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      Integration und Separation rücken im Öffentlichen Sektor zunehmend ins Zentrum strategischer Transformationsvorhaben. Dabei gilt: Veränderung ist notwendig, Stabilität aber nicht verhandelbar. Genau in diesem Spannungsfeld zeigt sich, warum Integration und Separation sorgfältig geplant und strukturiert umgesetzt werden sollten. Organisationen müssen Leistungen bündeln, Strukturen anpassen und gleichzeitig ihre Handlungsfähigkeit sichern.


      Wo Leistungen gebündelt, Einheiten zusammengeführt oder Plattformen zentralisiert werden, müssen an anderer Stelle Zuständigkeiten, Prozesse oder Systeme sauber getrennt und neu geordnet werden.

      Stefan Rufera

      KPMG Partner, Head of Public Sector


      Warum Integration zur strategischen Notwendigkeit im öffentlichen Sektor wird

      Der steigende Druck auf öffentliche Organisationen ist das Ergebnis mehrerer gleichzeitig wirkender Entwicklungen: Haushaltsrestriktionen erzwingen das Heben von Synergiepotentialen, Fachkräftemangel beschränkt Handlungsspielräume, Digitalisierung und Erwartungen an die Servicequalität erhöhen die Anforderungen an Systeme und Prozesse.

      In der Konsequenz geraten gewachsene Strukturen an ihre Grenzen. Dezentrale Lösungen mit heterogenen Prozessen lassen sich unter diesen Bedingungen immer schwieriger betreiben. Integration und Bündelung ist also keine Option mehr, sie ist die Antwort auf strukturelle Herausforderungen und die Voraussetzung, um Komplexität beherrschbar zu machen und Leistungsfähigkeit langfristig zu sichern. 

      Der kritische Erfolgsfaktor liegt in der Organisation selbst

      Essenziell dabei ist das Zusammenspiel der beteiligten Personen. Unterschiedliche Unternehmenskulturen, Führungssysteme und Entscheidungslogiken treffen aufeinander und können Unsicherheit erzeugen. Gerade im Öffentlichen Sektor verstärkt sich diese Dynamik durch komplexe Stakeholderstrukturen und stark formalisierte Entscheidungsprozesse.

      Integration ist mehr als ein klassisches Change-Thema, es ist eine Frage der Steuerungsfähigkeit. Organisationen, die Integration ausschließlich strukturell denken, unterschätzen die eigentliche Herausforderung: Zusammenarbeit muss aktiv gestaltet, Orientierung geschaffen und Vertrauen aufgebaut werden.

      Erfolgreiche Integration entsteht dort, wo kulturelle Unterschiede nicht als Nebenthema behandelt, sondern gezielt moderiert werden.

      Kartin Artner

      KPMG Partnerin, Strategy Consulting


      IT entscheidet über die Tragfähigkeit der neuen Organisation

      Integration betrifft vor allem auch Daten, Prozesse und zukünftige Architekturen. Wird lediglich Bestehendes zusammengeführt, entstehen neue Abhängigkeiten und Ineffizienzen. Wenn Integration hingegen als Chance zur Neugestaltung genutzt wird, kann sie zur Grundlage einer leistungsfähigen Zielorganisation werden.

      Eine entscheidende Erkenntnis aus der Praxis ist dabei die richtige Reihenfolge. Erst wenn Prozesse klar definiert sind, lassen sich tragfähige Systementscheidungen treffen und darauf aufbauend Integration umsetzen. In diesem Sinne wird IT zu einer strategischen Frage. Sie entscheidet darüber, ob die Organisation ihre Leistungen künftig effizient, stabil und mit hoher Qualität erbringen kann.

      Aktive systematische Steuerung

      Ein häufiges Muster in Integrationsvorhaben ist reaktive anstatt aktiver Steuerung. Themen werden oftmals erst aufgegriffen, wenn sie akut werden, Prioritäten entstehen aus Dringlichkeit, nicht aus Zielbildern. Gerade in der öffentlichen Verwaltung führt dieser Ansatz jedoch zu Reibungsverlusten, da unterschiedliche Anforderungen – politisch, organisatorisch, technisch – gleichzeitig adressiert werden müssen.

      Erfolgreiche Integration wiederum beginnt mit einem klar definierten Zielzustand und wird entlang konsistenter Prioritäten gesteuert. Integration wird so zur Führungsdisziplin und zwar durch konsequente Steuerung über alle Handlungsfelder hinweg.

      Operative Kontinuität als zentrale Messlatte

      Im Öffentlichen Sektor ist entscheidend, dass Organisation während und nach der Integration funktionsfähig bleibt, denn öffentliche Leistungen müssen jederzeit erbracht werden. Genau deshalb bedarf es bei Integration in diesem Bereich einer besonderen Planung und einer anderen Qualität der Umsetzung als in vielen privatwirtschaftlichen Szenarien. Stabilität ist hier nicht das Ergebnis von Transformation, sondern ihre Voraussetzung.

      Fazit

      Integration und Separation sind im Öffentlichen Sektor Ausdruck eines grundlegenden strukturellen Wandels. Sie zeigen, wie Organisationen auf steigende Anforderungen, knappe Ressourcen und wachsende Komplexität reagieren. Organisationen müssen lernen, beide Prozesse – Integration wie Separation – gemeinsam zu denken und bewusst zu steuern. Das bedeutet vor allem, kulturelle Unterschiede systematisch zu adressieren, IT frühzeitig strategisch einzubinden und Transformation entlang klar definierter Zielbilder zu vollziehen.

      Der entscheidende Faktor liegt in der Steuerungsfähigkeit. Erfolgreiche Organisationen verbinden Transformation mit Stabilität, indem sie Menschen, IT, Prozesse und die zugrundliegenden Vermögensgegenstände und Verträge zusammenführen.

      Stefan Rufera

      KPMG Partner, Head of Public Sector


      Karin Artner

      Partnerin, Advisory / Strategy, Wien

      KPMG Austria

      Stefan Rufera

      Partner, Advisory / Deals & Strategy, Wien

      KPMG Austria


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