Die Nachhaltigkeitsberichterstattung österreichischer Unternehmen nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) gewinnt weiter an Reife. Das zeigt die neue Ausgabe der KPMG Studie „Real-time ESRS 2026: Austria 40“, die vierzig veröffentlichte Nachhaltigkeitserklärungen aus der Berichtssaison 2025/26 analysiert.
Erstmals fällt die Berichterstattung in eine Phase, in der mit dem Inkrafttreten des österreichischen Nachhaltigkeitsberichtsgesetzes (NaBeG) im Februar 2026 ein verbindlicher regulatorischer Rahmen geschaffen wurde. Gleichzeitig bleibt die Dynamik durch europäische Maßnahmen wie die Omnibus-Initiative hoch.
Klimawandel, Arbeitskräfte und Governance weiterhin im Fokus
Wie bereits im Vorjahr zählen die Themen Klimawandel, Arbeitskräfte und Unternehmensführung zu den wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen: Mehr als 75 Prozent der Unternehmen stufen diese Bereiche als wesentlich ein. Zusätzlich gewinnen Themen wie Kreislaufwirtschaft und Biodiversität weiter an Bedeutung und bleiben für einen Großteil der Unternehmen relevant.
Nachhaltigkeitsberichte werden kompakter
Beim Umfang der Berichte zeigt sich im Vergleich zur Vorjahresstudie ein leichter Rückgang: Im Durchschnitt umfassen die Nachhaltigkeitsberichte 143 Seiten (2025: 168 Seiten), wobei in diesem Jahr mit 77 Prozent auch weiterhin der überwiegende Teil der Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsthemen auf mehr als 100 Seiten berichtet.
Datenverfügbarkeit bleibt zentrale Herausforderung
Die größte Herausforderung bleibt weiterhin die Datenverfügbarkeit und -qualität: 95 Prozent der Unternehmen geben an, auf Schätzungen zurückgreifen zu müssen. Besonders betroffen sind die Bereiche Klimawandel, Kreislaufwirtschaft sowie Wasserressourcen.
Vom freiwilligen zum verpflichtenden Reporting
„Mit dem Inkrafttreten des Nachhaltigkeitsberichtsgesetzes und der Umsetzung der CSRD in Österreich markiert das Jahr 2026 einen Wendepunkt: Die ESRS-Berichterstattung entwickelt sich vom freiwilligen Vorreiterinstrument zum verpflichtenden Standard“, so Studienautor Werner Gedlicka, Partner im Bereich ESG Assurance bei KPMG. „Gleichzeitig zeigt sich, dass Unternehmen ihre Berichte zunehmend verbessern.“