Städte stehen unter steigendem Druck, lebenswerte, resiliente und wettbewerbsfähige Räume zu schaffen – trotz knapper Ressourcen und komplexer Umsetzung. Die Bevölkerung erwartet hochwertige Dienstleistungen, bezahlbaren Wohnraum, leistungsfähige Mobilität und Orte mit langfristigem wirtschaftlichem Wert. Um diese Ziele zu erreichen, reicht die traditionelle, projektbezogene Entscheidungslogik nicht aus, wie der „Blueprint for livable economies“ belegt.
Die Dynamik von Urbanisierung, Klimarisiken, finanziellen Restriktionen und wachsenden gesellschaftlichen Ansprüchen legt die Defizite fragmentierter Verwaltungsstrukturen, isolierter Finanzierungsmechanismen und eng gefasster Bewertungsrahmen offen. Die Herausforderung liegt weniger im Umfang der Mittel als in der Qualität von Governance, Investitionsarchitektur und Steuerung. Gefordert sind integrierte, ortsbezogene Portfolios und belastbare Business Cases, die räumliche Zusammenhänge, Nutzungsvielfalt und tatsächliche Nutzererfahrungen abbilden.
Ein solcher Paradigmenwechsel ermöglicht es, den Wert öffentlicher Investitionen ohne Budgetausweitung zu steigern und privates Kapital strategisch einzubinden. In integrierten Umsetzungsmodellen – mit klaren Verantwortlichkeiten, sektorübergreifender Abstimmung und langfristigen Wirkungszielen – erzeugt Infrastruktur nicht nur kurzfristige Renditen, sondern wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Mehrwert. Wenn lokale Strategien über Sektoren hinweg synchronisiert werden, verstärken sich die Erträge gegenseitig, anstatt in Konkurrenz zu treten.
Bauplan für eine lebenswerte Volkswirtschaft
Der „Blueprint for livable economies“ wurde in Zusammenarbeit mit der Davos Baukultur Alliance und UN-Habitat entwickelt und auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforum in Davos (Schweiz) vorgestellt. Anhand globaler Fallstudien, Einblicken von Führungskräften und praktischen Instrumenten bietet er Stadtverantwortlichen einen praktischen und umsetzbaren Leitfaden zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Erzielung hochwertiger Ergebnisse.
Der Entwurf gliedert die Maßnahmen in drei Ebenen – Ergebnisse in Bezug auf Menschen und Orte, wirtschaftliche Ergebnisse und Systemergebnisse –, die durch fünf übergreifende Faktoren unterstützt werden, die für die Schaffung des zur Erreichung dieser Ergebnisse erforderlichen Ökosystems von entscheidender Bedeutung sind:
- Integrierte und adaptive Finanzierung
- Öffentlich-private-Bürger-Partnerschaften (P4)
- Verantwortungsvolle und kooperative Regierungsführung
- Gemeinsame Evidenzbasis und gemeinsame Datenstandards
- Flexibilität in Bezug auf Regulierung und Politik
Mit Erkenntnissen von Führungskräften der lebenswertesten Städte der Welt und unterstützt durch klare Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen soll der Blueprint dabei helfen, Infrastruktur- und Investitionsmodelle so anzupassen, dass lebenswerte, widerstandsfähige und wirtschaftlich wettbewerbsfähige Umgebungen geschaffen werden können.
„Der Anspruch der Gesellschaft nach qualitativ hochwertigen öffentlichen Serviceleistungen, einer effizienten Daseinsvorsorge in allen Bereichen und Rahmenbedingungen für ökonomische Resilienz und Attraktivität steigt stetig – sowohl auf regionaler als auch nationaler Ebene. Um diese Erwartungen zu erfüllen, ist ein Wechsel zu Entscheidungsprozessen erforderlich, welche die Entwicklung standortbezogener Parameter zur Verbesserung der Lebensqualität stärker integrieren und in den Fokus stellen.“
Laden Sie den „Blueprint for livable economies” herunter und erkunden Sie die praktischen Schritte zur Schaffung lebenswerter Volkswirtschaften.