Mit dem Google-Rechenzentrum in Kronstorf entsteht nach Angaben des Landes die größte Einzelinvestition in der Geschichte Oberösterreichs. Das Projekt ist zugleich mit einem erheblichen Ressourcenbedarf verbunden. Für einen möglichen Vollausbau werden bis zu 500 MW Anschlussleistung genannt; bei durchgehender Volllast entspräche dies einer technischen Obergrenze von rund 4,4 TWh Strom pro Jahr (Netz OÖ/ORF 2026). Für eine gesamthafte ökonomische Bewertung ist dabei zwischen privat getragenen Kosten, bereits über Preise oder Regulierung internalisierten Umweltkosten und verbleibenden externen Effekten zu unterscheiden, welche sich noch nicht in Preisen beziehungsweise Kosten niederschlagen. Auf Basis öffentlich verfügbarer Daten lassen sich vor allem Strom-, Wasser- und Flächennutzung beschreiben; eine belastbare standortspezifische Monetarisierung ist nur teilweise möglich.
Zur Ermittlung einer ungefähren Größenordnung der externen, und damit der Gesamteffekte, bieten sich bei unsicherer Datenlage Szenarioanalysen an. Die in vorliegendem Beitrag durchgeführten Analysen sind dementsprechend als Szenarioanalysen, nicht als Schätzung eines eindeutigen externen Kostensaldos, zu verstehen. Unter einem illustrativen Stromverbrauch von 2,0–4,4 TWh, einer zusätzlichen Emissionsintensität von 100–350 g CO₂/kWh und dem Klimaschadenskostensatz des deutschen Umweltbundesamts von EUR 350/t CO₂ ergeben sich Brutto-Klimaschadenskosten von rund EUR 70–540 Mio. pro Jahr. Welcher Anteil davon nach EU-Emissionshandel, Strommarkteffekten und zusätzlicher CO₂-freier Erzeugung tatsächlich extern verbleibt, kann aus öffentlichen Daten nicht robust und eindeutig abgeleitet werden. Für Netz, Wasser, Boden und Biodiversität ist die Datenbasis enger: Der direkte Netzanschluss wurde nach Angaben von Netz Oberösterreich dem Anschlussnehmer verrechnet; die wasserrechtlich genehmigte Entnahme beträgt maximal 15.200 m³ pro Tag. Für Boden und Biodiversität fehlen standortspezifische Bewertungsdaten. Steuerpolitische Instrumente werden daher im Folgenden als Optionen mit jeweiligem Rechts-, Wirkungs- und Verteilungsprüfbedarf diskutiert.