In den Medien hatte sich der Begriff peu à peu verbreitet. Und 2022 erklärte das britische Collins Dictionary das Wort „Permacrisis“ (übersetzt etwa: Dauerkrise) dann zum Wort des Jahres. Definiert wird Permakrise, wie auch im Deutschen immer wieder zu lesen war, als eine längere, fortdauernde Periode von Instabilität und Unsicherheit.
Und in der Tat, die Welt scheint sich weiter von einem unvorhersehbaren Ereignis zum nächsten zu bewegen, ausgelöst vor allem durch die geopolitischen Entwicklungen der jüngeren Zeit. Sie sind verbunden mit der Erkenntnis, dass die Eckpfeiler für Frieden und wirtschaftlichen Aufschwung in den vergangenen Jahrzehnten – Demokratie, stabile politische Verhältnisse, freie Marktwirtschaft und zunehmende Globalisierung – nicht mehr als selbstverständlich angenommen werden dürfen.
Zuletzt zeichnete sich ab: Freiheitliche Werte gewinnen nicht automatisch Anhänger hinzu. Im Gegenteil, die Tendenz scheint sogar rückläufig zu sein. Weltweite Messungen haben jüngst ergeben, dass sich der Zustand der Demokratie global betrachtet verschlechtert und Freiheitsrechte in immer mehr Ländern unter Druck geraten, während sich autoritäre Einflüsse häufen.
Das sogenannte Decoupling, also die Entkopplung der Wirtschaftsbeziehungen insbesondere der beiden großen Wirtschaftsblöcke USA und China, nimmt weiter zu. Für Banken und andere Finanzinstitute platziert das die geopolitischen Risiken oben auf der Managementagenda und fordert diese in ihrem eigenen Risikomanagement umso stärker heraus.
In unserem Paper „Managing today’s geopolitical risks“ formulieren wir drei Prinzipien für ein Risikomanagement, das Institute befähigt, geopolitische Risiken fortlaufend mitzudenken: