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      Künstliche Intelligenz (KI) ist nicht mehr bloß ein technisches Werkzeug, sondern entwickelt sich zunehmend zum aktiven Teammitglied. Der nachhaltige Erfolg von KI entscheidet sich dabei nicht an einzelnen Tools, sondern an der Fähigkeit, Prozesse und Technologien gemeinsam als Organisation weiterzuentwickeln. Wer KI-Implementierung als isoliertes IT‑Projekt versteht, schöpft ihr Potenzial nicht aus. Erst wenn Arbeitsweisen, Rollen und Kompetenzen neu gedacht werden, wird KI zum echten Hebel für Produktivität, Qualität und strategische Wertschöpfung.

      Zwischen Aufbruch und Ernüchterung

      Viele Unternehmen befinden sich in puncto KI derzeit in einer Phase des Aufbruchs. Intensiv wird darüber nachgedacht, welche Use Cases sinnvoll sind, welche Probleme sich mit KI lösen lassen und wo erste Effizienzgewinne möglich erscheinen. Pilotprojekte werden gestartet, Prototypen gebaut, einzelne Tools eingeführt. KI ist in vielen Organisationen angekommen – zumindest technisch.

      Gleichzeitig ist ein wiederkehrendes Muster erkennbar: Trotz zahlreicher Initiativen bleibt der spürbare Gesamteffekt für die Organisation oft begrenzt. KI‑Use‑Cases existieren nebeneinander, ohne dass sich Arbeitsweisen, Rollen oder Wertschöpfungslogiken grundlegend verändern. Die Frage, wie KI nachhaltig zur Leistungsfähigkeit der gesamten Organisation beiträgt, bleibt aktuell häufig unbeantwortet.

      Genau in diesem Spannungsfeld zwischen Aufbruchstimmung und fehlender organisatorischer Verankerung setzt der KI-Workforce-Transformation-Ansatz an.

      Vom Tool zum Teammitglied

      Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein „nice to have“. Sie entwickelt sich zunehmend zum aktiven Bestandteil der täglichen Arbeit – und damit zu einem Teil des Teams. Diese Perspektive verändert den Blick auf KI grundlegend: weg von der reinen Tool‑Einführung hin zur bewussten Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine.

      KI schafft erst dann nachhaltigen Mehrwert, wenn Organisationen auch Arbeitsweisen, Verantwortung und Wertschöpfung neu denken.

      Der Erfolg von KI entscheidet sich nicht an der Qualität einzelner Modelle oder Anwendungen, sondern daran, wie konsequent Organisationen bereit sind, sich selbst weiterzuentwickeln. KI ist nicht nur ein klassisches IT‑Projekt, sondern vor allem auch ein Organisationsprojekt. Sie verändert grundlegend Teamkonstellationen, Entscheidungslogiken und die Art, wie Arbeit verantwortet und verteilt wird.

      Warum viele KI‑Initiativen ihren Hebel nicht entfalten

      In der Praxis lässt sich häufig beobachten, dass Organisationen viel Energie in die Identifikation einzelner KI-Use-Cases investieren. Die Frage „Was kann KI?“ wird ausführlich beantwortet. Deutlich seltener wird aber gefragt: Was bedeutet KI für unsere Organisation als Gesamtheit?

      Das Ergebnis sind viele parallele Initiativen, die für sich genommen sinnvoll sind, auf Organisationsebene jedoch noch keine durchgängige Wirkung entfalten. Arbeitsprozesse, Rollen und Verantwortlichkeiten sind oft noch nicht geschärft und systematisch miteinander verzahnt. KI unterstützt in diesem Reifegrad vor allem selektiv, ohne als Hebel für nachhaltige Produktivitäts- und Qualitätsgewinne sowie Entscheidungsfähigkeit zu wirken.

      Ziel sollte also sein, KI nicht nur einzusetzen, sondern wirksam zu führen und den Erfolg von KI‑Agenten messbar und nachhaltig in der Organisation zu verankern – frei nach dem Motto: Stop asking your AI for answers. Start leading an AI‑agent team.

      Ein menschenzentrierter Ansatz als Antwort

      Im Mittelpunkt unseres Ansatzes steht bewusst der Mensch. Nicht weil Technologie zweitrangig wäre, sondern weil nachhaltige Wirkung nur entsteht, wenn Technologie sinnvoll in bestehende Arbeitskontexte eingebettet wird. Jede Organisation bringt dabei unterschiedliche Voraussetzungen in Bezug auf Belegschaft, Betriebsmodell, Kultur oder Reifegrad im Umgang mit KI mit.

      Zwei Leitfragen strukturieren diesen Zugang:

      1. Wo kann KI als Teammitglied echten Mehrwert stiften?
      2. Was bedeutet das konkret für meine Organisation, meine Rollen und meine Arbeitsweisen?
      Workforce Transformation bedeutet nicht, Menschen an Technologie anzupassen, sondern Technologie so zu gestalten, dass sie Mitarbeitende sinnvoll ergänzt.

      Dieser menschenzentrierte Blick hilft, KI nicht als Bedrohung oder reines Effizienzwerkzeug zu sehen, sondern als gezielte Unterstützung – eingebettet in klare Rollen, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten.

      In vier Schritten KI wirksam in der Organisation verankern

      Um aus vielen Einzelinitiativen eine nachhaltige Wirkung für das ganze Unternehmen zu entwickeln, braucht es strukturiertes Vorgehen. Genau hier setzt der Vier‑Schritte‑Ansatz der KI-Workforce-Transformation an.

      Vier Schritte der KI-Workforce-Transformation

      1. Chancen identifizieren – den Hebel erkennen

      Im ersten Schritt geht es darum, Transparenz zu schaffen. Statt isolierte Use Cases zu betrachten, werden organisatorische und administrative Prozesse und Bereiche mit einer End‑to‑End‑Perspektive analysiert. Wo entstehen Wartezeiten? Wo dominieren manuelle Tätigkeiten oder Medienbrüche? Wo liegt der größte Hebel für die Organisation insgesamt?

      So wird sichtbar, wo KI als Teammitglied tatsächlich Wirkung entfalten kann, nicht punktuell, sondern systemisch.

      2. Workforce stärken – Menschen befähigen

      Auf dieser Grundlage werden relevante KI‑Use‑Cases identifiziert, analysiert und priorisiert. Dabei sind neben Nutzen und technischer Machbarkeit vor allem Akzeptanz und organisatorische Anschlussfähigkeit essenziell. Gleichzeitig werden Rollen geschärft, Fähigkeiten sichtbar gemacht und Prozesse optimiert.

      Ziel ist es, Mitarbeitende zu befähigen, Verantwortung im Zusammenspiel mit KI zu übernehmen – anstatt KI als Blackbox zu erleben.

      3. Workforce neu gestalten – Zusammenarbeit definieren

      Im dritten Schritt folgt die konkrete Umsetzung. Ausgewählte KI‑Use‑Cases werden pilotiert, Prototypen getestet und Feedback gezielt in das Prozessdesign zurückgespielt. Besonders wichtig ist hier die bewusste Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI‑Agenten: Wer entscheidet? Wer prüft? Wer trägt Verantwortung?

      Der Übergang von KI Pilotprojekten zu produktiven Agenten erfordert klar definierte Prozessschnittstellen, kontrollierte Datenzugriffe und eine systematische technische Orchestrierung.

      Erst wenn technische Umsetzung und organisatorische Gestaltung ineinandergreifen, entsteht nachhaltiger Mehrwert.

      4. Know‑how verankern – Wirkung skalieren

      Der vierte Schritt stellt sicher, dass KI nicht bei einzelnen Erfolgen stehen bleibt. Kompetenzen werden systematisch durch Standards, Lernpfade, Communities und Governance‑Strukturen verankert. Architektur und Steuerung entwickeln sich gemeinsam mit der Praxis weiter. So wird aus einzelnen Initiativen ein tragfähiger, skalierbarer KI-Organisationsansatz.

      Organisationen mit KI‑Agenten führen – ein Fazit

      Der nachhaltige Erfolg von KI entscheidet sich nicht an der Anzahl umgesetzter KI‑Use‑Cases, sondern daran, ob es gelingt, die gesamte Organisation mitzunehmen und gezielt zu befähigen. Es gilt, KI schrittweise vom punktuellen Unterstützungswerkzeug zum festen Bestandteil der Zusammenarbeit werden zu lassen.

      KI entfaltet ihr volles Potenzial nie durch Technologie allein, Wirkung entsteht vielmehr dort, wo Organisationen bereit sind, Arbeitsweisen, Rollen und Wertschöpfung im Zusammenspiel mit KI neu zu denken. Ein menschenzentrierter Ansatz, der die individuellen Gegebenheiten einer Organisation berücksichtigt und KI systematisch verankert, schafft die Grundlage, um viele einzelne Initiativen in eine nachhaltige Wirkung für das gesamte Unternehmen zu überführen.

      So wird aus Aufbruchsstimmung messbarer Fortschritt und aus KI ein wirksamer Hebel für Produktivität, Qualität und Entscheidungsfähigkeit.

      Thomas Schmutzer

      Partner, Advisory / Finance & People Consulting, Wien

      KPMG Austria

      Michael Ginner

      Director, Advisory / Tech Advisory, Wien

      KPMG Austria

      Alexandra Tomaschek

      Senior Managerin, Advisory / Finance & People Consulting, Wien

      KPMG Austria

      Finanzielle Effizienz und engagierte Belegschaft: Strategien für nachhaltigen Unternehmenserfolg

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