Mit den EBA-Leitlinien zur Umwelt-Szenarioanalyse (EBA/GL/2025/04) rückt die Widerstandsfähigkeit von Geschäftsmodell und Strategie unter langfristigen Klima- und Umweltszenarien in den Mittelpunkt. Gefordert ist keine Insellösung, sondern die enge Verzahnung mit Risikomanagement, Kapitalplanung und Transitionsplan. Die eigentliche Herausforderung liegt im Blick über Jahrzehnte: Szenarioergebnisse müssen konsequent in strategische Entscheidungen, Steuerungslogiken und Maßnahmen überführt werden. Richtig umgesetzt wird die Resilienzanalyse vom regulatorischen Muss zum Wettbewerbsvorteil.
Mit der Veröffentlichung der EBA-Leitlinien zur Umwelt-Szenarioanalyse (EBA/GL/2025/04) rückt die Resilienzanalyse stärker in den Fokus der Bankenaufsicht. Die Leitlinien machen deutlich, dass die Analyse nicht als isolierte Übung verstanden werden soll, sondern eng mit dem Risikomanagementrahmenwerk und dem Transitionsplan eines Instituts verknüpft werden muss. Grundlage dafür ist die Erwartung der EBA, dass Institute beurteilen, wie widerstandsfähig Geschäftsmodell und Strategie unter unterschiedlichen Klima- und Umweltszenarien langfristig bleiben.
Für viele Institute stellt dabei weniger die Analyse aktueller Risiken als vielmehr die langfristige Perspektive eine Herausforderung dar. Während kurz- und mittelfristige Risikobetrachtungen bereits in zahlreichen Prozessen verankert sind, stehen viele Häuser bei der systematischen Bewertung von Entwicklungen über mehrere Jahrzehnte hinweg noch am Anfang. Gerade die Verknüpfung von Szenarioanalysen mit strategischen Entscheidungen, der Kapitalplanung und konkreten Maßnahmen aus dem Transitionsplan erfordert neue Methoden und Steuerungsansätze.
Die Resilienzanalyse entwickelt sich damit von einer regulatorischen Anforderung zu einem Instrument der strategischen Unternehmenssteuerung. Für Institute eröffnet sich die Chance, frühzeitig zu erkennen, welche Geschäftsbereiche auch in einem sich wandelnden wirtschaftlichen und regulatorischen Umfeld tragfähig bleiben und wo Anpassungsbedarf besteht.