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      Globale Lieferketten stehen heute unter einem deutlich höheren Anpassungsdruck als noch vor wenigen Jahren. Geopolitische Spannungen, protektionistische Tendenzen, zunehmende Regulierung, Klimarisiken sowie pandemiebedingte Verwerfungen haben die Verwundbarkeit internationaler Lieferketten deutlich gemacht. Ereignisse wie der Brexit, internationale Handelskonflikte oder Engpässe in Transport- und Halbleitermärkten wirken dabei wie ein Stresstest für bestehende Supply‑Chain‑Strukturen. Was lange als operative Disziplin galt, ist damit zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor geworden – mit unmittelbarem Einfluss auf Kosten, Servicegrad und unternehmerische Handlungsfähigkeit. 

      Studien und Marktanalysen belegen, dass Lieferkettenunterbrechungen bei einem erheblichen Teil der Unternehmen zu Produktivitätsverlusten, steigenden Kosten und Umsatzeinbußen führen. Zudem fehlt vielen Organisationen nach wie vor eine durchgängige End‑to‑End‑Sicht auf ihre Lieferketten. Risiken in vorgelagerten Lieferantenstufen – etwa bei Tier-2- oder Tier-3-Lieferanten bleiben häufig unerkannt. Ursachen sind fragmentierte Daten, nicht integrierte Systeme und unklare Verantwortlichkeiten. Ohne Transparenz über Materialflüsse, Kapazitäten, Bestände und Abhängigkeiten entstehen strukturelle Schwachstellen, die sich in wiederkehrenden Störungen und eingeschränkter Steuerungsfähigkeit manifestieren.

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      Welche Trends prägen die Zukunft des Einkaufs? Die KPMG-Studie „Future of Procurement“ liefert Erkenntnisse aus der Praxis und Handlungsempfehlungen.

      Die Supply Chain als strategischer Wettbewerbsfaktor

      Moderne Supply-Chain-Organisationen stehen heute im Spannungsfeld zwischen Effizienz, Resilienz, Nachhaltigkeit und Servicegrad. Während in der Vergangenheit vor allem Kostenoptimierung und Lean-Prinzipien im Vordergrund standen, rückt heute ein ganzheitliches, risikoorientiertes Steuerungsmodell in den Fokus. Ziel ist eine adaptive, datengetriebene Supply Chain, die sowohl wirtschaftlich tragfähig bleibt als auch auf Unsicherheiten vorbereitet ist.

      Dabei lassen sich mehrere zentrale Handlungsfelder identifizieren, die in ihrer Wirkung eng miteinander verzahnt sind.

      Resilienz bedeutet mehr als das Vorhalten zusätzlicher Sicherheitsbestände. Sie erfordert ein strukturiertes Risikomanagement, belastbare Szenarioplanung sowie ein bewusst gestaltetes Netzwerkdesign. Multi-Sourcing-Strategien, die Reduktion von Single-Source-Abhängigkeiten und eine bewusste Diversifizierung von Lieferanten- und Produktionsstandorten erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Störungen.

      Ergänzend gewinnen integrierte Planungsansätze wie Sales & Operations Planning (S&OP) oder Integrated Business Planning (IBP) an Bedeutung. Durch die Synchronisierung von Nachfrage, Kapazitäten, Beständen und Finanzzielen lassen sich Entscheidungsprozesse beschleunigen und Zielkonflikte transparenter steuern.

      Transparenz ist die Grundlage wirksamer Steuerung. Eine durchgängige Abbildung der Wertschöpfungskette – vom Rohmaterial bis zum Endkunden – ermöglicht es, Risiken frühzeitig zu identifizieren und Performance gezielt zu steuern. Wichtige Steuerungskennzahlen sind unter anderem Liefertermintreue (OTIF,On-Time-In-Full), Prognosegüte (Forecast Accuracy), Bestandsreichweiten oder Durchlaufzeiten.

      Digitale Control-Tower-Konzepte, die Daten aus ERP-, APS- und Logistiksystemen bündeln, schaffen eine zentrale Sicht auf Bestände, Transportbewegungen und Kapazitätsauslastungen. Entscheidend ist dabei weniger die Menge an Daten als vielmehr eine konsistente Datenbasis mit klar definierten Daten-Governance-Strukturen.

      Die digitale Transformation ist ein wesentlicherHebel moderner Supply-Chain-Organisationen. Technologien wie Advanced Analytics, KI-gestützte Prognosemodelle, Process Mining oder Robotic Process Automation (RPA) tragen dazu bei, Planungsqualität und Prozessstabilität zu erhöhen. 

      Datenbasierte Forecast-Modelle verbessern die Antizipation von Nachfrageschwankungen, während automatisierte Dispositions- und Beschaffungsprozesse Durchlaufzeiten verkürzen und Fehlerquoten reduzieren. Darüber hinaus ermöglicht der Einsatz digitaler Zwillinge die Simulation alternativer Netzwerk- oder Bestandsstrategien unter verschiedenen Szenarien.

      Volatile Märkte erfordern anpassungsfähige Strukturen. Modulare Produktionskonzepte, variable Transportkapazitäten und flexible Vertragsmodelle mit Lieferanten erhöhen die Reaktionsfähigkeit auf kurzfristige Veränderungen. Ergänzend tragen agile Organisationsstrukturen mit klar definierten Entscheidungsrechten dazu bei, notwendige Maßnahmen schneller umzusetzen

      Die Fähigkeit, Szenarien zügig zu bewerten und faktenbasiert zu entscheiden, entwickelt sich damit zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

      Die Diskussion um Nearshoring und Regionalisierung hat in den vergangenen Jahren deutlich an Dynamik gewonnen. Kürzere Transportwege, geringere geopolitische Abhängigkeiten und verbesserte Planbarkeit sprechen für regionalere Netzwerke. Zudem erfordert die Neuausrichtung eine sorgfältige Abwägung zwischen Kostenstrukturen, Skaleneffekte und Marktnähe.

      Ein ausgewogenes Netzwerkdesign kombiniert Effizienz und Risikodiversifikation. Ziel ist nicht maximale Komplexität, sondern ein schlankes, zugleich robust aufgestelltes Lieferanten- und Produktionsnetzwerk.



      Ihr Mehrwert

      Mit unserem Supply Chain Transformationsprogramm können Sie die heutigen Treiber und Anforderungen wie SAP S/4HANA, Transparenz, Digitalisierung und Regulatorik meistern.  Durch die Implementierung neuer Funktionen/Tools, Umsetzung von Standardisierung, Track und Trace Lösungen und den Einsatz weiterer innovativer Technologien machen Sie Ihre Lieferketten fit für die Zukunft. So reduzieren Sie Versorgungsunterbrechungen, steigern Effizienz und Effektivität Ihrer Prozesse, verbessern die Liefertreue, verkürzen Zykluszeiten, wappnen sich gegenüber neuen gesetzlichen Regularien, steigern die Kapazitätsauslastung und erreichen eine Reduzierung von Konflikt- und Betriebskosten.

      Wir unterstützen Sie gerne mit unserem großen Erfahrungsschatz bei der Gestaltung nachhaltiger zukunftsweisender Lieferketten für die neue Normalität. Sprechen Sie uns an.


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      Sustainable Supply Chain

       

      Stakeholders are increasingly demanding responsible business practices to ensure human rights, strengthen climate action and protext the natural environment.

       

       

       

       




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