Nachhaltigkeit spielt in der Automobilindustrie auch aus wirtschaftlicher Sicht eine wichtige Rolle. Elektrifizierung und die Regularien rund um die Batterienutzung- und entsorgung haben direkten Einfluss auf die Produktentwicklung, den Materialeinsatz und wichtige Investitionsentscheidungen. Für unsere englischsprachige Studie „Sustainability Value Creation in Automotive“ haben wir Führungskräfte aus der Automobilindustrie dazu befragt, welchen finanziellen Beitrag nachhaltigkeitsbezogene Maßnahmen bereits heute leisten und welches Potenzial sie künftig erwarten. Ein Ergebnis: 83 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass nachhaltigkeitsbezogene Maßnahmen künftig noch stärker zum Umsatzwachstum beitragen.
Wie entsteht durch Nachhaltigkeit konkret finanzieller Mehrwert?
Die Studie zeigt anhand konkreter Beispiele, wo Unternehmen bereits heute wirtschaftliche Effekte erzielen. Durch Batterierecycling lassen sich beispielsweise Rohstoffkosten um bis zu 35 Prozent reduzieren. Verbesserungen in der Produktion senken Energiekosten um 20 bis 30 Prozent. Nachhaltigkeitsorientierte Produkte und elektrifizierte Fahrzeugangebote tragen bereits zu zweistelligen Wachstumsraten bei. Nachhaltigkeit entwickelt sich damit zu einem festen Bestandteil der Wertschöpfung.
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Warum fällt es vielen Unternehmen schwer, das Potenzial auszuschöpfen?
Zwar erfassen rund 84 Prozent der Unternehmen die finanziellen Auswirkungen ihrer Maßnahmen, doch weniger als die Hälfte tut dies regelmäßig. Dadurch fehlen belastbare Grundlagen, um Projekte miteinander zu vergleichen und Nachhaltigkeitsinvestitionen abzusichern. Die Studie macht deutlich, dass zum Beispiel uneinheitliche Bewertungen von Daten und die mangelnde finanzielle Transparenz den wirtschaftlichen Nutzen vieler Maßnahmen verdecken.
Wo Unternehmen den größten wirtschaftlichen Nutzen sehen
Die größten wirtschaftlichen Effekte sehen Unternehmen insbesondere bei Materialeffizienz, zirkulärer Nutzung von Batterierohstoffen, Energieoptimierung sowie nachhaltigen und elektrifizierten Produktangeboten. Je mehr Elektrofahrzeuge auf der Straße unterwegs sind, desto wichtiger werden für die Autoindustrie der Umgang mit Batterierohstoffen und die Herkunft von Materialien. Wer Rohstoffe mehrfach nutzt, den Materialeinsatz transparent dokumentiert und die Lieferketten besser absichert, kann Kosten spürbar reduzieren und regulatorische Anforderungen besser erfüllen.
Welchen Nutzen bietet die Studie für Entscheider:innen?
Die Studie zeigt, wie Unternehmen Nachhaltigkeitsmaßnahmen systematisch mit finanziellen Werttreibern verknüpfen, belastbare Business Cases entwickeln und Nachhaltigkeit stärker in bestehende Finanz- und Steuerungsprozesse integrieren können. Damit unterstützt sie Entscheider:innen dabei, Investitionen fundierter zu bewerten und den wirtschaftlichen Beitrag von Nachhaltigkeit transparent nachzuweisen.
Ihre Ansprechpersonen
Dr. Andreas Ries
Partner, Global und Deutschland Head of Automotive
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
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