution‑Planning für Versicherer. Der FSB arbeitet an klareren Kriterien, welche Versicherungen künftig unter entsprechende Anforderungen fallen sollen, und hat die Gruppe der betroffenen Versicherer bereits ausgeweitet. Für größere Versicherungsgruppen gewinnt damit das Thema Abwicklungsfähigkeit und Krisenvorsorge weiter an strategischer Bedeutung.
Darüber hinaus hebt der Bericht anhaltende Verwundbarkeiten in kommerziellen Immobilienmärkten, Bewertungsunsicherheiten sowie potenzielle Marktstress‑Szenarien hervor. Diese Entwicklungen sind für Versicherer vor allem im Kontext von ALM, ORSA und dem Prudent Person Principle relevant. Auch Klimarisiken, Extremwetterereignisse und wachsende Versicherungslücken werden als mögliche Treiber von Finanzstabilitätsrisiken identifiziert.
Insgesamt dient der Bericht weniger als operative Anleitung, sondern vielmehr als Frühindikator für Themen, die künftig stärker in den Fokus von Aufsicht, Regulatorik und Vorstandsagenda rücken werden.