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      Die EIOPA hat am 1. April 2026 ihren Jahres­bericht über die Kosten und die Wertent­wicklung von Anlage­produkten für Privat­kunden in der Europäischen Union ver­öffentlicht, der den Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2024 abdeckt.


      Der Bericht bietet einen Überblick über die Wertentwicklung und die Kosten versicherungs­basierter Anlageprodukte auf der Grundlage einer Stichprobe von fast 6.000 Versicherungs­produkten von 175 Unternehmen, die über 60 Pro­zent der Prämien für fondsgebundene Versicherungen und Gewinnbeteiligungen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) aus­machen, sowie von 1.677 Produkten mit Rentenmerkmalen.

      Kurzüberblick – Highlights

      • Umfang und Stichprobe: Der Bericht deckt den Zeitraum 2020–2024 ab und basiert auf Daten von 175 Unter­nehmen mit 5.906 Produkten; eine einheitliche Methodik via PRIIPs-KIDs ermöglicht Ver­gleichbarkeit, auch wenn KID-Kosten tendenziell eher obere Schätzungen sind. Die Datenerhebung umfasste die meist­verkauften, teuersten und günstigsten Produkte; nur Produkte, die am 31. Dezember 2024 am Markt waren, wurden berück­sichtigt. 
      • Marktlandschaft 2024: Rund 80 Prozent der Prämien flossen in Produkte mit niedrigem bis mittlerem Risiko (SRI ≤ 3). Die durchschnittlichen empfohlenen Haltefristen variieren stark zwischen den Mitgliedstaaten. Bancassurance dominiert mit 70 Prozent der Prämien; der Online-Vertrieb bleibt mit 2,4 Prozent gering. 
      • Performance 2024: Unit-linked (inkl. Hybrid-UL) erzielten positive Nettorenditen – durchschnittlich ca. 7,5 Pro­zent (SRI 1–3) bis 16,9 Prozent (SRI 4–7) – mit deutlicher Streuung über Produkte hinweg. Profit-Participation-Produkte (inkl. Hybrid-PP) lagen bei durchschnittlich 2,3 Prozent und zeichnen sich durch gleichmäßigere, schock­resistentere Erträge aus. 
      • Inflations- und Risikokontext 2020–2024: Unit-linked mit niedrigerem Risiko (SRI 1–3) erzielten nominal ca. 2,1–2,3 Prozent p. a. und lagen real unter der Inflation, während höheres Risiko (SRI 4–7) im Schnitt ca. 8 Prozent nominal erzielte. PP bot die niedrigsten nominalen Erträge (durchschnittlich 1,5 Prozent), war jedoch in jedem Jahr positiv. Ein großer Teil der PP-Prämien wies mindestens 90 Prozent Kapitalgarantie zur vorgeschlagenen Haltedauer auf. 
      • Kostenentwicklung und -niveaus: Bei UL zeigt sich 2024 eine moderate Kosten­senkung (RIY – Reduction in Yield – um 8 Basispunkte im Durchschnitt), jedoch mit deutlichen Länderunterschieden. Teilweise liegen die UL-Durchschnittskosten über 3 Prozent RIY (z. B. Rumänien, Slowenien); bei PP zählt Ungarn zu den teuersten Märkten. Kostenunterschiede lassen sich nur teilweise durch Produktmerkmale oder Länder erklären; unter­nehmensspezifische Faktoren spielen eine große Rolle. 
      • RIY nach Haltefrist (EWR-gewichtet): UL-RIY im Schnitt etwa 2,3 Prozent (kurz < 10 Jahre), 2,7 Prozent (mittel 10–20 Jahre) und 1,5 Prozent (lang > 20 Jahre). PP/HY-PP liegen bei ca. 1,4 Prozent (kurz), 1,5 Prozent (mittel) und 1,1 Prozent (lang). 
      • Pensionsprodukte (PPP): 2024 erzielten PPP mit UL-Charakter im Schnitt ca. 9,6 Pro­zent Rendite; PPP mit PP-Charakter ca. 1,4 Prozent. 2020–2024 lagen annualisierte Nettorenditen bei ca. 4,2 Prozent (UL) bzw. 1 Prozent (PP). Kosten: RIY stieg bei UL-PPP auf 2,4 Prozent, sank bei PP-PPP auf 1,3 Prozent.
      Rainer Kaufmann

      Senior Manager, Audit/Actuarial, Wien

      KPMG Austria


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