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      Wesentliche Aspekte

      • Die Nachhaltigkeitsberichterstattung erfordert die Verarbeitung einer wachsenden Zahl interner und externer Datenquellen sowie oftmals mehr als 1.000 ESG-Datenpunkte.
      • Die größten Risiken entstehen häufig nicht im Bericht selbst, sondern entlang von Datenflüssen, Schnittstellen, Berechnungen und Berechtigungen.
      • Verlässliche ESG-Berichte setzen Transparenz über Systeme, Verantwortlichkeiten und interne Kontrollen voraus. 

      Die Nachhaltigkeitsberichterstattung entwickelt sich zunehmend zu einem kontrollgestützten Unternehmensprozess. Unternehmen müssen ESG-Daten aus unterschiedlichen Fachbereichen, Quellsystemen und externen Quellen zusammenführen, aufbereiten und offenlegen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Datenqualität, Nachvollziehbarkeit und Verlässlichkeit.

      In der Praxis liegt die Herausforderung oft nicht in der Erhebung einzelner Kennzahlen. Entscheidend ist vielmehr, ob Unternehmen nachvollziehen können, woher Daten stammen, wie sie verarbeitet werden und welche Kontrollen ihre Qualität sicherstellen. 

      Die Komplexität entsteht entlang der Datenflüsse

      ESG-Daten stammen häufig aus verschiedenen Abteilungen, von externen Partnern und aus spezialisierten Anwendungen. Gleichzeitig müssen Unternehmen regulatorische Anforderungen berücksichtigen, die teilweise unterschiedliche Berichtskreise und Datenanforderungen mit sich bringen.

      Je komplexer die Systemlandschaft wird, desto größer ist das Risiko für Fehler bei Datenübernahmen, Berechnungen oder Schnittstellen. Besonders Übergangslösungen und manuelle Prozesse erhöhen die Fehleranfälligkeit und erschweren die Nachvollziehbarkeit. 

      Wo die größten Risiken im ESG-Reporting liegen

      Die analysierten ESG-Prozesse zeigen vier Risikobereiche, die Unternehmen besonders im Blick behalten sollten:

      • Fehlerhafte oder unvollständige Berechnungen
      • Unzureichend gesteuerte Zugriffe auf Daten und Systeme
      • Fehlende Nachvollziehbarkeit von Änderungen
      • Mängel bei Datenqualität und Datenübertragungen

      Diese Risiken entstehen meist lange bevor Informationen im Nachhaltigkeitsbericht erscheinen. Fehler in Schnittstellen, Excel-Importen oder Berechnungslogiken können sich entlang des gesamten Berichterstattungsprozesses fortsetzen. 

      Was sind ESG-IT-Kontrollen?

      ESG-IT-Kontrollen sind technische und organisatorische Maßnahmen, die sicherstellen sollen, dass ESG-Daten vollständig, korrekt, nachvollziehbar und vor unautorisierten Änderungen geschützt sind. Dazu zählen unter anderem Berechtigungskonzepte, Changemanagement, Schnittstellenkontrollen und automatisierte Prüfmechanismen. 

      Warum Software allein das Problem nicht löst

      Der Markt für ESG-Software wächst. Dennoch zeigt die Erfahrung aus Projekten und Prüfungen, dass die Auswahl einer Lösung nur ein Teil der Aufgabe ist. Entscheidend bleibt das Verständnis der zugrunde liegenden Prozesse, Datenquellen und Verantwortlichkeiten.

      Unternehmen sollten daher zunächst Transparenz schaffen:

      1. Welche ESG-Kennzahlen sind relevant?
      2. Woher stammen die Daten?
      3. Welche Systeme verarbeiten die Informationen?
      4. Welche Risiken bestehen entlang des Datenflusses?

      Erst auf dieser Grundlage lässt sich beurteilen, welche IT-Unterstützung tatsächlich erforderlich ist und wo Kontrollen ausgebaut werden müssen. 

      Was bedeutet das für Unternehmen?

      Die Bedeutung verlässlicher ESG-Daten geht mittlerweile weit über regulatorische Offenlegungspflichten hinaus. Banken, Investoren, Kunden und öffentliche Auftraggeber verlassen sich zunehmend auf Nachhaltigkeitsinformationen bei Finanzierungs-, Vergabe- und Geschäftsentscheidungen.

      Damit steigt die Bedeutung jener Daten, die extern verwendet werden oder wirtschaftliche Auswirkungen haben. Unternehmen sollten daher jene Kennzahlen priorisieren, deren Fehler zu regulatorischen, finanziellen oder Reputationsrisiken führen können. 


      Handlungsfelder für Unternehmen

      Transparenz über ESG-Kennzahlen schaffen

      Erfassen Sie systematisch, welche ESG-Kennzahlen berichtet werden, welchen Zweck sie erfüllen und welche Bereiche dafür verantwortlich sind. Das schafft Klarheit über den tatsächlichen Umfang der Berichterstattung. 

      Datenflüsse dokumentieren

      Visualisieren Sie den Weg der Daten von der Quelle bis zum Nachhaltigkeitsbericht. Dadurch werden Medienbrüche, manuelle Übergaben und kritische Schnittstellen sichtbar. 

      Risiken priorisieren

      Nicht jede Kennzahl erfordert den gleichen Kontrollaufwand. Ein risikoorientierter Ansatz hilft dabei, Ressourcen auf jene Bereiche zu konzentrieren, die den größten Einfluss auf die Verlässlichkeit der Berichterstattung haben. 

      Bestehende Governance-Strukturen nutzen

      ESG-Kontrollen müssen nicht als eigenständige Parallelwelt aufgebaut werden. Bestehende Risiko-, Governance- und Kontrollstrukturen können vielfach erweitert und integriert werden. 

      IT-Kontrollen gezielt stärken

      Zugriffsschutz, Changemanagement, Schnittstellenkontrollen und dokumentierte Kontrolldurchführungen bilden die Grundlage für belastbare ESG-Daten und nachvollziehbare Ergebnisse. 

      Transparenz über ESG-Kennzahlen schaffen

      Erfassen Sie systematisch, welche ESG-Kennzahlen berichtet werden, welchen Zweck sie erfüllen und welche Bereiche dafür verantwortlich sind. Das schafft Klarheit über den tatsächlichen Umfang der Berichterstattung. 

      Datenflüsse dokumentieren

      Visualisieren Sie den Weg der Daten von der Quelle bis zum Nachhaltigkeitsbericht. Dadurch werden Medienbrüche, manuelle Übergaben und kritische Schnittstellen sichtbar. 

      Risiken priorisieren

      Nicht jede Kennzahl erfordert den gleichen Kontrollaufwand. Ein risikoorientierter Ansatz hilft dabei, Ressourcen auf jene Bereiche zu konzentrieren, die den größten Einfluss auf die Verlässlichkeit der Berichterstattung haben. 

      Bestehende Governance-Strukturen nutzen

      ESG-Kontrollen müssen nicht als eigenständige Parallelwelt aufgebaut werden. Bestehende Risiko-, Governance- und Kontrollstrukturen können vielfach erweitert und integriert werden. 

      IT-Kontrollen gezielt stärken

      Zugriffsschutz, Changemanagement, Schnittstellenkontrollen und dokumentierte Kontrolldurchführungen bilden die Grundlage für belastbare ESG-Daten und nachvollziehbare Ergebnisse. 

      Fazit

      Verlässliche Nachhaltigkeitsberichterstattung beginnt nicht mit einer neuen Softwarelösung. Entscheidend ist, dass Unternehmen ihre Datenflüsse verstehen, Risiken erkennen und wirksame Kontrollen etablieren.

      Sie müssen die Herkunft, Verarbeitung und Qualität ihrer ESG-Daten nachvollziehbar belegen können.  Unternehmen, die diese Transparenz schaffen, legen die Grundlage für belastbare Berichte und eine langfristig verlässliche ESG-Governance. 

      FAQ

      Die größten Risiken entstehen typischerweise bei Schnittstellen zwischen Systemen, manuellen Datenübernahmen, Berechnungslogiken sowie unzureichend dokumentierten Änderungen von Daten oder Programmlogiken. Fehler in diesen Bereichen können die Qualität der gesamten Berichterstattung beeinträchtigen. 

      Ja. Excel ist grundsätzlich möglich. Die Nachvollziehbarkeit von Änderungen, die Steuerung von Berechtigungen und die Dokumentation von Kontrollen sind jedoch häufig aufwendiger als in spezialisierten Systemen. Ob Excel geeignet ist, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall und den vorhandenen Kontrollen ab. 

      IT-Kontrollen helfen dabei, die Vollständigkeit, Richtigkeit und Nachvollziehbarkeit von ESG-Daten sicherzustellen. Sie reduzieren Risiken entlang von Datenflüssen und schaffen die Grundlage für belastbare Berichte. 

      Die Quellen sprechen dafür, zunächst Transparenz über Kennzahlen, Datenquellen, Prozesse und Risiken zu schaffen. Erst danach lässt sich beurteilen, welche Softwarelösungen oder Erweiterungen tatsächlich erforderlich sind. 

      Weil Nachhaltigkeitsinformationen zunehmend nicht nur für regulatorische Offenlegungspflichten relevant sind, sondern auch für Finanzierungen, Ausschreibungen, Kundenbeziehungen und weitere geschäftliche Entscheidungen genutzt werden. 

      Katharina Schönauer

      Partnerin, Advisory/ESG, Wien

      KPMG Austria

      Kerstin Heyn-Schaller

      Partnerin, IT Audit, Wien

      KPMG Austria


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