Soziale Anleihen („Social Bonds“) werden bei Investoren im In- und Ausland immer beliebter. Als Schwesterprodukt grüner Anleihen („Green Bonds“), die grüne Entwicklungsziele fördern, dienen sie ausschließlich der (Re-)Finanzierung neuer oder bestehender sozialer Projekte. Das können beispielsweise der Zugang zu sozialen Dienstleistungen im Gesundheitswesen oder zu bezahlbarem Wohnraum sein.
Unter den Begriff soziale Anleihen fallen dabei eine Vielzahl unterschiedlicher Typen von Anleihen (zum Beispiel Pfandbrief) und Auszahlungsprofilen (zum Beispiel Fix-Kupon).
Zu beobachten ist bei sozialen Anleihen ein hoher Anteil staatlicher und supranationaler Emittenten. Ein Beispiel ist das EU-Instrument SURE (Support to mitigate Unemployment Risks in an Emergency), das der Minderung von Arbeitslosigkeitsrisiken in einer Notlage dient. Allein im Rahmen von SURE hat die EU-Kommission bereits soziale Anleihen in Höhe von mehr als 98 Milliarden Euro aufgelegt, um die negativen wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Coronavirus-Ausbruchs zu bekämpfen.
Da soziale Anleihen aktuell keine systematische Prämie aufweisen – das bedeutet, dass ihre Rendite genauso hoch ist wie die vergleichbarer konventioneller Anleihen –, stellt sich die Frage, was sie zu einer interessanten Anlageklasse für Investoren oder Emittenten macht.