Das Schweizer Gesundheitswesen steht unter zunehmendem Druck.

Eine alternde Bevölkerung, steigende Kosten und höhere Erwartungen an Qualität und Zugänglichkeit verändern die Anforderungen an die Versorgung grundlegend.

Gleichzeitig erwarten Patientinnen und Patienten heute eine nahtlose, digitale und personalisierte Betreuung.

Doch viele Organisationen stehen weiterhin vor fragmentierten Systemen und begrenzten digitalen Fähigkeiten. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens in der Schweiz verläuft damit vielerorts langsamer als erwartet.

Vor diesem Hintergrund gewinnt das Konzept von Connected Health zunehmend an Bedeutung. 

Ziel ist eine vernetzte Gesundheitsversorgung, in der Menschen, Prozesse, Daten und Technologien nahtlos zusammenspielen und Informationen entlang des gesamten Behandlungspfads verfügbar sind.

Michael Herzog

Partner, Sektorleiter Gesundheitswesen, Leiter Audit Non-Profit Organisationen und öffentliche Verwaltungen

KPMG Switzerland

Christoph Marschner

Director, Digital Transformation

KPMG Switzerland


Warum der Status quo nicht mehr ausreicht

Die bestehenden Strukturen im Gesundheitswesen sind häufig historisch gewachsen und nur begrenzt integriert. Unterschiedliche Systeme, Medienbrüche und siloartige Organisationen erschweren eine effiziente und durchgängige Versorgung.

Vor diesem Hintergrund entwickelt sich die digitale Transformation im Gesundheitswesen von einer operativen Aufgabe zu einem strategischen Hebel.

Sie wird zur Voraussetzung, um Qualität, Effizienz und Patientenerlebnis nachhaltig zu verbessern und neue digitale Gesundheitslösungen zu ermöglichen.

Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis eine deutliche Lücke zwischen strategischem Anspruch und operativer Umsetzung.

Laut KPMG Global CEO Outlook - Healthcare zeigt sich diese Lücke auch weltweit:

  • 72% der Healthcare CEOs sagen, dass ihre Organisation mit der Geschwindigkeit der Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) Schritt hält
  • 92% halten ihren Vorstand für fähig, die Einführung neuer Technologien wie KI zu steuern
  • 55% sehen weiterhin Herausforderungen bei der Verfügbarkeit ihrer Daten

Trotz zunehmender digitaler Innovation im Gesundheitswesen bleibt die Umsetzung damit eine zentrale Herausforderung.

Vom Einzelsystem zum vernetzten Gesundheitsökosystem

Im Zentrum der Transformation steht ein vernetztes Gesundheitsökosystem. Dieses verbindet Patientinnen und Patienten, Fachpersonal sowie Daten und Prozesse entlang des gesamten Behandlungspfads.

Das elektronische Gesundheitsdossier (E-GD) soll dieses Ziel unterstützen, indem es den institutionsübergreifenden Austausch von Gesundheitsinformationen fördert und damit eine wichtige Grundlage für eine integrierte Versorgung schafft.


Ein wesentliches Technologie-Element, um Connected Health zu ermöglichen

Die Entwicklung hin zu Connected Health wird durch mehrere Faktoren unterstützt. Fortschritte in den Bereichen Datenplattformen, KI und Automatisierung ermöglichen effizientere Abläufe und fundiertere Entscheidungen.

Gleichzeitig gewinnen interoperable Systeme und digitale Schnittstellen an Bedeutung, da sie die Grundlage für eine organisationsübergreifende Zusammenarbeit bilden.

Eine zentrale Rolle spielen dabei moderne Klinikinformationssysteme (KIS), die als digitales Rückgrat der Versorgung fungieren und den Austausch von Daten entlang der gesamten Behandlungskette ermöglichen.

Klinikinformationssysteme (KIS)

Wie Spitäler die digitale Transformation im Gesundheitswesen strategisch, kulturell und technologisch erfolgreich gestalten. Mit Fokus auf Connected Health.
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Warum viele digitale Initiativen scheitern

Trotz technologischer Fortschritte bleibt die Umsetzung anspruchsvoll. Viele Organisationen kämpfen weiterhin mit eingeschränkter Datenverfügbarkeit, heterogenen IT-Landschaften und fehlender Standardisierung.

Hinzu kommen regulatorische Anforderungen, steigende Cyberrisiken sowie der zunehmende Fachkräftemangel, der die Transformation zusätzlich erschwert.

"Es steht ausser Frage, dass die Digitalisierung als entscheidender Katalysator für die Gestaltung der Zukunft von Versorgungsmodellen dienen wird.

Die grösste Herausforderung liegt in dem Umfang der Transformation, die erforderlich ist, um die von den Führungskräften erwartete Kapitalrendite aus digitalen Initiativen zu erzielen."

Dr. Jaz Dhaliwal

Global Digital Healthcare Lead, Partner

KPMG International, KPMG UK


Warum Kultur über den Erfolg der Transformation entscheidet

Der Erfolg digitaler Transformation hängt entscheidend von organisatorischen und kulturellen Faktoren ab. Neue Technologien entfalten erst dann Wirkung, wenn sie in bestehende Arbeitsweisen integriert und von Mitarbeitenden akzeptiert werden.

Das zeigt auch Die Rolle der Kultur für das Gelingen der digitalen Transformation, für die Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen befragt wurden. 

Vertrauen, transparente Kommunikation und die aktive Einbindung der Belegschaft sind zentrale Voraussetzungen für eine nachhaltige Förderung der digitalen Transformation. Führungskräfte übernehmen dabei eine Schlüsselrolle, indem sie Orientierung bieten und den Wandel vorleben.

Was ist Connected Health und welche Vorteile bringt dieser Ansatz mit sich?

Connected Health schafft die Grundlage für eine vernetzte Gesundheitsversorgung, in der Informationen entlang des gesamten Behandlungspfads verfügbar sind.

Für Gesundheitsorganisationen ergeben sich daraus mehrere Vorteile:

  • Verbesserte Zusammenarbeit zwischen Leistungserbringer
  • Höhere Transparenz und Verfügbarkeit relevanter Informationen
  • Effizientere Prozesse und weniger Medienbrüche
  • Eine stärkere Patientenorientierung
  • Bessere Grundlagen für datenbasierte Entscheidungen

Klinikinformationssysteme (KIS) bilden dafür eine wichtige Grundlage. Gleichzeitig zeigt die KPMG-Studie Clarity on Healthcare 2026, dass nachhaltige Transformation nicht allein von Technologie abhängt, sondern ebenso von den organisatorischen und kulturellen Veränderungen, die sie begleiten.

Fazit: Digitalisierung des Gesundheitswesens braucht einen integrierten Ansatz

Die digitale Transformation im Gesundheitswesen markiert den Übergang von isolierten Lösungen hin zu integrierten Versorgungssystemen.

Connected Health steht dabei für ein Zukunftsbild, in dem Daten, Prozesse und Akteure nahtlos miteinander verbunden sind.

Organisationen, die diesen Wandel aktiv gestalten, schaffen die Grundlage für eine effizientere Versorgung, bessere Behandlungsergebnisse und nachhaltige Gesundheitsleistungen für die Schweizer Bevölkerung.

Was Führungskräfte jetzt konkret tun müssen

Für Entscheidungsträger bedeutet dies, digitale Transformation als integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie zu verankern.

Gleichzeitig müssen Organisationen Silos abbauen und die Zusammenarbeit über Fachbereiche und Institutionen hinweg stärken.

Neben technologischen Investitionen gewinnt insbesondere die Gestaltung des kulturellen Wandels an Bedeutung. Darüber hinaus ist es entscheidend, Fortschritte systematisch zu messen und transparent zu kommunizieren.

Gemeinsam Wandel gestalten – mit Weitblick und Wirkung

Die digitale Transformation im Gesundheitswesen verlangt nach einem ganzheitlichen Ansatz.

Unsere Expertenteams begleiten Organisationen bei der Entwicklung und Umsetzung von digitalen Strategien für Spitäler, die nachhaltig sind – von der Standortbestimmung über Governance- und Transformationsfragen bis zur praktischen Umsetzung vernetzter Gesundheitslösungen.

Ihre Ansprechpartner

Michael Herzog

Partner, Sektorleiter Gesundheitswesen, Leiter Audit Non-Profit Organisationen und öffentliche Verwaltungen

KPMG Switzerland

Christoph Marschner

Director, Digital Transformation

KPMG Switzerland

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