Die Grundlagen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Europäischen Union haben sich mit Geschäftsjahren beginnend in 2024 massiv geändert. Die nach Umsetzung der CSRD in nationales Recht betroffenen Unternehmen müssen Nachhaltigkeitserklärungen nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) erstellen. Seit 2025 liegen nun die ersten verpflichtend aufgestellten ESRS-Nachhaltigkeitsberichte in der EU vor.
Ein Kernthema der Nachhaltigkeitsberichterstattung ist die Berichterstattung zum Klimawandel: Die umfangreichen Angabepflichten umfassen aktuell rund 200 Datenpunkte. Unternehmen stehen damit vor zahlreichen Herausforderungen – von Managementkapazitäten über Personalfragen und Know-how bis zur Umsetzung in entsprechende interne Prozesse und der Anpassung der IT-Landschaft.
In Kooperation mit dem Center for Accounting Research der Universität Graz analysiert die von KPMG herausgegebene Studie „Klimarisikoanalysen: Herausforderungen in der Praxis“ die ESRS-Nachhaltigkeitsberichte von insgesamt 74 Unternehmen mit Sitz in der EU aus den Branchen Erdöl und Erdgas, Bergbau, Hoch- und Tiefbau sowie Einzelhandel.
Was Unternehmen bereits leisten und wo es hakt
Die Studie liefert anschauliche Insights, welche unternehmensinternen Prozesse besonders schwierig sind und wo die wesentlichen Hürden liegen, aber auch in welchen Bereichen Unternehmen bereits verlässlich liefern und welche Faktoren die Berichtsqualität begünstigen.
Die Ergebnisse zeigen: Die ersten verpflichtenden ESRS-Berichte liefern ein differenziertes Bild. Technische Datenerfassung ist vielfach etabliert, strategische Ausrichtung und finanzielle Einbettung sind hingegen oft noch unzureichend ausgereift. Angesichts begrenzter Erleichterungen im amended ESRS E1 lohnt ein genauer Blick auf die in der Studie identifizierten Handlungsfelder – gerade für Unternehmen, die ihre Berichtsqualität effizient und zielgerichtet steigern wollen.