Transformation ist zur Daueraufgabe geworden. Künstliche Intelligenz, digitale Technologien, neue Geschäftsmodelle und höhere Governance-Anforderungen verändern gleichzeitig Entscheidungen, Prozesse und Unternehmenssteuerung.
Die globale KPMG Studie „Transforming the Enterprise“ basiert auf einer Befragung von mehr als 1.750 Transformationsverantwortlichen in 20 Ländern. 99 Prozent der befragten Organisationen steuern Transformationen, im Durchschnitt 3,5 Initiativen gleichzeitig. Dennoch erzielt weniger als ein Drittel eine bedeutende unternehmensweite Wirkung. Und nur 14 Prozent sehen sich gegenüber ihren Mitbewerbern als Top-Performer.
Das Wichtigste auf einen Blick
Warum KI allein keine Transformation schafft
Viele Unternehmen erzielen mit KI bereits Produktivitätsgewinne. Der Schritt von einzelnen Anwendungen zu einer intelligent gesteuerten Organisation gelingt jedoch nur selten. Je nach Aktivität bzw. Anwendungsbereich berichten 47 bis 60 Prozent der befragten Organisationen von einer breiten KI-Nutzung. Vollständig in Kernprozesse integriert haben KI hingegen nur 19 bis 27 Prozent. 48 Prozent sehen deutliche Produktivitätsverbesserungen, aber nur 11 Prozent eine substanzielle unternehmensweite Wirkung.
Der Engpass liegt häufig in fragmentierten Prozessen und Systemen. KI beschleunigt also lediglich einzelne Aufgaben, ohne die Steuerung des Unternehmens zu verbessern. Entscheidend ist deshalb, ob Anwendungsfälle mit strategischen Prioritäten und messbaren Ergebnissen verbunden sind, also ob Daten und Verantwortlichkeiten integriert sind.
Governance schafft die Voraussetzungen für Skalierung
Je stärker KI Entscheidungen und Arbeitsabläufe prägt, desto früher müssen Governance, Sicherheit und Verantwortlichkeit in Strategie, Prozesse und technische Lösungen einfließen. 60 Prozent der Befragten betrachten Vertrauen und Governance als strategische Differenzierungsmerkmale bzw. als Kern des Wettbewerbsvorteils. Gleichzeitig integrieren nur 24 Prozent das KI-Risikomanagement proaktiv in Strategie und technologischen Lebenszyklus. Lediglich 28 Prozent messen operative Ergebnisse oder die Umsatzeffekte vertrauenswürdiger KI.
Arbeit für Mensch und KI neu gestalten
75 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Führung die Verbindung menschlicher und künstlicher Intelligenz unterstützt. Nur 19 Prozent verfügen jedoch über eine Belegschaft, die im Umgang mit KI-Werkzeugen als hochkompetent eingeschätzt wird.
Enterprise Orchestration: von Abstimmung zu Steuerung
Enterprise Orchestration richtet Prioritäten unternehmensweit aus, integriert die Umsetzung und steuert Zielkonflikte zwischen Wachstum, Risiko, Geschwindigkeit und Effizienz. Im Unterschied zur klassischen Koordination geht es nicht primär um weitere Gremien oder Statusberichte, sondern um klare Entscheidungsrechte, transparente Abhängigkeiten und Regeln dafür, welche Initiativen beschleunigt, angepasst oder beendet werden.
58 Prozent der Befragten halten unternehmensweite operative Fähigkeiten für entscheidend, um künftig Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Dennoch bewerten nur 12 Prozent ihre Organisation in diesem Bereich als führend.
Mehr Wirkung statt mehr Initiativen
Wer KI auf bestehende Strukturen setzt, riskiert zusätzliche Komplexität und lokal begrenzte Verbesserungen. Bessere Voraussetzungen entstehen, wenn Unternehmen Technologie, Governance, Arbeit und operative Umsetzung als ein System führen. Nicht die Zahl der Initiativen entscheidet, sondern ihre gemeinsame Richtung und Steuerbarkeit.
Fünf Prioritäten für Führungsteams
Erfahren Sie, wie Unternehmen KI skalieren, Vertrauen als Leistungsfaktor verankern, Arbeit neu gestalten und Transformation unternehmensweit orchestrieren.