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      Deutsche Unternehmen blicken optimistisch nach Mittel‑ und Osteuropa, haben positive Zukunftserwartungen und rechnen mit steigenden Umsätzen, Investitionen und Beschäftigtenzahlen. Die Region gewinnt als Absatzmarkt und Nearshoring-Standort an Bedeutung. Das geht aus dem German-Central and Eastern European Business Outlook 2026 (German-CEE Business Outlook) hervor, den wir gemeinsam mit dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft erstellt haben. Basis der Publikation ist eine Umfrage unter 115 Unternehmen. 

      In der geopolitisch unsicheren Weltlage bieten Mittel- und Osteuropa deutschen Unternehmen einen aufstrebenden Absatzmarkt in der EU und eine wachsende Beschaffungsregion in unmittelbarer Nachbarschaft – aber auch chinesische Unternehmen haben die Region für sich entdeckt. Sie stehen auch dort mehr und mehr in direkter Konkurrenz zur deutschen Wirtschaft.
      Andreas Glunz
      Andreas Glunz

      Bereichsvorstand International Business

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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      Mittel- und Osteuropa im Fokus: Unsere Studie fasst relevante makroökonomische Daten zusammen, zeigt die Trends und analysiert Chancen, Risiken sowie Wachstumspotenziale der Region.

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      Kernerkenntnisse im Überblick:

      • Wachstumserwartungen und strukturelle Entwicklung

        63 Prozent der Unternehmen rechnen damit, dass die Region in den nächsten fünf Jahren noch stärker zu ihrem globalen Umsatz beitragen wird. Dabei entwickelt sich Mittel- und Osteuropa strukturell weiter. Die Region löst sich von der Rolle als reiner Produktionsstandort und etabliert sich als integrierter Produktions-, Beschaffungs- und Absatzraum. Treiber dieser Entwicklung sind rund 155 Millionen Einwohner, eine steigende Kaufkraft, ein erwartetes Wirtschaftswachstum von durchschnittlich fast drei Prozent im Jahr 2026 sowie die fortschreitende Integration in den europäischen Binnenmarkt und die Eurozone. Insbesondere Polen baut seine Bedeutung als wirtschaftlicher Anker in Mittel- und Osteuropa weiter aus. Große Chancen sieht die deutsche Wirtschaft auch in der Ukraine, und das trotz des fortdauernden Krieges.

         

        Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb zu: 16 Prozent der befragten Unternehmen erleben eine wachsende Konkurrenz durch chinesische Unternehmen, die infolge der US-Zölle verstärkt in Mittel- und Osteuropa investieren und dorthin exportieren.

      • Geschäftslage und Beschäftigung

        Ihre aktuelle Lage in Mittel- und Osteuropa schätzen deutsche Unternehmen überwiegend positiv ein: 47 Prozent bewerten ihre Geschäftslage als „gut“ oder „sehr gut“, weitere 39 Prozent als „stabil“. Drei Viertel rechnen für die kommenden fünf Jahre mit einer Verbesserung ihrer Geschäftsentwicklung; nur fünf Prozent mit einer Verschlechterung. 61 Prozent wollen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und nur drei Prozent gehen von sinkenden Beschäftigtenzahlen aus – ein klares Signal für Expansionspläne trotz bestehender Risiken.

      • Vorteile, Risiken und Einflussfaktoren

        Im regionalen Vergleich zeigen sich mehrere wesentliche Faktoren, die den Standort beeinflussen – positiv sowie negativ:

         

        • Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) sieht den Absatzmarkt als größten Vorteil, was einem Anstieg um 13 Prozentpunkte gegenüber der Vorjahresbefragung entspricht.
        • 38 Prozent der Unternehmen werten die niedrigen Arbeitskosten als wesentlichen Pluspunkt, fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
        • Nur noch 28 Prozent der Unternehmen nennen die Arbeitskräfteverfügbarkeit als Vorteil, was einem Rückgang von neun Prozentpunkten entspricht.
        • 60 Prozent der Unternehmen sehen politische und Sicherheitsrisiken als größten Nachteil der Region (im Vergleich mit 67 Prozent im Vorjahr).
        • 47 Prozent der Unternehmen betrachten Korruption als Herausforderung – ein deutlicher Anstieg um neun Punkte.

         

        Auffällig zudem: Der Ukraine‑Krieg hat für 45 Prozent der Befragten keine Auswirkungen auf ihre Investitionsentscheidungen in Mittel- und Osteuropa; auch die US‑Zollpolitik bleibt für 53 Prozent ohne Folgen für ihr regionales Geschäft.

      • Jedes vierte Unternehmen prüft eine Verlagerung von Produktion

        Jedes vierte an der Umfrage beteiligte Unternehmen (26 Prozent) erwägt eine Verlagerung von Produktionsaktivitäten aus Deutschland in die Region (2025: 25 Prozent), doch erst vier Prozent haben konkrete Pläne für die kommenden zwölf Monate. 70 Prozent schließen hingegen eine Produktionsverlagerung kurzfristig aus.

         

        41 Prozent der Befragten planen innerhalb der nächsten zwölf Monate Investitionen in Mittel- und Osteuropa (2025: 42 Prozent). Auf Fünfjahressicht steigt deren Anteil auf 55 Prozent. Rund ein Drittel dieser Unternehmen (32 Prozent) rechnet mit Projektvolumina von mehr als fünf Millionen Euro.

      • Polen ist Top-Investitionsziel – fast die Hälfte erwägt Investitionen in der Ukraine

        Polen ist auch 2026 der attraktivste Investitionsstandort: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Befragten, die kurz- bis mittelfristig bis zu fünf Millionen Euro oder mehr investieren wollen, sehen das Land an erster Stelle. Die Ukraine folgt mit 43 Prozent. Rumänien und die Tschechische Republik liegen gleichauf bei jeweils 35 Prozent dahinter.

         

        Neben Polen (+11 Prozentpunkte) sind die Tschechische Republik (+12 Prozentpunkte) und die Ukraine (+8 Prozentpunkte) als Investitionsstandorte die größten Aufsteiger gegenüber der Vorjahresumfrage; Serbien (-18 Prozentpunkte), Ungarn (-16 Prozentpunkte) und Rumänien (-10 Prozentpunkte) fallen dagegen bei den Investitionsabsichten deutlich zurück.

      Ihre Ansprechperson

      Andreas Glunz

      Bereichsvorstand International Business

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft