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      Die Europäische Abwicklungsbehörde (SRB) konsultiert derzeit ihre aktualisierte Operational Guidance on Liquidity and Funding in Resolution. Banken müssen auch in der Abwicklung in der Lage sein, den Refinanzierungsbedarf und die Liquiditätspositionen belastbar zu schätzen, ihre Liquiditätssituation kurzfristig zu messen und zu berichten sowie verfügbare Sicherheiten rechtzeitig zu identifizieren und zu mobilisieren.


      Mit der Konsultation führt das SRB die Principles 3.1, 3.2 und 3.3 der Expectations for Banks (EfB) in einem konsolidierten Dokument zusammen, baut auf den bestehenden Erwartungen auf, schärft diese jedoch gezielt nach. Hintergrund sind unter anderem Erfahrungen aus vergangenen Bankenkrisen, Ergebnisse aus SRB-Resolvability-Assessments sowie aktuelle regulatorische Entwicklungen. Insbesondere hat sich gezeigt, dass Liquiditätsabflüsse in Stress- und Krisensituationen schneller eintreten können als bisher angenommen.

      Das SRB konkretisiert bestehende Erwartungen und stellt Templates bereit, mit denen Banken ihre Kapazitäten und Fähigkeiten strukturierter nachweisen können. Für die Banken ergibt sich daraus konkreter Handlungsbedarf: Bestehende Methodiken, Governance-Strukturen, Managementinformationssysteme (MIS), Daten- und Berichterstattungsprozesse sowie Fähigkeiten zur Mobilisierung von Sicherheiten sollten mit den aktualisierten Klarstellungen und Templates abgeglichen werden.


      Woran die geplante Operational Guidance anknüpft

      Die bisherige Operational Guidance zu Liquidity and Funding aus dem Jahr 2021 hatte vor allem ein Ziel: Banken sollten verstehen und nachvollziehbar darstellen können, wie sich ihre Liquiditätssituation in einer Abwicklung entwickeln würde (Fokus auf Principle 3.1). Im Mittelpunkt stand daher die Frage, welche Einheiten innerhalb einer Bankengruppe für Liquidität besonders relevant sind, wo wesentliche Liquiditätsströme entstehen und welche Faktoren die Liquiditätslage in einer Krise wesentlich beeinflussen können.

      Im Kern ging es bereits darum, wesentliche Liquiditätsquellen, potenzielle Belastungen und mögliche Einschränkungen in einer Stress- oder Abwicklungssituation systematisch zu erfassen.

      Ein aktualisierter Leitfaden setzt demnach nicht bei null an, sondern verbindet bestehende Erwartungen in einem einheitlichen Rahmen.

      Was konkretisiert wird

      Operational Guidance zu Liquidität und Funding

      Die neue Vorgabe erweitert den Blick von der reinen Schätzung der Liquiditätsposition hin zu einer End-to-End-Fähigkeit. Sie verbindet die Schätzung des Refinanzierungsbedarfs und der Liquiditätsposition, die Messung und Berichterstattung der Liquiditätssituation sowie die Identifikation und Mobilisierung von Sicherheiten in einem einheitlichen Rahmen.

      Schätzung des Refinanzierungsbedarfs und der Liquiditätsposition

      Banken sollen robuste Methodiken entwickeln bzw. ausbauen, um den Refinanzierungsbedarf und die Liquiditätsposition in der Abwicklung ex ante zu schätzen. Konkretisiert wird insbesondere, dass diese Methodiken auch die Alternative Abwicklungsstrategie (Variant Resolution Strategy / VRS) berücksichtigen und kurzfristig an veränderte Marktbedingungen angepasst werden können müssen. Das SRB nennt hierfür eine Aktualisierungsfähigkeit in einem Zeitraum von 24 Stunden.

      Besonders relevant ist außerdem die Anpassung der Szenarioannahmen: Das Fast-Moving-Szenario wird von bisher bis zu drei Monaten auf höchstens einen Monat bis zur Abwicklung verkürzt. Das spiegelt die Praxiserfahrung wider, dass sich Liquiditätskrisen durch schnelle Marktreaktionen, digitale Zahlungstechnologien und daraus folgende Informationsdynamiken deutlich beschleunigen können.

      Messung und Berichterstattung der Liquiditätssituation

      Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Fähigkeit, die Liquiditätssituation in der Abwicklung kurzfristig und mit hoher Frequenz zu messen und an die Abwicklungsbehörden zu berichten. Banken sollen standardisierte Daten auf Ebene der Abwicklungsgruppe beziehungsweise Abwicklungseinheit sowie auf Ebene einzelner Key Liquidity Entities (KLEs) und in wesentlichen Währungen bereitstellen können. Betont werden dabei Datenqualität, Vollständigkeit, Genauigkeit, Integrität und Zeitnähe im Sinne von BCBS 239.

      Im Fokus stehen dabei nachvollziehbare Zuständigkeiten für Daten, Plausibilisierung, Freigabe und Eskalation sowie die Fähigkeit, Informationen im Abwicklungsfall schnell und konsistent bereitzustellen. Datenlücken, manuelle Prozessschritte und operative Abhängigkeiten sollten transparent gemacht und gezielt adressiert werden.

      Identifikation und Mobilisierung von Sicherheiten

      Konkretisiert werden zudem die Erwartungen an das Collateral Management in der Abwicklung. Banken sollen verwertbare Sicherheiten granular identifizieren, deren rechtliche und operative Verfügbarkeit beurteilen, Bewertungs- und Haircut-Methodiken anwenden und die erwartete Zeit bis zur Mobilisierung je Asset-Klasse dokumentieren können.

      Besonders relevant sind weniger liquide oder nicht zentralbankfähige Vermögenswerte. Der Fokus liegt darauf, dass Banken analysieren, welche Vermögenswerte in einer Abwicklung tatsächlich mobilisierbar wären, welche rechtlichen oder operativen Hindernisse bestehen und wie schnell Sicherheiten nutzbar gemacht werden könnten.

      Templates für Key Liquidity Entities, Key Liquidity Drivers und Sicherheiten

      Das SRB stellt zwei Excel-Templates bereit. Das Key Liquidity Entities (KLE) and Key Liquidity Drivers (KLD) Template unterstützt Banken bei der strukturierten Identifikation wesentlicher Einheiten und wesentlicher Liquiditätstreiber. Es deckt unter anderem Refinanzierungsstruktur, Sicherheiten, Risikopositionen, Rollen als Liquiditätsgeber oder Liquiditätsnehmer sowie zeitliche Entwicklungen von Abflüssen, Zuflüssen und Treibern über verschiedene Abwicklungsphasen ab.

      Das Collateral Template fokussiert auf die erwartete Zeit zur Mobilisierung verschiedener Asset-Klassen. Es unterscheidet unter anderem zwischen zentralbankfähigen und nicht zentralbankfähigen Vermögenswerten, marktfähigen und nicht marktfähigen Assets sowie unterschiedlichen Zeitbändern zur Mobilisierung von 50 Prozent beziehungsweise des maximal mobilisierbaren Betrags einer Asset-Klasse.

      Implikationen für Banken

      Implikationen derOperational Guidance on Liquidity and Funding für Banken

      Für Banken besteht der wesentliche Handlungsbedarf in der Weiterentwicklung bestehender Kapazitäten und Fähigkeiten. Banken sollten prüfen, ob ihre Methodiken die neue Fast-Moving-Annahme, die alternative Abwicklungsstrategie, wesentliche Währungen, KLE-spezifische Analysen sowie die Mobilisierung von Sicherheiten ausreichend abdecken.

      Darüber hinaus sollten Banken ihre Governance- und MIS-Strukturen auf Abwicklungsfähigkeit überprüfen. Entscheidend ist, ob Daten kurzfristig, vollständig und konsistent erzeugt, validiert und berichtet werden können, auch auf Ebene einzelner KLEs, in wesentlichen Währungen und gegebenenfalls auch unter Tags (Intraday).

       

      Die Konsultationsphase bis 6. Juli 2026 sollte genutzt werden, um potenzielle Unklarheiten zu identifizieren und gezieltes Feedback an das SRB vorzubereiten.



      Erfahren Sie mehr

      Im direkten Austausch begleiten Sie unsere Expert:innen gerne bei der Interpretation der SRB-Konsultation und ihren praktischen Auswirkungen auf Ihr Institut.

      Darüber hinaus unterstützen wir Sie gerne bei:

      • Gap-Analysen gegenüber den aktualisierten Erwartungen
      • der Überprüfung von Methodiken zur Schätzung des Refinanzierungsbedarfs und der Liquiditätsposition in der Abwicklung
      • der Erstellung und Qualitätssicherung von KLE- und KLD-Analysen
      • der Weiterentwicklung von MIS- und Berichterstattungsfähigkeiten
      • der Operationalisierung von Frameworks zur Mobilisierung von Sicherheiten

      Alexander Schiller

      Director, Advisory / Financial Services, Wien

      KPMG Austria

      Stephan Egger

      Director, Advisory / Financial Services, Wien

      KPMG Austria

      Alexander Schiller

      Director, Advisory / Financial Services, Wien

      KPMG Austria

      Stephan Egger

      Director, Advisory / Financial Services, Wien

      KPMG Austria

      The consultation outlines how banks should structure and operationalize communication across pre , in and post resolution phases.

      The SRB has opened a consultation on the operational guidance on resolvability testing.

      Sicherung der Stabilität des Finanzsektors

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