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      Die Science Based Targets initiative (SBTi) gibt vor, in welchem Umfang und in welchem Zeitraum Unternehmen ihre Emissionen reduzieren müssen, um mit dem 1,5-Grad-Celsius-Ziel des Pariser Abkommens im Einklang zu stehen. Mit der Weiterentwicklung der SBTi-Strategie verschiebt sich der Fokus nun zunehmend von der reinen Zieldefinition hin zu deren Umsetzung, Steuerung und überprüfbaren Wirkung. Für Unternehmen bedeutet das, dass Klimaziele künftig stärker zu operationalisieren, datenbasiert zu steuern und eng mit regulatorischer Berichterstattung sowie mit Investitions- und Steuerungsprozessen zu verzahnen sind. Unsere Expertinnen und Experten erklären die Hintergründe und zeigen praxisrelevante Handlungsempfehlungen auf.

      Warum die neue SBTi‑Strategie 2026–2030 für Unternehmen und ihre Berichterstattung entscheidend ist

      Die SBTi hat sich als globaler Referenzrahmen für wissenschaftsbasierte Klimaziele etabliert: Mehr als 13.000 Unternehmen haben sich bereits verpflichtet, ihre Emissionen im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens zu reduzieren. Mit der zunehmenden Verbreitung rücken praktische Herausforderungen stärker in den Fokus. Diese betreffen insbesondere die Umsetzung definierter Ziele, etwa im Kontext der Dekarbonisierung komplexer Wertschöpfungsketten und der damit verbundenen Anforderungen im Bereich Scope 3.

      Vor diesem Hintergrund beschreibt die SBTi-Strategie für den Zeitraum 2026 bis 2030 eine Weiterentwicklung des bestehenden Ansatzes. Der Schwerpunkt wird dabei von der Zieldefinition stärker auf die Umsetzung verlagert. Gleichzeitig wird die Rolle der SBTi als unterstützendes Rahmenwerk für Transformationsprozesse sowie als Plattform für den Austausch zur Umsetzbarkeit von Maßnahmen weiter konkretisiert.

      Die neue Strategie soll diese Rolle als Rahmenwerk gezielt stärken. Durch den Fokus auf Implementierung, Datentransparenz und sektorale Differenzierung wird SBTi kompatibler mit den Anforderungen an:

      • Transitionspläne 

      • Klimarisikoberichterstattung

      • CapEx‑Ausrichtung (Investitionsausgaben).

      Parallel zu dieser Entwicklung bestehen wachsende regulatorische Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung, insbesondere durch die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), deren inhaltliche Ausgestaltung unter anderem durch ESRS E1 erfolgt, sowie durch internationale Berichtsstandards wie IFRS S2. Ergänzend gewinnt auch die Richtlinie zu Empowering Consumers for the Green Transition (EmpCo) an Bedeutung: Sie erhöht die Anforderungen an belastbare, transparente und nicht irreführende Umwelt- und Zukunftsaussagen und ist damit auch hinsichtlich des Klimatransitionsplans relevant. In diesem Kontext ist die Weiterentwicklung der SBTi als Teil der kontinuierlichen Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen im Nachhaltigkeits- und Reporting-Umfeld einzuordnen.

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      Zwischen Pflicht und Potenzial: Unser Whitepaper gibt Empfehlungen für die ESG-Positionierung.

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      Handlungsfelder für die ESG-Strategie

      Der Kern der neuen SBTi-Strategie: Klimatransition-Ambitionen in Wirkung übersetzen

       

      Die SBTi-Strategie für den Zeitraum 2026 bis 2030 beschreibt eine Verschiebung der inhaltlichen Schwerpunkte von der Festlegung von Klimazielen hin zu deren Umsetzung. Im Fokus stehen dabei insbesondere drei Aspekte:

      • Implementierung

      • Fortschrittsmessung

      • reale Emissionsreduktion 

      Die strategische Ausrichtung ist in zwei übergeordnete Themenbereiche gegliedert: „Ambition to Action“ und „Maximizing Impact“. Diese Struktur bildet den Rahmen für die weitere Ausgestaltung der Aktivitäten im genannten Zeitraum:

      Ambition to Action

      • Approach (maßgeschneiderte Zielpfade):

        Die Strategie sieht die Entwicklung sektor- und regionsspezifischer Standards vor, die sich an unterschiedlichen Einflussmöglichkeiten von Unternehmen sowie an wirtschaftlichen Rahmenbedingungen orientieren.  

        --> In diesem Zusammenhang wird auf die bessere Verknüpfung an regulatorische Anforderungen hingewirkt, insbesondere zur Berichterstattung gemäß ESRS E1, die eine nachvollziehbare Darstellung von Klimazielen und deren Herleitung vorsieht.

      • Focus (Umsetzung und Daten): 
        Die Strategie beschreibt einen stärkeren Fokus auf Fortschrittsmessung, Datenqualität und systemische Bewertung der Zielerreichung.  
        --> Damit zielt diese Weiterentwicklung auf eine ähnliche Richtung ab wie die steigenden Anforderungen an prüfbare, konsistente Klimadaten im Rahmen der CSRD.


      Maximizing Impact

      • Ecosystem (Harmonisierung und Partnerschaften): 
        Die Strategie setzt sich zum Ziel auf eine engere Verzahnung mit anderen Standards und Initiativen hinzuwirken, um Fragmentierung zu reduzieren.  
        --> Ziel dessen ist eine höhere Interoperabilität mit Frameworks wie GHG Protocol, ISSB und EU‑Regulatorik.

      • Coverage (Skalierung und Reichweite): 
        Die Strategie zielt auf einen Ausbau der Aktivitäten in emissionsintensiven Sektoren und bislang weniger abgedeckten Regionen ab.  
        --> Damit nimmt die SBTi die Bereiche mit dem größten regulatorischen und realwirtschaftlichen Hebel in den Blick

      Insgesamt nähert sich die Initiative nun zunehmend den Anforderungen an die regulatorisch bereits formuliert sind: Unternehmen müssen nicht nur Ziele definieren, sondern nachvollziehbar zeigen, wie diese erreicht werden.

      Was bedeutet das aus regulatorischer Perspektive für Unternehmen?

      Für Unternehmen ergeben sich aus der neuen Strategie konkrete Handlungsbedarfe. Insbesondere im regulatorischen Kontext sind folgende Punkte zentral:

      • Integration von SBTi in die regulatorische Berichterstattung: 

        Klimaziele sollten eng mit Berichterstattung unter CSRD (ESRS E1) und IFRS S2 verzahnt werden. SBTi‑Wahlrechte (z. B. beim THG‑Inventar) sollten dabei möglichst im Einklang mit ESRS genutzt werden, um Doppelarbeit zu vermeiden.

      • Stärkere Operationalisierung der Klimastrategie: 

        Unternehmen müssen klar darlegen, welche konkreten Maßnahmen zur Zielerreichung beitragen und wie diese gesteuert werden.

      • Ausbau von Daten- und Steuerungssystemen: 

        Die Anforderungen an Datenqualität, Nachvollziehbarkeit und Prüfungsfähigkeit nehmen zu.

      • Verknüpfung mit finanzieller Steuerung: 

        Investitionsentscheidungen (CapEx/OpEx) müssen zunehmend konsistent an den Klimazielen ausgerichtet werden.

      • Fokus auf reale Emissionsreduktion statt reiner Zielkommunikation: 

        Die Erwartungshaltung von Regulatoren und Investoren verschiebt sich klar in Richtung nachweisbarer Wirkung.

      Der Wandel im ESG-Narrativ spiegelt sich nun auch immer häufiger in der Anpassung der Standards wider – und das gilt auch für SBTi, welche nun stärker die Umsetzung und Machbarkeit in den Mittelpunkt rücken. Wir begleiten Sie dabei, Ihren Climate Transition Plan weiterzuentwickeln und den Umgang mit SBTi individuell zu gestalten, sowie SBTi-Aspekte wirksam in Ihre Steuerung und Ihr Reporting zu integrieren.

      Gleichzeitig ist festzuhalten: Die SBTi ist ein etablierter und vielfach genutzter Referenzrahmen für die Entwicklung von Klimazielen und Klimatransitionsplänen - jedoch ist es nicht das einzige verfügbare Instrument. Unternehmen sehen sich zunehmend mit einer Vielzahl an regulatorisch verpflichtenden sowie freiwilligen Anforderungen konfrontiert, die unterschiedliche Aspekte von Klimastrategie und Berichterstattung adressieren.

      Vor diesem Hintergrund sollte die Entscheidung für die Anwendung des Rahmenwerks der SBTi im Kontext des jeweiligen Geschäftsmodells, der Unternehmensstrategie und der ESG Zielsetzung getroffen werden. Ebenso ist zu berücksichtigen, inwieweit sich die Anforderungen der SBTi mit bestehenden regulatorischen Vorgaben, insbesondere aus der CSRD und den ESRS, vereinbaren lassen. Eine bewusste Auswahl und Abstimmung der eingesetzten Rahmenwerke kann dazu beitragen, Konsistenz sicherzustellen und unnötige Komplexität in der Umsetzung zu vermeiden.

      Insgesamt ist die Weiterentwicklung der SBTi-Strategie für den Zeitraum 2026 bis 2030 vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an Klimastrategien, Klimatransitionspläne und deren Nachvollziehbarkeit hinsichtlich ihrer Implementierung zu betrachten. Der stärkere Fokus auf Umsetzung, Transparenz und zugrundeliegende Daten spiegelt zentrale Aspekte regulatorischer Rahmenwerke wider und führt zu inhaltlichen Schnittstellen zwischen freiwilligen Standards und verpflichtender Berichterstattung. Für Unternehmen entsteht damit potenziell ein konsistenterer Bezugsrahmen, in dem Zielsetzung, Implementierung und Berichterstattung miteinander verzahnt sind.

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      Ihre Ansprechperson

      Roxana Meschke

      Partnerin, Audit, Regulatory Advisory, Sustainability Reporting & Governance

      KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft