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      Der Global Female Leaders Outlook wurde heuer zum sechsten Mal durchgeführt. Befragt wurden 634 weibliche Führungskräfte aus 46 Ländern, darunter auch Österreich. Die Ergebnisse zeigen hohes Vertrauen in das eigene Unternehmen, gleichzeitig Skepsis gegenüber dem Wirtschaftsstandort Österreich und einen pragmatischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Erstmals wurden außerdem Einschätzungen zum Thema Women's Health erhoben.



      Ausblick: Zuversicht für das eigene Unternehmen

      Während Optimismus im Hinblick auf das eigene Unternehmen herrscht, sieht die Mehrheit der Umfrageteilnehmerinnen die Chancen auf Wirtschaftswachstum in Österreich skeptisch.

      • 66 Prozent blicken zuversichtlich oder sehr zuversichtlich auf die Wachstumsperspektiven ihres Unternehmens in den kommenden drei Jahren.

        Getragen wird dieses Vertrauen von finanzieller Widerstandsfähigkeit und organisationaler Agilität (je 36 Prozent) sowie einer klaren und glaubwürdigen Unternehmensstrategie (34 Prozent).

      • Für den Standort Österreich sind nur 35 Prozent zuversichtlich.

        Die Weltwirtschaft wird mit 39 Prozent sogar positiver bewertet als die im eigenen Land – international ist es umgekehrt (42 Prozent für das entsprechende Heimatland, 28 Prozent für die Weltwirtschaft).

      • Als größte Herausforderung nennen 40 Prozent die makroökonomische Unsicherheit

        durch Inflation, Zinsen und Rezessionsrisiko (international: 29 Prozent). 44 Prozent rechnen mit einem sinkenden Mitarbeiter:innenstand (international: 31 Prozent).


      Künstliche Intelligenz: Nutzen im Alltag, Zurückhaltung beim nächsten Schritt

      Österreichs weibliche Führungskräfte berichten, dass KI den Arbeitsalltag zwar spürbar entlastet, im Kerngeschäft bleibt man allerdings vorsichtig.

      • Den größten persönlichen KI-Nutzen

        sehen die Befragten in schriftlicher Kommunikation und Content-Erstellung (65 Prozent, international: 58 Prozent) sowie in täglicher Effizienz und administrativer Arbeit (60 Prozent, international 69 Prozent). 

      • Messbar profitable Anwendungsfälle

        liegen in Österreich vor allem im internen Wissensmanagement (57 Prozent), in der Datenanalyse und Entscheidungsunterstützung (53 Prozent) sowie in der Automatisierung repetitiver Verwaltungstätigkeiten (52 Prozent). International liegt die Automatisierung als Anwendungsfall an erster Stelle (49 Prozent), gefolgt von der Datenanalyse (44 Prozent).

      • Bislang gar keinen profitablen Nutzen

        sehen nur 5 Prozent (international: 10 Prozent).

      • Als größte Schattenseiten von KI

        gelten in Österreich als auch international KI-bezogene Sicherheitsrisiken (52 Prozent bzw. 48 Prozent) und begrenztes Vertrauen in Ergebnisse und Entscheidungslogik (47 Prozent bzw. 39 Prozent). Auch der häufigste Grund, warum KI-Anwendungsfälle nicht profitabel werden, ist in Österreich sowie international derselbe: mangelhafte Integration in Kernprozesse (jeweils 34 Prozent). 

      • Agentische KI

        halten 44 Prozent im Ansatz für potenziell wertvoll, sehen ihr Unternehmen aber noch nicht bereit (international: 27 Prozent).


      Entgeltgleichheit: Teilzeit als zentraler Faktor

      Bei den Ursachen für Entgeltunterschiede zeigt Österreich im internationalen Vergleich deutliche Abweichungen.

      • Entlohnung

        50 Prozent der Befragten in Österreich und international halten die Bezahlung bei vergleichbarer Arbeit für weitgehend gerecht. 45 Prozent (international: 36 Prozent) sehen Frauen schlechtergestellt. Nur 3 Prozent geben an, das Thema sei zu intransparent für eine Beurteilung (international: 11 Prozent).

      • Karriereunterbrechungen und Teilzeitarbeit

        werden von 63 Prozent als Hauptursache für Entgeltunterschiede genannt – international sind es nur 33 Prozent. 

      • Organisationale Flexibilität

        etwa für Teilzeitarbeit, bezeichnen 47 Prozent als entscheidend für die eigene Karriere (international: 27 Prozent).


      Women's Health: viel Flexibilität, aber wenig Struktur

      Ein besonderer Schwerpunkt des diesjährigen Global Female Leaders Outlook liegt auf dem Thema Women's Health. 

      • Unterstützung durch das Unternehmen

        wird von 43 Prozent als gut oder sehr gut bewertet (international: 46 Prozent).

      • Flexible Arbeitsmodelle für gesundheitsbezogene Bedarfe

        dominieren in Österreich und international als verfügbare Maßnahme (55 Prozent bzw. 52 Prozent). Strukturelle Angebote fallen allerdings deutlich ab: Gesundheitsleistungen mit Bezug zu Frauengesundheit nennen 11 Prozent (international: 26 Prozent) und Unterstützungsprogramme 10 Prozent (international: 19 Prozent).

      • Frauengesundheitsbezogene Faktoren und Bedarfe

        Nur 42 Prozent der weiblichen Führungskräfte in Österreich fühlen sich wohl dabei, entsprechende Bedarfe im Arbeitskontext anzusprechen. Zugleich berichten 45 Prozent, dass frauengesundheitsbezogene Faktoren ihre tägliche Arbeitsfähigkeit im Lauf der Karriere zumindest moderat beeinträchtigt haben.

      • Awareness und Kommunikation von Frauengesundheitsthemen

        Die größte Lücke sehen die Befragten beim Bewusstsein und Verständnis für Frauengesundheitsthemen (37 Prozent), gefolgt von offener Kommunikation und der Sensibilisierung von Führungskräften (je 21 Prozent).


      Global Female Leaders Outlook 2026

      Karin Artner

      Partnerin, Advisory / Deals & Strategy, Wien

      KPMG Austria

      Susanne Flöckner

      Partnerin, Advisory / Head of Forensic & GRC, Wien

      KPMG Austria




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