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      Die neue EU-Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (engl. Packaging and Packaging Waste Regulation, PPWR) steht vor der Tür und bringt weitreichende Änderungen für alle Unternehmen, die Verpackungen in der EU in Verkehr bringen. Ziel der Verordnung ist es, Verpackungsabfälle zu reduzieren, die Kreislaufwirtschaft zu stärken und Verpackungen über ihren gesamten Lebenszyklus nachhaltiger zu gestalten.


      Zentrale Anforderungen der PPWR im Überblick

      Die PPWR betrifft alle Verpackungen, unabhängig vom Material, und verpflichtet Wirtschaftsakteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die Anforderungen stufenweise umzusetzen.

      Folgende Rollen innerhalb der Wertschöpfungsklette werden unterschieden: 

      Rollen in der Wertschöfungskette

      Die wichtigsten Forderungen:

      • Dokumentations- und Nachweispflichten: Ab 12.08.2026 müssen Hersteller für jede Verpackungsart eine EU-Konformitätsbewertung durchführen und eine technische Dokumentation (engl. Declaration of Conformity – DoC) erstellen, die auf Verlangen der Behörden vorzulegen ist.
      • Herstellerverantwortung zur Limitierung von chemischen Stoffen: Ab 12.08.2026 müssen Verpackungen so hergestellt werden, dass das Vorhandensein und die Konzentration besorgniserregender Stoffe auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Im Weiteren werden auch Grenzwerte für PFAS innerhalb von Lebensmittelverpackungen und Schwermetalle ab August schlagend.
      • Harmonisierte Kennzeichnung: Ab dem 12.08.2028 wird eine EU-weit harmonisierte Kennzeichnung, basierend auf Piktogrammen, zur Materialzusammensetzung und zur korrekten Abfallentsorgung verpflichtend, um die Transparenz für Endverbraucher zu erhöhen. Diese Pflicht gilt nicht für Transportverpackungen (mit Ausnahme von E-Commerce-Verpackungen) und Verpackungen, die einem Pfand- und Rücknahmesystem unterliegen.
      • Design für Recyclingfähigkeit und Minimierung: Ab 2030 ist es nicht mehr erlaubt, Verpackungen mit weniger als 70 % Recycling-Fähigkeit im europäischen Markt in Verkehr zu bringen. Dementsprechend müssen alle Verpackungen in diesem Sinne recyclingfähig sein und werden nach Leistungsstufen A, B und C unterteilt:
        • Stufe A: Recyclingfähigkeit von ≥ 95 %
        • Stufe B: Recyclingfähigkeit von ≥ 80 %
        • Stufe C: Recyclingfähigkeit von ≥ 70 %

      Wichtig: Ab 2038 werden nur noch Verpackungen der Stufen A & B am EU-Markt zugelassen.

      Zudem gibt es weitere Anforderungen zu Quoten der Mindestrezyklatanteilen in Kunststoffverpackungen, Reduktionen im Verpackungsgewicht und -volumen und die Beschränkung des Leerraumverhältnisses auf maximal 50 %.

      Schrittweise Umsetzung der PPWR

      Die wichtigsten Meilensteine in der Umsetzung der PPWR sind:

      Timeline der Umsetzung der PPWR

      PPWR-Compliance

      Die Umsetzung der PPWR ist mehr als eine regulatorische Pflicht – sie ist eine strategische Notwendigkeit, um Margen und den Marktzugang in der EU nicht zu gefährden. Zudem stellen Bußgelder, erhöhte EPR-Gebühren und der potenzielle Verkaufsstopp nicht-konformer Produkte stellen erhebliche finanzielle Risiken dar.



      Ihr Weg zur PPWR-Compliance: Risiken minimieren, Kosten optimieren

       

      Unsere Expert:innen unterstützen Sie, Risiken zu identifizieren, zu quantifizieren und gezielt zu steuern. Durch die Kombination unseres regulatorischen Know-Hows mit leistungsstarken Tools wie zum Beispiel SAP Responsible Design and Production (RDP) schaffen wir eine transparente und automatisierte Grundlage. 

      • Risikoanalyse & Quantifizierung: Wir beginnen mit einer detaillierten Analyse Ihrer Betroffenheit. Dabei betrachten wir nicht nur Ihr Verpackungsportfolio und die damit verbundenen Verpflichtungen, sondern quantifizieren auch die damit einhergehenden finanziellen Risiken wie drohende Strafzahlungen oder steigende EPR-Gebühren. Diese Transparenz schafft die notwendige Entscheidungsgrundlage für gezielte Maßnahmen.
      • Automatisierung: Manuelle Datenerfassung und -verarbeitung sind fehleranfällig und kostenintensiv vor allem bei hoher Vielfalt innerhalb des Verpackungsportfolios. Wir unterstützen Sie bei der Auswahl geeigneter PPWR-Automatisierungslösungen und deren Implementierung innerhalb ihrer IT-Architektur. Aktuelle Tools zentralisieren Verpackungs- und Verkaufsdaten aus unterschiedlichen Quellsystemen, berechnen automatisch länderspezifische EPR-Gebühren und erstellen audit-sichere Berichte. Durch die Integration in Ihre bestehenden ERP- und PLM-Systeme gewährleisten wir einen nahtlosen und skalierbaren Datenfluss.
      • Portfolio-Optimierung & Kostensenkung: Mit der dadurch geschaffenen Datengrundlage verwandeln Sie die Compliance-Anforderungen in einen strategischen Vorteil. Wir helfen Ihnen, Ihr Verpackungsportfolio aktiv zu steuern: Analysieren Sie die Recyclingfähigkeit, simulieren Sie die finanziellen Auswirkungen von Materialänderungen und priorisieren Sie Redesign-Maßnahmen, um EPR-Gebühren zu senken und die Nachhaltigkeit Ihrer Produkte zu steigern. 
      Jürgen Mellitzer

      Partner, Advisory / Management Consulting, Wien

      KPMG Austria

      David Schwarzinger

      Manager, Advisory / Management Consulting, Wien

      KPMG Austria

      Jürgen Mellitzer

      Partner, Advisory / Management Consulting, Wien

      KPMG Austria

      David Schwarzinger

      Manager, Advisory / Management Consulting, Wien

      KPMG Austria

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