Europas geopolitische und industriepolitische Neuausrichtung beschleunigt Investitionen in technologische Souveränität, Verteidigungsfähigkeit und zivil-militärische Schlüsseltechnologien. Gleichzeitig geraten High-Tech-Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Betreiber:innen kritischer Infrastrukturen verstärkt in den Fokus staatlicher oder staatlich unterstützter Akteur:innen. Insider-Vorfälle können dabei besonders schwerwiegende Folgen und Schäden verursachen, weil berechtigte Personen vorhandene Zugänge zu digitalen Informationen, Expertise im Unternehmen und organisatorische Schwachstellen nutzen können.
In unserem Beitrag untersuchen wir Insider-Risiken an der Schnittstelle von Arbeitspsychologie, Geopolitik, Forensik und Cybersicherheit. Wir zeigen, wie Merkmale der dunklen Tetrade zusammen mit organisatorischen Belastungen und mangelnder Cybersicherheit Fehlverhalten begünstigen können, und wie ein integriertes Governance-, Risiko- und Compliance-System Prävention, Erkennung und Reaktion wirksam miteinander verbindet.