Volatile Märkte und komplexe Rahmenbedingungen
Globale Krisen, geopolitische Spannungen und dynamische Zinsentwicklungen sorgen für erhebliche Unsicherheiten bei Währungen, Lieferketten und Finanzierungskosten. Gleichzeitig gewinnen ESG-Anforderungen an Bedeutung und müssen in Finanz- und Liquiditätsplanung integriert werden.2
Treasurer benötigen deshalb flexible Werkzeuge, die interne und externe Daten verknüpfen, um schnelle und fundierte Entscheidungen zu treffen. Interne Daten wie ERP-Informationen, Bankkonten und Cashflow-Historien werden mit externen Faktoren wie Marktentwicklungen, Währungsrisiken, Lieferketteninformationen oder ESG-Vorgaben kombiniert. KI-gestützte Modelle können daraus Prognosen ableiten und Handlungsempfehlungen geben.3
Beispiel: Ein Corporate-Treasury-Team muss kurzfristig Liquidität bereitstellen, da eine geplante Zahlung an einen Lieferanten durch Lieferkettenstörungen verzögert wird. KI könnte interne Cashflows und offene Rechnungen sowie externe Wechselkursrisiken analysieren und dem Treasurer empfehlen, welche Zahlungen priorisiert werden sollten, ob kurzfristige FX-Hedges nötig sind oder Liquidität über Kreditlinien abgesichert werden sollte. So könnte das Treasury schnell und präzise reagieren, ohne zeitintensive manuelle Analysen durchführen zu müssen.
Steigender Regulierungsdruck
Neue Vorschriften erhöhen die Anforderungen an Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Risikomanagement – auch für das Corporate Treasury. DORA4 (Digital Operational Resilience Act) verlangt, dass IT-Risiken in Treasury-Systemen, Bankanbindungen und Payment-Prozessen lückenlos überwacht, dokumentiert und getestet werden. Basel IV wirkt indirekt auf Corporates, da präzisere Risikobewertungen bei Banken die Kreditkonditionen, Sicherheitenanforderungen und Finanzierungskosten beeinflussen.
Corporate Treasury muss daher Risiken bei Liquidität, Währungen und Zinsen noch exakter steuern und gleichzeitig Compliance-Anforderungen erfüllen. KI kann hier unterstützen, indem sie Prozesse automatisiert, Risiken kontinuierlich überwacht und fundierte Szenarioanalysen ermöglicht. So wird die Treasury-Funktion nicht nur regelkonform, sondern gewinnt gleichzeitig strategische Handlungsspielräume.
Effizienz, Mitarbeiterentlastung und Innovationsvorsprung
Laut der KPMG-Studie „Generative KI in der deutschen Wirtschaft 20255“ sehen 63 % der Unternehmen Effizienzsteigerung durch KI als größten Nutzen, 45 % erwarten eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit, und 69 % gehen von einem Innovationsvorsprung durch KI aus. Im Treasury zeigt sich dies besonders bei wiederkehrenden Aufgaben wie Cashflow-Abgleichen, Kontenabstimmungen oder Reporting. KI automatisiert diese Prozesse, reduziert Fehler und schafft Freiräume für strategische Analysen, Risikosteuerung und aktive Beratung des Managements.
Ein zentraler Treiber für den Einsatz von KI im Treasury ist der interne Druck auf Effizienz, Kosten und Mitarbeiterzufriedenheit. Laut der KPMG-Studie „Generative KI in der deutschen Wirtschaft 2025“ sehen 63 % der Unternehmen die Effizienzsteigerung als größten Nutzen. Im Treasury bedeutet das: Wiederkehrende Aufgaben wie Cashflow-Abgleiche, Kontenabstimmungen oder Standardreportings werden automatisiert. Das reduziert Fehlerquoten und schafft Freiräume für wertschöpfende Tätigkeiten – vom Szenario-Management bis zur aktiven Beratung des Managements.
Auch die Mitarbeiter profitieren: 45 % der Unternehmen erwarten eine höhere Zufriedenheit durch den Einsatz von KI. Im Treasury zeigt sich das konkret in einer geringeren Belastung durch Ad-hoc-Krisenmaßnahmen, einer besseren Planbarkeit von Monatsendaktivitäten und einer spürbaren Entlastung im Tagesgeschäft. KI-gestützte Assistenzsysteme machen komplexe Analysen leichter zugänglich, fördern neue Kompetenzen im Umgang mit Daten und steigern so die Attraktivität des Arbeitsumfelds.
Darüber hinaus gehen 69 % der Unternehmen davon aus, dass KI ihnen einen Innovationsvorsprung verschafft. Treasury kann dadurch neue Rollen übernehmen: Statt statischer Reports entstehen dynamische Dashboards mit Szenario-Simulationen, die Zins- oder FX-Entwicklungen in Echtzeit abbilden. Risiken werden nicht nur schneller erkannt, sondern aktiv gesteuert. Auch im Working Capital eröffnen sich neue Spielräume – KI prognostiziert das Zahlungsverhalten von Kunden und ermöglicht die gezielte Anpassung von Zahlungsbedingungen. Erste Pilotprojekte wie KI-gestütztes Hedging oder automatisierte Forecasts zeigen, wie Innovationszyklen deutlich beschleunigt werden.6