Der International Accounting Standards Board (IASB) hat am 28. Mai 2026 den IFRS 20 „Regulatory Assets and Regulatory Liabilities“ veröffentlicht, einen neuen Rechnungslegungsstandard für Unternehmen, die einer bestimmten Art der Tarifregulierung unterliegen. Ziel des Standards ist es, Investoren zu helfen, besser zu verstehen, wie sich Tarifregulierung auf die finanzielle Leistungsfähigkeit, die Finanzlage und die Aussichten auf künftige Cashflows eines Unternehmens auswirken.
Der Standard betrifft Unternehmen, die einer Tarifregulierung unterliegen, die festlegt, wie viel ein Unternehmen seinen Kunden berechnen darf und wann es dies tun darf. Häufig unterliegen Versorger für Strom, Gas und Wasser solchen Regulierungen.
Wenn der Zeitpunkt der Übertragung regulierter Güter und Dienstleistungen durch ein Unternehmen von dem Zeitpunkt der Abrechnung dieser Güter und Dienstleistungen an die Kunden abweicht, spiegeln die ausgewiesenen Umsatzerlöse möglicherweise nicht vollständig die Leistung des Unternehmens in einer Periode wider. IFRS 20 bezeichnet dies als „zeitliche Differenz“. Der neue Standard verlangt von den Unternehmen, die Auswirkungen zeitlicher Differenzen in ihren Abschlüssen zu berücksichtigen.
Es wird außerdem erwartet, dass IFRS 20 die Vielfalt der Rechnungslegungspraktiken verringert und die Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen in regulierten Branchen verbessert.
IFRS 20 gilt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2029 beginnen. Unternehmen können den Standard bereits früher anwenden. Ein EU-Endorsement steht noch aus.